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Als Alraune wird die Wurzel der Zaunrübe oder der in den südlichen Alpenländern wachsenden Mandragora bezeichnet. Diese Pflanze spielt im Aberglauben des Mittelalters bis zur Gegenwart eine wichtige Rolle.

Beschreibung

Ihre gnomenhafte Form ließ den Mythos entstehen, dass in ihr eine Menschenseele stecke, und zwar die eines Gehängten, dessen Same oder Wasser auf der Stelle, wo sie wächst, auf die Erde geträufelt sei. Daher heißt sie auch Galgenmännlein. Wenn sie ausgegraben wird, gibt sie einen so kläglichen Laut von sich, dass der Gräber sterben muß. Daher bedient man sich eines schwarzen Hundes, verbindet das Ende der Wurzel und den Schwanz des Tieres durch einen Faden und läßt sie so den Hund aus der Erde ziehen. Ist sie so gewonnen, bedarf sie besonderer Pflege: sie muß sorgfältig aufbewahrt, fein eingewickelt, mit Wein gewaschen und öfter gebadet werden. Dann bringt sie ihrem Besitzer Glück, vermehrt sein Geld, offenbart ihm alle Dinge, die zu seiner Wohlfahrt nötig sind, bringt den Frauen leichte Geburt, hilft Prozesse gewinnen u.s.w..

Teufelsglaube

Hildegard von Bingen, die der Alraune ein ganzes Kapitel in der Causae et Curae widmete, wähnte im 12. Jahrhundert dann den Teufel in der Pflanze wohnen. Das Ernten der Pflanze war nun nicht mehr problematisch, jedoch sollte danach der Alraun in queckborn (Quellwasser) gelegt werden, um das Böse hinauszudrängen – es sei denn, die Pflanze sollte explizit zu bösem Zauber verwendet werden. Nach anderen Sagen war, um eine Alraune besitzen und nutzen zu können, in jedem Fall ein Bündnis mit dem Teufel einzugehen. Einem verstorbenen Besitzer eines Alrauns musste Brot und Geld in das Grab gegeben werden. Auch das Weiterschenken vor dem Tod löste dies Problem nur bedingt, denn das Geschenkte ließ sich nicht weiter verschenken, sondern kehrte immer zum ersten Besitzer zurück.

Heilanwendungen

Bei (guter) Heilanwendung sollte die Pflanze gegen sexuelle Begehrlichkeiten wirken. Hierzu war eine weibliche Alraune zwischen Brust und Nabel des Kranken anzubinden, dann die Wurzel in zwei Teile zu spalten und über die Lenden zu binden und zuletzt die linke Hand der Wurzel zu zerreiben und mit Kampfer gemischt zu essen. Gegen Schwermütigkeit dagegen war hinreichend, die Wurzel mit ins Bett zu nehmen und bei deren Erwärmung ein bestimmtes Gebet zu sprechen. In beiden Fällen konnten Buchentriebe die Alraune ersetzen. Auch wurden Alraunen nicht nur als Wurzel gedacht, sondern zum Beispiel auch als Kröte, als goldene Eier legender Drache oder als undefiniertes Wesen mit rollenden Augen, was der Symptomatik einer Alraunen-Vergiftung nachempfunden scheint.

Galerie

Quellen

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