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Altar

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Altäre waren bereits in vor-christlicher Zeit bekannt und in christlicher Zeit in der Kirche die Stätte des priesterlichen Dienstes und des Abendmahls. In den nicht-christlichen Göttertempeln entsprach dem Altar der christlichen Kirchen eine Erhöhung, anord. stallr genannt. Er hatte seinen Platz in dem anord. afhús, das dem Chor der christlichen Kirche entsprach.

Beschreibung

Nicht-christliche Tempel

Die Bescheibungen von nordeuropäischen Altären in nicht-christlichen Tempeln sind u.a. aus der isländischen Eyrbyggja Saga und der Kjalnesinga Saga überliefert.

Auf dem Stallr brannte demzufolge ein Feuer, das immer (d.h. wohl: während der Opferhandlungen) brennen sollte. Auf dem Stallr stand weiter ein Blutkessel (anord. hlautbolli); er war aus Kupfer und sollte das Blut der geopferten Tiere und Menschen aufnehmen. Ein dem Weihwasserwedel entsprechendes Gerät, womit die Wände und Altäre mit Blut besprengt wurden, hlautteinn genannt, stand in dem Kessel, neben dem auch ein goldener Ring lag, den der hofgodhi am Arm tragen sollte, und bei dem alle Eide geschworen wurden. Hinter dem Stallr stand das Bild des im Tempel angebeteten Gottes, und um das Hauptbild herum standen im afhús die Bilder anderer Götter.

Christliche Kirchen

Der Altar der ältesten christlichen Kirchen war gewöhnlicher Art. Bei dem Altar der Kirche zu Stiklestad, wo Olaf der Heilige 1030 den Märtyrertod erlitt, zeigte man lange den Felsen, auf dem er gefallen war, der aus dem Altartisch hervorragte. So war in der frühchristlichen Zeit der Altar meist von einfacher Tischform, hinter dem der Priester stand; erst bei langsam entstehenden Aufbauten und reicherem Altarschmuck tritt der Priester vor den Altar.

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Wiener Genesis (um 550): Melchisedek mit Brot und Wein vor dem Altar.

Eine Darstellung aus der Wiener Genesis (um 550) zeigt die wesentlichen Bestandteile eines Altars aus der frühchristlichen Zeit bis zum 10. Jh. Der freistehende Altartisch, umgeben von vier Säulen, auf denen ein dachförmiger Baldachin ruht. Die Kapitäle verbunden mit Stangen, daran ein verschiebbarer Vorhang. Man nannte das Ganze Ziborium - ein Ausdruck, der später nur für den Hostienbehälter gebraucht wurde.

Aus karolingischer (8. - 10. Jh.Zeit sind die Altäre zu Vaison, Tarascon und zu Mettlach einfache Steinplatten mit erhöhtem Rand (gegen das Ablaufen des Weines), auf Säulen gestellt. Andere Altäre sind geschlossene Steinblöcke mit Deckplatte; öfters mit schrankartiger Vertiefung der Vorderseite die Reliquie umschließend, auf der Platte die Weihekreuze in den Ecken (Quedlinburg, Wipertikirche).

Manchmal bildet der Altarkörper den nach Art der Transennen durchbrochenen Aufsatz der unterliegenden Confessio: So im Hildesheimer Dom, St. Stefan zu Regensburg aus dem 9. Jh. (Abb. 4). Die Sarkophagform für den Altar tritt früh auf, offenbar zur Aufnahme von Reliquien; am kostbarsten in dem wunderbaren Goldschmiedewerk des Meisters Wolvinius mit Emaille und Reliefs für Bischof Angilbert in St. Ambrogio zu Mailand.

Galerie

Quellen

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