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Um etwa 1070 schrieb der Bremer Kleriker und Theologe Adam von Bremen, dass Norwegen als Land wegen seiner vielen Berge und seines rauhen und kalten Klimas sehr unfruchtbar sei und sich nur zur Viehzucht eigne. Jedoch wurde in Norwegen durchaus Ackerbau betrieben, nicht nur zur Zeit Adams von Bremen (11. Jahrhundert.), sondern schon lange vorher.

Beschreibung

Dass Ackerbau in Norwegen während des Mittelalters in verhältnismäßig großer Ausdehnung getrieben wurde, darüber liegen zahlreiche Zeugnisse in der alten Literatur vor. So wird Kornbau im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts in den meisten Gegenden des Landes erwähnt, sogar bis nach Trondenæs im jetzigen Stift Tromsö hinauf.

Was jedoch der Wahrheit entspricht ist, dass die Ausbeute häufig nicht sehr groß war. So wird es an verschiedenen Stellen als eine besonders zufriedenstellende Ernte bezeichnet, wenn man so viel Korn erntete, dass die meisten Menschen, außer was sie für ihre Haushaltung brauchten, genügend Korn zur Aussaat für das kommende Frühjahr hatten.

Dass oft großer Mangel an Korn zur Aussaat herrschte, geht auch aus einer Gesetzesbestimmung hervor, die darauf ausgeht, dem Volk solches Saatgut zu sichern. Wer sich nicht die Aussaat auf andere Weise sichern konnte, durfte sich nämlich an den Vogt des Königs wenden und verlangen, dass er Sachverständige ernenne, um den Kornvorrat des Volkes zu untersuchen.

Wenn nach deren Urteil sich bei einem Bauern mehr Korn fand, als dieser selbst zur Aussaat und für seine Haushaltung bis zum nächsten Herbst brauchte, konnte der Vogt, selbst wenn der Eigentümer sich dem widersetzte, das überflüssige Korn nehmen und es den Leuten geben, denen Korn zur Aussaat mangelte. Diese mußten es zurückbezahlen, sobald sie neues Korn bekamen.

Misernten

Da die Saat in Norwegen oft mißglückte, besonders im nördlichen Teil des Landes, mußte man Abhilfe schaffen. Entweder durch Einkauf aus den Teilen des Inlandes, in denen die Ernte reichlicher war, oder durch Einfuhr aus dem Ausland, aus dem man selbst in guten Jahren einen Teil des Korns importieren mußte.

Da man immer darauf vorbereitet sein mußte, dass die Aussaat fehlschlug, waren manche, besonders im nördlichen Norwegen, so vorsichtig, sehr große Kornscheunen aufzuführen, in denen sie in guten Jahren große Kornvorräte aufstapelten, so dass sie, wenn ein Mißjahr eintraf, sich und andern mit dem "alten Korn" helfen konnten, das sie in ihrer Scheune liegen hatten.

Auch in Dänemark wird die Einfuhr von Korn aus dem Ausland erwähnt, wenn man fürchtete, dass ein Mißjahr eintreffen würde. Doch war es hier seltener; denn in der Regel war die Kornernte in Dänemark so reichlich, dass man Korn von dort nach Norwegen ausführen konnte.

Der Zorn der Götter

Wenn im Norden Europas ein Missjahr (hallari) eintraf, schrieb man dies dem Zorn der Götter zu. Man versuchte deswegen diese durch Opfer zu versöhnen. Im ersten Jahr opferte man Rinder, und wenn dies nicht half, griff man zu Menschenopfern (mannblōt). War auch dieses ohne Erfolg, griff man als letztes Mittel zu dem Ausweg, den König selbst den zornigen Göttern zu opfern und deren Altäre mit seinem Blute zu beschmieren.

Das soll nach den alten Sagen mehrmals nordischen Königen, deren Namen in den Sagas angeführt werden, passiert sein, teils weil man meinte, dass der König selbst schuld an dem Mißjahr sein müßte, teils weil er als der oberste Mann im Lande das beste Opfer war, das man auftreiben konnte. Eine Bekräftigung dafür, dass ein Mißjahr im Zorn der Götter seine Ursache hatte, sahen die Menschen in Norwegen z.B. darin, als in Harald Graafelds und seiner Brüder Regierungszeit mehrere Jahre hintereinander Mißernten herrschten (961—965).

Dafür gab man den Königen die Schuld, weil sie, die das Christentum in England angenommen hatten, sich feindlich gegen die nicht-christliche Götterverehrung stellten, während die ersten Regierungsjahre des Heiden Hakon Jarl ungewöhnlich gut waren. Und wieder gab es unter Olaf dem Heiligen im nördlichen Norwegen mehrere Jahre hintereinander (1020—1022) Misswuchs, was man selbstverständlich seinen eifrigen Bestrebungen für die Einführung des Christentums zuschrieb.

Quellen

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