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Die Abtei von Hexham wurde im 7. Jh. von Bischof Wilfried von York (634-709/710) als Abteikirche seines Benediktinerklosters errichtet. Es ist eines der wichtigsten Zeugnisse für angelsächsischen Kirchenbauten nach römischen Stil dieser Zeit.

Beschreibung

Die Abteikirche von Hexham, in Northumberland, ist eines der bedeutendsten Werke von Bischof Wilfried von York (634-709/710). Erhalten ist von dem Bauwerk noch die kleine Krypta, die er um 675 unter der Abteikirche errichtete. Die Kirche selbst scheint noch am Ende des 13. Jhds. gestanden zu haben [1] und ist bis heute in ihren allgemeinen Umrissen aus einer Beschreibung eines Zeitgenossen Wilfrieds bekannt, nämlich seines eignen Chordirigenten Eddius, [2] und aus einem ausführlicheren Bericht, geschrieben um die Mitte des 12. Jhds. von einem gewissen Prior Richard von Hexham [3].

Dieses Bauwerk war im Basilikenstil errichtet; aber außerdem erbaute Wilfried in Hexham noch eine andere Kirche mit Zentralanlage. Die Verbindung der beiden Typen ist eine Tatsache von nicht geringer Bedeutung. Die typisch romanische Kirche des späteren Mittelalters - das dürfen wir nicht vergessen - stellt keine einfache Entwicklung aus der frühen christlichen Basilika dar, sondern verdankt ihre Form der Aufpfropfung mehrerer durchgearbeiteten konstruktiven Merkmale, die anderswo ihren Ursprung hatten, auf das Schema der Basilika.

Baustil

Ihre Quelle ist in den runden, polygonalen oder in den kreuzförmigen Bauten zu suchen, die von den frühesten Zeiten an errichtet wurden, und zwar nicht immer für den Gottesdienst, sondern häufiger für Gedächtnis- oder Grabmalzwecke oder einfach als Taufkapellen. Bauwerke, wie St. Lorenzo in Mailand, St. Vitale in Ravenna und die Oktagonal-Kirche Karls des Großen in Aachen, enthalten die konstruktiven und künstlerischen Elemente, die in verschiedenen Verbindungen die romanische Kirche ausmachen.

Die romanische Kirche entnahm von der Basilika das Haupt-Schema ihres rechtwinkligen Plans, ihre Einteilung in Mittelschiff und Seitenschiffe und Fenstergeschoß und ihren apsidalen Abschluß; aber für die anderen Haupteigentümlichkeiten, wie z. B. die Steingewölbe, die Verwendung von Pfeilern anstatt der Säulen in Arkaden, einen Chor als Erweiterung eines Mittelschiffes, den Zentralpavillon oder Turm, Galerien über den Seitenschiffen, Fassaden, die mit einem Turm oder mit Türmen zusamijiengesetzt sind, und dergleichen, müssen wir die Zentral- oder überwölbten Kirchen heranziehen, wo diese Merkmale frühzeitig erscheinen.

Nun ist es das Interessanteste an Wilfrieds Werk in Hexham, dass er, indem ihm diese beiden Kirchenformen vorschwebten, einige der vorgeschritteneren architektonischen Formen des Zentralbaus dem Basiliken-Schema seiner Abteikirche aufgepfropft zu haben scheint. Dies scheint die natürliche Auslegung der überlieferten Beschreibungen zu sein. Der spätere Bericht von dem Prior Richard vermittelt den Eindruck, als handle es sich um einen so kunstvollen Bau, dass wir, wenn dieser Bericht allein stände, schließen würden, er beziehe sich eher auf einen späteren Umbau, als auf das wirkliche Werk Wilfrieds. Indessen beschreibt Wilfrieds eigner Gefolgsmann Eddius das Bauwerk beinahe mit denselben Worten; und so haben wir das Zeugnis eines Zeitgenossen für Merkmale, die wir in dieser entlegenen Gegend und zu einer so frühen Zeit sicherlich nicht beieinander zu finden erwarten würden.

Eddius berichtet, dass das Bauwerk in seinen unteren Teilen gewisse Gemächer in der Erde enthielt, die aus polierten Steinen gearbeitet waren - dies bezieht sich auf die noch existierende Confessio, den Vorraum und die Durchgänge, die sorgfältig aus römischen Steinen erbaut sind -, während es über der Erde aus vielen Teilen bestand, die von zahlreichen Säulen, Seitenschiffen und Kapellen getragen wurden, und die Mauern von ansehnlicher Länge und Höhe waren.

Das Bauwerk hatte ganze Reihen von Passagen mit vielen Windungen, die mitunter aufwärts und mitunter abwärts führten und durch Wendeltreppen miteinander in Verbindung standen. Prior Richard fügt hinzu, dass die Mauern drei Stockwerke bildeten, und dass der Triumphbogen samt den Kapitalen der Säulen mit Schnitzereien in Relief verziert waren, - ferner, dass in den Seitenschiffen oder Kapellen viele Oratorien (Betzimmer) waren mit verschiedenen Altären (der Jungfrau, des hl. Michael, des hl. Johannes und der heiligen Apostel, Märtyrer, Bekenner und Jungfrauen), von denen einige noch zu Lebzeiten des Verfassers gleich Türmen oder Nebenbauten über den übrigen Teil des Gebäudes emporzuragen schienen. Alle diese Angaben und machen uns geneigt, Eddius zu glauben, wenn er mit der Bemerkung schließt, dass man von einem solchen Bau bis zu seiner Zeit diesseit der Alpen noch nicht gehört habe.

Galerie

Quellen

Einzelnachweise

  1. Chronicle of Lanercost, ed. Bannatyne Club, z. Jahr 1296
  2. Historians of the Church of York, Rolls series, Nr. 71, S. 33
  3. Twisden, Decem Scriptores, col. 290

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