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Alsener Gemmen, oder auch Alsengemmen, sind ovale oder runde Gemmen aus Glaspaste. Diese Bilderdarstellungen mit meistens drei Personen, sind Nachbildungen von antiken Gemmen und stellen die Siegesgöttin Viktoria, die einen Krieger bekränzt, dar.

Die meisten Fundorte dieser Gemmen sind im Norden und in Nordwestdeutschland; südlich gehen sie jedoch bis nach Nürnberg. Die frühesten Exemplare gehören ins 5. Jh. an; gewisse nordische Brakteaten dieses Alters weisen dieselbe Viktoriadarstellung auf. [1]

Beschreibung

Alsener Gemmen bestehen aus zweischichtig gegossenem Glas, das auf der gewölbten Unterseite schwarz, auf der flachen Oberseite hellblau gefärbt und mit einer eingeritzten figürlichen Darstellung verziert ist. Benannt werden sie nach einem 1871 auf der dänischen Ostseeinsel Alsen gefundenen Exemplar.

Lange galten die Alsengemmen als heidnische Amulette der karolingisch-ottonischen Zeit, die im späten 8. und 9. Jh. in den nördlichen Niederlanden, während des 10. Jh. jedoch im westfälisch-niedersächsischen Raum hergestellt und von Goldschmieden späterer Jahrhunderte als Spolien wiederverwendet wurden.

Dann zeigten Untersuchungen ihrer Fundumstände jedoch, daß es sich um hochmittelalterliche Glasgemmen mit christlichem Sinngehalt und teilweise wahrscheinlich um Abzeichen von Pilgern oder Kaufleuten handelte. [2]

Arten

Die Alsener Gemmen gliedern sich in drei Typen:

  • Alsengemmen vom Typ I, die die Figur eines schreitenden Mannes im Profil, eines Tieres oder ein symbolisches Zeichen tragen, wurden vom 11. bis 13. Jhd. hergestellt und nahezu ausschließlich zur Verzierung von liturgischem Gerät (Kreuze, Buchdeckel, Schreine usw.) verwendet.
  • Alsengemmen vom Typ II zeigen je zwei stehende Gestalten im Profil, mit spitzem Kinnbart und langen an den "Frackschößen", die sich einander zuwenden und Händen halten. Sie waren vom 11.-13. Jh. in Gebrauch und dienten als Schmuck.
  • Alsengemmen vom Typ III entstanden im 12. bis 14. Jhd. Auf ihnen sind jeweils drei bärtige Männer mit wehenden Rockschößen abgebildet, die einander ansehen und an den Händen fassen.

Quellen

  • M. Bartels. Die Gemme von Alsen und ihre Verwandten. In Zeitschrift für Ethnologie. Berlin 1869, 1882, S. 179 ff.
  • O. Olshausen. Über neue Glasgemmen vom Typus der Alsener und über Verwandte der Briesenhorster; Verhandlungen der Berliner Anthropologischen Gesellschaft. 1887, S. 688 ff.

Einzelnachweise

  1. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 4 Bände (1. Aufl.). Johannes Hoops. K. J. Trübner, Straßburg 1911-1919. Bd. I, S. 70.
  2. GWZO Wissensdatenbank: Alsengemmen

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