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Ein Antependium (von lat. ante „vor“ und pendere „hängen“) ist ein Vorhangstuch, der vordere Theil des Altarbehanges. Ursprünglich war das üblicherweise eine Tafel oder Stickerei an der Front oder den Seitenwänden des Altars. [1]

Beschreibung

Das Antependium als Schmuckbekleidung des Altars bestand ursprünglich aus herabhängenden Tüchern, dann Tafeln aus Holz, bemalt oder geschnitzt, oder aus Metall; oft höchst kostbar. Aus frühromanischer Zeit sind solche aus Gold noch mehrfach erhalten, mit Edelsteinen und Emaile. Die Rückwand des Altarunterbaus heißt Dorsale bzw. Dossierung. Man nimmt an, dass früher für die Gestaltung der Frontseite des Altars manchmal auch beschnitzte Elfenbeintafeln Verwendung fanden.

Geschichtliches

Antependium waren in der Ostkirche seit dem 4. Jahrhundert, im Westen seit dem 5. Jahrhundert gebräuchlich. Es wurde die Vorderseite, manchmal auch die beiden Schmalseiten und die Rückseite des Altartisches bespannt. Seit dem 8. Jahrhundert sind im Allgemeinen feste Verkleidungen des Altarunterbaus üblich, meist aus Holz bestehend. Sie wurden oft mit Metall verkleidet und mit Emaile verziert. Seit 1570 war das Antependium, im Gegensatz zu den protestantischen Kirchen, in katholischen Gotteshäusern zwingend vorgeschrieben. [2]

Funde

Chapel of Keble College Oxford 2010-02-11.jpg

Hochaltar mit Antependium in der Kapelle des Keble College, Oxford

Ein um 1300 entstandenes, aus Stoff bestehendes und mit den drei reitenden Heiligen Drei Königen besticktes Antependium aus dem Domschatz von Bamberg gelangte 1803 in das Bayerische National Museum in München.

Das prächtigste Werk dieser Art ist ein ganzer Altar in Sarkophagform aus Gold und Silber, der des Bischofs Angilbert II. in St. Ambrogio zu Mailand, von einem fränkischen Meister Wolvinius im Jahre 835 (durch Vermittlung Ludwigs des Frommen?) angefertigt. Er wurde mit Gold- und Silberreliefs in den Füllungen zwischen goldenem, emailliertem und edelsteinbesetztem Rahmenwerke geschmückt.

Im 11. Jahrhundert wohl beschädigt und vielleicht zum Teil mit neuen Reliefs versehen, ist es doch größtenteils noch original, insbesondere auf der Rückseite. Die wichtigsten Reliefs sind die runden, die die Stiftung des Altars durch Angilbert und die Segnung des Meisters Wolvinius darstellen.

Ein zweites Werk ganz ähnlicher Art ist die goldene Altartafel Kaiser Ottos III. im Münster zu Aachen, vom Ende des ersten Jahrtausends. Es ist zwar erheblich entwickelter in den Formen und in der Reliefbehandlung als jenes aus Mailand, sonst jedoch nahe verwandt auch in der Anordnung, die allerdings zum Teil modernisiert wurde. [3]

Quellen

  • Der Dom zu Aachen. K. Faymonville. München 1909. S. 127.
  • Die älteste Kunst, insbesondere die Baukunst der Germanen. Von A. Haupt. Leipzig 1909. S. 49.

Einzelnachweise

  1. Pierer's Universal-Lexikon: Antependĭum
  2. Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann: Antependium
  3. Anmerkung (A. Haupt): Es ist unerfindlich, wie gegenüber dieser Verwandtschaft der beiden Werke einige Forscher behaupten können, das Mailänder Werk gehöre erst dem 12. und 13. Jahrhundert an.

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