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Der altgermanische Ahnenkult wuchs aus dem Seelenglauben heraus. Bestand der Glaube an das Fortleben der Seele nach dem Tode, so bedingte dieser auch eine Pflege und Verehrung der Toten (s. Totenkult), und diese steigerte sich, je mehr sich ein Mensch während seines Lebens um seine Mitmenschen verdient gemacht hatte.

Beschreibung

Bedeutsamen bzw. herausragenden Menschen schrieb man auch nach ihrem Tode eine umfassendere Tätigkeit als den übrigen Seelen zu, u.a. ein größeres Eingreifen in die Natur und die Geschicke der Menschen. Man hielt es deshalb für seine Pflicht, sie durch Opfer und Anrufung den lebenden Menschen geneigt zu machen. In erster Linie genossen Könige solche Verehrung. Von den Goten berichtet Jordanes von einem Ahnenkult. [1]. Ebenso heißt es in der Vita Anskarii (Kap. 26) [2] und in Anlehnung an diese bei Adam von Bremen (IV Kap. 26), dass die Schweden nach dem Abfall vom Christentum ihrem jüngst verstorbenen König Erich einen Tempel errichtet und ihm Opfer und Gelübde dargebracht hätten.

Skandinavien

In Südskandinavien genoß Olfar Guðröðarson, der Bruder Halfdan des Schwarzen, göttliche Verehrung. Er war bei einer Seuche, die sein Volk heimsuchte, gestorben und beigesetzt, und bald nach seinem Tode trat Besserung ein. Da opferte man ihm, um Fruchtbarkeit zu erlangen, und nannte ihn nach seinem Sitze Geirstaðaalf. Aber auch andere hervorragende Männer genossen solche göttliche Verehrung. So Grimr Kamban, der erste Besiedler der Färöer Inseln.

Island

Selbst Frauen wurden an dem Hügel, in dem sie begraben waren, Opfer dargebracht, wie Auð der Steinreichen, der Witwe Olafs von Dublin, die mit den Ihrigen nach Island übergesiedelt war und unter diese ihren Reichtum verteilt hatte. Im westlichen Island verehrte man Barður als Snæfellsass, da man ihn für einen Schutzgeist hielt, weil er dem einen Glück auf dem Meere, dem anderen Sieg, einem dritten seinen Schutz gewährte.

Deutschland

Auch in Deutschland sprechen zahlreiche Sagen von den bergentrückten Königen und Helden für einen Ahnenkult.

Ahnenkult in Sagen

Mehrfach spielt die Vorstellung vom Ahnenkult auch in der Sage eine Rolle. So beginnt die "Hervarar Saga" mit einem König Guðmundr dem Reichen von Jötunheim, den die Menschen wegen seiner Weisheit und seiner Macht nach seinem Tode Opfer brachten und als Gott verehrten. Das Fortleben derselben Vorstellung spricht auch aus der Auffassung Saxo Grammaticus' oder Snorri Sturlusons (im Heimskringla), wonach die Asen Verherrlichungen irdischer Könige seien. Solche verherrlichten Menschen wurden in der nordischen Mythenentwicklung den Göttern angereiht und mit zu den Asen gerechnet. Hierher gehören vor allem Hermoðr und der Skalde Bragi, die nach den Hakonarmal (Vers 14) als die obersten der Einherjer Odin zum Empfang König Hakons aussandte.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Monumenta Germaniae historica. Abteilung Scriptores. V 76
  2. Rimbert von Hamburg-Bremen: Vita Anskarii (Leben Ansgars). Zwischen 865 und 876.

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