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Der Aderlass ist ein seit der Antike bekanntes und bis ins 19. Jahrhundert verbreitet angewandtes Heilverfahren. Dabei wird dem Patienten eine teilweise nicht unerhebliche Menge Blut entnommen. Heute ist belegt, dass der Aderlass nur bei wenigen Krankheitsbildern eine positive Wirkung hat, sodass er weitgehend aus dem medizinischen Alltag verschwunden ist. [1]

Beschreibung

Der Aderlass gewann in Europa unter dem Einfluß der römischen Medizin rasch Verbreitung. Wie allgemein verbreitet er schon im Frühmittelalter war, zeigt das 11. Buch der Lex Visigothorum „De aegrotis", das sofort mit der Bestimmung anhebt: „ne absentis propinquis mulierem medicus fleotomare presumat" und an sechster Stelle auf Schädigungen durch den Aderlaß zurückkommt.

Auf dem Grundriß des Klosters von St. Gallen aus dem Jahr 820 war im Badehause für die Kranken auch ein Aderlaßraum vorgesehen („coquina eorundem et sanguinem minuentium"). Für gesunde Menschen, die regelmäßig mindestens viermal im Jahr zur Ader ließen, war ein besonderes Aderlaßhaus in Aussicht genommen („fleotomatis hic gustandum vel potionariis"), das einen großen Innenraum besaß mit Öfen in den vier Ecken, einem Herd für die Arzeneitränke in der Mitte, sechs Wandbänken und Tischen davor.

Zu der historischen Tatsache, dass Karl III. (Ostfrankenreich) gegen Kopfschmerz zur Ader ließ, lassen sich Parallelen in Fülle finden, und die angelsächsischen Rezeptbücher aus der Mitte des 10. Jahrhunderts zeigen volle Kenntnis der Venaesektion und geben genau die Aderlaßregeln der Antike wieder.

Instrumentarium

Der flebotomus der Lex Visigothorum, das Aderlaßinstrument hieß auf angelsächsisch: blōdseax, blōdsex = 'Blutmesser’ und auf mittelhochdeutsch: lāz-īsen. All dies fällt allerdings schon hinter das Jahr lOOO n. Chr., genau wie die Zeitbestimmungen für die wirksamste und heilsamste Anwendung, die Monatsregeln, „wann man lassen soll" usw.. Aber die lateinischen Traktate hierüber wurden im 10. und II. Jahrhundert auch in den Klöstern Süd- und Nordeuropas häufig abgeschrieben.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Aderlass

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