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Die Angelsächsischen Funde liegen vor allem aus den Begräbnisplätzen vor. Eine bedeutende Ausnahme bildet der Staffordshire Hoard, ein großer Gold- und Silberfund aus dem Frühmittelalter auf dem Gebiet des ehemaligen Königreiches Mercia.

Beschreibung

Die ältesten germanischen Eroberer Süd- und West-Englands, seit etwa 400 n. Chr. übten teils die ihnen vom Festland her geläufige Verbrennung, teils die unter christlichem Einfluß durchgreifende brandlose Bestattung ihrer Toten. Die erstere herrschte vorwiegend bei den Angeln von Norfolk bis Inner-Mercien, die letztere bei den Jüten von Kent. Doch entstanden schon vor der Annahme des Christentums Nekropolen mit gemischter Bestattung.

Die Begräbnisplätze lagen meist auf erhöhten Punkten in der Nähe der Städte, manchmal an der Stelle alter römischer Friedhöfe. In den brandlosen Gräbern trifft man meist nur ein Skelett, seltener zwei bis vier, auf dem Rücken liegend mit den Beigaben und Resten der Kleidung, manchmal in einen Holz- oder Steinsarg oder mit Steinen umstellt. Die Gräber sind 1—2 m tief; darüber erhebt sich ein jetzt flacher, einst höherer, mit einem Graben umzogener Tumulus.

Sie stehen meist in Gruppen, doch kommen auch einzelnstehende Tumuli sowie Flachgräber vor. Auf heidnische Bestattungsriten deuten die oft zahlreich in oder auf die Gräber geworfenen alten Topfscherben und Tierknochen sowie Tierzähne. Mancherlei landesübliche Grabgebräuche sind auch literarisch, aus Dichtungen und kirchlichen Verboten, bekannt.

Grabbeigaben

Die wertvollsten Beigaben, nämlich die Waffen und besonders die Schmucksachen, sind mehr für die Zeit und die Kulturzone im allgemeinen charakteristisch während die sehr häufigen Tongefäße, wie immer, größere lokale Besonderheiten zöigen. Unter den Waffen sind, wie auch in den festländischen Nekropolen, Schwerter ziemlich selten, dagegen fast alle von dort bekannten Formen der Lanzen- und Speerspitzen (auch Angonen) reichlich bezeugt, ferner Skramasaxe, Streitäxte und, als einzige Schutzwaffenreste, konische, in eine Spitze oder einen Knauf auslaufende, manchmal sehr hohe Schildbuckel.

Die zahlreichen, zum Teil überaus schönen und kostbaren Schmucksachen zeigen bei den einzelnen Stämmen manchmal ein besonderes (zuweilen barockes) Gepräge; sie bestehen in sehr verschieden gestalteten Fibeln, Nadeln, Schnallen, Gehängen, Glasperlen und dergleichen. Den breitesten Raum nehmen die oft in Cloisontechnik reich verzierten Fibeln ein, teils Bügelfibeln mit halbkreisförmiger oder (häufiger) viereckiger Kopfplatte, teils Scheibenfibeln, kreisförmig, in Schlangen- oder Vogelgestalt. Außer den Tongefäßen kommen auch zylindrische, mit Metall beschlagenen Holzeimer sowie Glasgefäße in den Gräbern vor. (s.a. Angelsächsische Fibeln)

Der Schatz von Staf­fordshire

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Rekonstruiertes Schwert (Spatha) aus dem Staffordshire Hoard.

2009 machte ein Schatzsucher auf dem Gebiet des ehemaligen angelsächsischen Königreiches Mercia einen bedeutenden Goldfund der Angelsachsen aus dem Frühmittelalter.

Der Staffordshire Hoard (bzw. der Schatz von Staf­fordshire) ist nicht nur aufgrund seines reinen Umfangs bedeutend (3500 Fundstücke, darunter gut 300 Schwertgriff-Verzierungen, 92 Schwertknäufe und zehn Schwertscheiden-Anhänger), sondern auch weil es der einzige angelsächsische Goldschatz außerhalb der Grabfunde ist, der bislang aus aus dem Boden gehoben wurde. Bis dahin waren solche spektakulären Entdeckungen vor allem in Grabstätten gemacht worden, so etwa in Sutton Hoo, im County Suf­folk.

Der Staffordshire Hoard besteht ausschließlich aus Gold, Silber und dem Halbedelstein Granat – das ist viermal mehr Edelmetall als in Sutton Hoo und die 25-fache Anzahl an mit Granat verzierten Schwertknäu­fen. Sie sind außergewöhnlich filigran gearbeitet und verziert. [1]

Staffordshire Hoard 3931736254.jpg

Teil des Staffordshire Hoards

Weitere Funde aus Staffordshire

Allerdings war Staffordshire bereits vor der Entdeckung des Goldschatzes unter Archäologen bekannt, da hier im 19. Jh. zahlreiche Funde von gestempelten Bleibarren aus dem Boden gehoben wurden. [2]

Weblinks

Galerie

Quellen

  • Industrie anglo-saxonne. Paris 1889. J. de Baye.
  • Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 1. Johannes Hoops, 1918—1919. S. 95. Artikel von Dr. Moritz Hoernes, außerord. Professor an der Universität Wien.

Einzelnachweise

  1. NATIONAL GEOGRAPHIC: Das Gold der Angelsachsen. Caroline Alexander, 2011. NG, Heft 11 / 2011, Seite(n) 46 bis 68
  2. Hoops, J. aaO. Bd. I, S. 293. Art. Blei

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