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Als Anstiftung wurde die vorsätzliche Bestimmung eines anderen zu einer strafbaren Handlung bezeichnet. Die Strafe des Anstifters wurde nach demjenigen Gesetz festgestellt, das auf die Handlung, zu der er angestiftet hatte, Anwendung fand. [1]

Beschreibung

Die Anstiftung (westnordisch. rāð) war nach dem Grundgedanken des germanischen Rechts ursprünglich straflos (siehe: Strafrecht). Die weitere Entwicklung im Frühmittelalter berücksichtigte die Anstiftung zum Teil als solche, zum Teil wurden jedoch auch besondere Anstiftungsverbrechen aufgestellt. Auf diesem Standpunkt stand z.B. das Salische Recht aus dem 6. Jhd., denn es bestrafte den, der einen anderen zum Morde oder zur Leichenberaubung dingte. Die meisten der übrigen Rechte beruhten auf gesonderten Anstiftungsverbrechen.

Hierbei war die Entwicklung die, dass zunächst in der Anstiftung kein Friedensbruch gesehen wurde und daher nur eine Buße, kein Friedensgeld, zu entrichten war. Erst später (in Island allerdings schon ziemlich früh) wurde eine Strafe an die Gesamtheit fällig. So musste der „Rattöter" nach schwedischem und norwegischem Recht nur Buße an die Verwandten zahlen. Und ebenfalls nur provisorisch haftete der Anstifter zum Totschlag und zum Diebstahl nach friesischem Recht für diese.

Anstiftung zu jedem Verbrechen

Kein Recht beachtet die Anstiftung zu jedem Verbrechen, wenngleich das isländische sogar eine Definition des "Rates", wenigstens mit Bezug auf den Totschlag, gibt. Alle beschäftigen sich mit der Anstiftung zur Tötung, dem "zum Tode raten". Das isländische Recht differenziert z.B. in Wundung, Schlag, usw. Nach manchen Rechten kann man wegen Anstiftung zu falscher Anklage, Bindung, Brandstiftung, Frauenraub, Hausfriedensbruch, Meineid, Sachbeschädigung anschuldigen. Die Strafe des Anstifters war in vielen Fällen milder als die für das beabsichtigte Delikt. Doch strafte z.B. das norwegische Recht Anstiftung zum Heerwerk als einen "Neidingsrat" mit Friedlosigkeit.

Quellen

  • Deutsche Rechtsgeschichte. 2. Bände. (i. Bd. in 2. Auflage). Heinrich Brunner. Leipzig 1906 und 1892. Band II, S. 567 ff.
  • Das Strafrecht Der Germanen. (1842) Wilhelm Eduard Wilda. Kessinger Pub Co (23. Februar 2010). ISBN-10: 1160705771. S. 609 ff. 627 ff.
  • Nordgermanisches Obligationenrecht. Band I. Karl Von Amira. 1882. S. 178 ff., S. 711. Band II, S. 208 f., S. 847.

Einzelnachweise

  1. Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon: Anstiftung. 5. Auflage, Band 1. Leipzig 1911. S. 73.

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