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Als Aloe bezeichnet man eine Pflanzengattung, die im Süden und Osten Afrikas und vorgelagerten Inseln wie Madagaskar und Maskarenen sowie im Südwesten der Arabischen Halbinsel wächst. Zur Gattung dieser Pflanze gehören einige Hundert Arten. [1]

Beschreibung

Aloe war im Mittelalter ein bekanntes drastisches Abführmittel und wurde aus dem bitteren Saft der fleischigen Blätter verschiedener Aloe-Arten gewonnen. Wegen seiner nicht nur abführenden, sondern zugleich wärmenden und anregenden Einwirkung auf Magen und Unterleib wurde sie schon im Altertum geschätzt und vielfach gebraucht.

Zuerst von dem griechischen Arzt und Pharmakologen Pedanios Dioscurides im 1. Jahrhundert erwähnt, wurde es von ihm wie von Plinius [2] auch als Mittel gegen Kopfweh und Augenleiden, ferner als zusammenziehendes Heilmittel bei Verwundungen, Entzündungen und Geschwüren gepriesen. Die beste Aloe kam laut Plinius aus Indien, doch wurde auch in Kleinasien, Syrien, Arabien und Ostafrika Aloe gewonnen. Die Beschaffenheit der Arznei war je nach der Art der Zubereitung und der angewandten Aloe-Spezies verschieden. Als beste Sorte galt die durch schnelles Eindampfen gewonnene undurchsichtige, leberfarbige Aloe, schon von Dioskorides genannt, die aloe hepatica der mittelalterlichen Glossare und der Apotheken.

Mitteleuropa

Aus der antiken Medizin ging die Aloe in die mittelalterlich-europäische über und behauptet sich bis in die Gegenwart. Dass sie in germanischen Gebiet (althochdeutsch. mittelhochdeutsch: āloē) schon im 10. Jahrhundert als Abführmittel bekannt war, ergibt sich aus der Historiae des französischen Mönches und Historikers Richer von Reims (940-998), der als Ursache des Todes von Kaiser Otto II. (983) angab, er hätte gegen Verdauungsbeschwerden und Verstopfung, um schnell gesund zu werden, zu viel Aloe genommen, was einen anhaltenden Durchfall und heftigen Blutfluß zur Folge hatte. Das Überraschende des Todes betonte noch 1017 der Mönch Alpert von Metz. [3]

Angelsachsen

In den angelsächsischen Arzneibüchern des 10. und 11. Jahrhunderts wird Aloe (alwe) außer als Abführmittel [4] und bei Verdauungsstörungen und Magenbeschwerden auch sonst vielfach verschrieben, so als Speimittel, zu Kopfsalbe, Augensalbe, gegen Herzweh, gegen Lähmung und als Schlafmittel, wo von alwan leaf = 'Aloeblättern' die Rede ist. Es sind im wesentlichen dieselben Leiden, gegen die sie schon im Altertum empfohlen wurde.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Aloen
  2. Plinius. Naturalis Historia. 27, 14 — 20
  3. Alpert von Metz, De episcopis Mettensibus, MGH SS 4, S. 697–700, S. 699: Ipse autem cum Deoderico praesule Romam rediit, ibique aeger non post dies moritur; …
  4. Laeceboc II, 27 von Cockayne, Thomas Oswald: Leechdom, Wortcunning, and Starcraft of Early England. 3 Bände. London 1864 — 66.

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