Fandom

Mittelalter Wiki

Aachener Pfalzkapelle

2.452Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Kommentare0 Teilen
Crystal keditbookmarks.png Dieser Artikel wurde am 13. Juli 2012 als Spotlight vorgestellt.

In der Aachener Pfalzkapelle, dem heutigen Dom in Aachen, wurden über einen Zeitraum von 600 Jahren mehr als 30 römisch-deutsche Könige gekrönt, die sich in der direkten Nachfolge Karls des Großen sahen. [1]

Beschreibung

Die Aachener Pfalzkapelle wurde zwischen 796-804 von Karl dem Großen erbaut und trat an die Stelle einer kleinen merowingischen Basilika. Es war der bedeutungsvollste Zentralbau des Nordens im 1. Jahrt. n.Chr.. Die Kapelle besteht aus einem achteckigen hochgeführten Mittelraum, der von Emporen umgeben ist und mit einer achtseitigen Kuppel überdeckt wird.

Der Umgang ist sechzehneckig und besteht aus je acht quadratischen Gewölben vor den acht Seiten des Mittelraumes, dazwischen dreieckige Felder; überall erkennt man Kreuzgewölbe, ausgenommen über den oberen acht Hauptfeldern, die Tonnen haben. Diese Tonnen steigen bei den sechs seitlichen gegen den Mittelraum zu an. Im Osten war einst eine rechteckige Apsis, an deren Stelle heute ein gotischer Chor steht.

Westlich befindet sich eine Vorhalle, die sich nach außen hin in einer segmentförmigen Nische öffnet. Dazwischen liegen zwei runde Treppentürme, die zur Empore führen. Die äußere Architektur ist recht schlicht; nur am Tambour der Kuppel zeigen sich an den Ecken strebepfeilerartige Lisenen mit korinthischen Kapitellen.

Das Innere

Aachen Pfalzkapelle Rekonstruktion 1887.jpg

Rekonstruktion der Aachener Pfalzkapelle. Nach Faymonville (1887).

Das Innere besizt eine höchst stattlich zu nennende architektonische Durchbildung. Die untern acht Bögen ruhen auf kräftigen rechteckigen geknickten Pfeilern mit Kämpfergesimsen, die oberen hochgeführten Bögen der Emporen dagegen haben einen reichen Säuleneinbau:

Unten je drei Bögen über zwei großen korinthischen Säulen, darüber stehend schneiden je zwei kleinere in die Bögen einfach ein, eine Erinnerung an altrömische Thermen- Architektur. Im Tambour darüber einfache rundbogige Fenster. Die Säulen sind aus Ravenna geholt, wie auch der einstige Marmorschmuck des Bodens und der Wände.

Die Kuppel zeigten einst reiche Mosaiken, deren letztes im 18. Jahrhundert zerstört wurde. Vor der Säulenstellung der Empore stehen acht bronzene durchbrochene Gitter, die vielleicht vom Theoderichdenkmal zu Ravenna stammen, da ihre Maße genau dorthin passen.

Fernere alte Ausstattungsstücke sind die bronzenen Türen, deren Herkunft unbekannt ist, sowie einige importierte Erzwerke. Heinrich II. stiftete eine schöne Kanzel mit spätantiken Elfenbeinreliefs; Kaiser Barbarossa fügte noch eine Reihe Ausstattungsgegenstände, vor allem den großen Reifenleuchter, hinzu. Vor der Kapelle erstreckte sich einst ein Vorhof (Atrium) mit Bögen nach dem westlichen Eingangstore.

Aachener Königsthron

Innerhalb der Pfalzkapelle befindet sich der Aachener Königsthron. Auch er wurde in den 90er Jahren des 8. Jhs. von Karl dem Großen errichtet und diente bis zum Jahr 1531 insgesamt 31 deutschen Herrschern als Krönungsstätte. Der Stuhl selbst besteht aus vier mit bronzenen Klammern zusammengehaltenen weißem Marmorplatten, die nach den neueren Untersuchungen ebenso wie die Stufen aus der Grabeskirche in Jerusalem um das Jahr 800 entnommen wurden.

Geschichte

Nach seinem Tode ließ sich Karl der Große in der Pfalzkapelle bestatten. Sein Grabmal befand sich vermutlich an der Außenwand im ersten unteren Gewölbe rechts neben der Apsis. Sein Thron aus weißem Marmor über Stufen steht noch heute auf der Empore über dem Eingang, der Apsis gegenüber (siehe Kaiserstuhl).

Galerie

Quellen

  • Das Atrium der karolingischen Pfalzkapelle zu Aachen. J. Buchkremer in Zeitschrift des Aachener Geschichtlichen Vereins. Ausgabe 20, S. 247 ff.
  • Faymonville, Der Dom zu Aachen. Aachen 1909. A. Haupt Älteste Baukunst 244.
  • Kirchliche Baukunst des Abendlandes (Internet Archive). Dehio und v. Bezold. Stuttgart 1892 ff. S. 152 ff.
  • Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 4 Bände (1. Aufl.). Johannes Hoops. K. J. Trübner, Straßburg 1911-1919. Bd I, S. 1.
  • Strzygowski, Der Dom zu Aachen und seine Entstehung. Leipzig 1904.

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Aachener Königspfalz

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki