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Die Angeln, angelsächsisch. ongel, waren ein nordseegermanisches Volk, das wohl vor allem aus dem gleichnamigen Landstrich Angeln im Zentrum der Kimbrischen Halbinsel im Norden des heutigen Schleswig-Holstein sowie seinen Nachbargebieten stammte. [1]

Beschreibung

Einen Stamm namens Anglii benennt Tacitus in seiner Germania um 98 n.Chr. unter den Nerthusvölkern zwischen den Aviones und Varini, auf der kimbrischen Halbinsel. Dagegen stehen die Angeiloi nach Ptolemaeus (Geographika 11,8) westlich von der mittleren Elbe, sind jedoch dahin durch einen Irrtum geraten und zwar im Zusammenhang mit andern Namen; siehe Langobarden, Warnen und Teutonen.

Namensherkunft

Auf die nördlichen Sitze des Volkes weist noch der Name der Landschaft Angeln zwischen Flensburger Föhrde und Schlei zurück, und ausdrücklich wird diese durch eine Reihe von Quellen als Ausgangspunkt der auf britischen Boden übergetretenen Angeln angegeben, so z.B. von Beda Venerabilis. Ihr angelsächsischer Name Angel, Ongel ist wohl ganz dasselbe wie ein im norwegischen Halogaland bezeugter altnordischer Landschaftsname Ongull und könnte mit lat. angulus = 'Winkel', 'gewölbt, gekrümmt' zusammengehören und — nur mit anderer Bedeutungsentwicklung — dasselbe Wort sein wie Angel, altnordisch. ongull = 'Fischangel' oder auch 'Bucht; Anger, Grasland'. Danach wären die Angeln 'Bewohner dieses Angel'. Ihr Name erscheint in verschiedenen, aber unwesentlich voneinander abweichenden Formen als Anglii bei Tacitus, Angeiloi bei Ptolemaeus, angelsächsisch Engle, altnordisch Englar.

Ausbreitung

Das ausgedehnte Gebiet der Angeln in Britannien wurde jedoch unmöglich nur von dem kleinen schleswigschen Angeln aus erobert und besiedelt worden. Es ist deshalb vorauszusetzen, dass der Name schon diesseits der Nordsee weiter um sich gegriffen hatte. Damit stimmt es, dass von den andern Völkernamen der kimbrischen Halbinsel — von dem der Juten abgesehen — in England so gut wie nichts mehr zu entdecken ist. Sogar ein Teil der dänischen Inseln wird von manchen den Angeln zugesprochen. Auf Dan und Angul, die Stammväter des dänischen Volkes verweist der Historiker Saxo Grammaticus. Das Andenken des ruhmreichen Angelnkönigs Offa in ihrer alten Heimat und das an seine Kämpfe mit Dänen und Myrgingen oder Sachsen bewahrte die angelsächsische und nordische Sagenüberlieferung fort, so z.B. in der Widsith-Dichtung. [2].

Herkunft

Die ältere Geschichte des Volkes liegt ganz im Dunkel. Strittig ist sogar die Frage, ob die Einwanderung nach Britannien unmittelbar von Schleswig und Jütland aus erfolgte, oder ob die Angeln zuerst in den Niederlanden Fuß faßten und von dort später nach Britannien übertraten. Es fehlt aber für diese Zwischenstation jedes Zeugnis, und was den Zusammenhang des dem Lateinischen entnommenen Lehngutes bei Deutschen und Angelsachsen anbelangt, das diesen nicht schon jenseits der Elbe zugekommen sein kann, läßt eine Vermittlerrolle der Sachsen allein die Erscheinung verstehen, falls sie nicht noch anders zu erklären ist. Auch die Lex Angliorum et Werinorum hoc est Thuringorum ist nicht auf niederrheinische Angeln zu beziehen, sowenig wie auf die Warnen.

Dieses Denkmal gehört vielmehr nach Thüringen. Gleich ihren alten Nachbarn, den Warnen, ist von den Angeln wenigstens ein Teil nach Mitteldeutschland gezogen und hat einem Gau Engilin oder Englide an der Unstrut den Namen gegeben. Über die Angeln in England... siehe Angelsachsen.

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Quellen

  • Die Angeln. 1889. Weiland.
  • Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur. Möller. Berlin 1875. S. 137 ff.
  • Über die Heimat und den Namen der Angeln. 1890. Erdmann.

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Angeln (Volk)
  2. H. Möller. Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur. Berlin 1875 ff.

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