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Die All Saints' Church in Earls Barton (Northamptonshire, England) ist eine bekannte angelsächsische Pfarrkirche. Ihre Errichtung im späten 10. Jh. fällt in die Zweite Periode (8.-10. Jh.) der Angelsächsischen Kirchenbaukunst. [1]

Beschreibung

Die All Saints' Church in Earls Barton gehört zu den sog. engl. Anglo-Saxon turriform churches, die um einen zentralen Angelsächsischen Kirchturm herum bzw. überhaupt als Turm erbaut worden sind (s.a. Angelsächsische Turmschiffkirche).

Kirchturm

Für die Chronologie der angelsächsischen Kirchtürme ist der westliche Turm von Earls Barton das interessanteste und zugleich das imposanteste Denkmal im Baustil der Angelsächsischen Kirchtürme (Abb. 47).

Das Bauwerk stellt eine Idee von einer gewissen Erhabenheit dar, die mit großem Fleiß und viel Sorgfalt durchgeführt ist, und gibt uns eine gute Anschauung von den künstlerischen Fähigkeiten und Schwächen des sächsischen Baumeisters. Es wirkt imponierend, doch nicht allein in der wirklichen Größe - der Turm misst bis zu der Spitze der (modernen) Zinnen 20,60 m bei einer Breite von 7,25 m an der westlichen Fassade -, sondern auch wegen der Würde der Anlage.

Der Erbauer hat die ihm zur Verfügung stehenden Mittel aufs Beste ausgenutzt und hat die zu seiner Zeit verwendbaren Einzelheiten in einer üppigeren Art und Weise angewandt, als es in irgend einem anderen Beispiel im Land geschehen ist, ausgenommen vielleicht den großen angelsächsischen Turm in der St. John the Baptist's Church, Barnack (Northamptonshire). Gleichwohl ist der Effekt nicht wirklich architektonisch. Die Gesamtheit des Baus ist schön, aber die Einzelheiten wachsen nicht natürlich aus der Konstruktion hervor, und stehen auch nicht im Einklang mit der sonst üblichen Verwendung solcher Details in der Baukunst.

Große Sorgfalt wurde auf allerhand kleine Einzelteile verwendet; andererseits aber wurde die Basis des Turms so nachlässig gelegt, dass die südliche Seite etwa einen Fuß länger ist als die nördliche. Die Zeichnung zeigt die Eckverbände aus Quadern (Long-and-short work) und die reichlichen Lisenen mit den runden und geradseitigen Bögen, die sie in verschiedener Höhe miteinander verbinden. Die kunstlosen Geländersäulchen (Mittelmauerschäfte) wurden in den Öffnungen angewendet. Der westliche Türeingang ist 2,50 m hoch und 1 m breit und ein charakteristisches Stück sächsischer Bauausführung (s. Abb. 48).

Der Turm zeigt die üblichen Spuren der Benutzung als Wohnung im Mittelstockwerk; aber in diesem Fall bestehen außer dem gewöhnlichen Türeingang zur Kirche in der östlichen Mauer ähnliche Türeingänge nach Süden und Westen, deren Zweck sehr problematisch ist. Sie münden jetzt in schwindelnder Höhe über der Erde, und es findet sich kein sichtbares Zeichen irgend einer Galerie oder Plattform, zu denen sie ehemals den Zutritt vermittelt haben könnten.

In der Tat scheint die Behandlung der Fassade des Turms unterhalb der Öffnungen den Gedanken auszuschließen, dass jemals ein Anbau an derselben errichtet worden sei. Die Glockenstuhlöffnungen im Obergeschoß sind fünffach. Der Turm ist aus Bruchsteinmauerwerk erbaut, und die unten 1,20 m dicken Mauern sind in Absätzen an Dicke reduziert, so dass sie in der Glockenstuhlhöhe 75 cm messen. Die Mauern waren so verputzt, dass die Lisenen und Oberflächen der Quader des Eckverbandes an den Ecken stets deutlich hervortraten. [2]

Galerie

Quellen

  1. Wikipedia: All Saints' Church, Earls Barton (Engl.)
  2. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 4 Bände (1. Aufl.). Johannes Hoops. K. J. Trübner, Straßburg 1911-1919. Bd. I, S. 580 ff. Art. Angelsächsische Baukunst, § 36 ff. (E).

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