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Als Arianismus bezeichnet man eine christlich-theologische Lehre, die nach einem ihrer frühen Vertreter, Arius, benannt ist. In der Spätantike wurde die Bezeichnung „Arianer“ durch Anhänger des Konzils von Nicäa oft als Kampfbegriff gebraucht, ohne dass die so bezeichneten Personen notwendigerweise die Lehre des Arius vertreten hätten. Viele Althistoriker beschränken daher heute den Ausdruck „Arianer“ auf die unmittelbaren Anhänger des Arius und gebrauchen ansonsten den neutraleren Ausdruck Homöer. [1]

Ansichten

Arius vertrat die Meinung, daß Jesus Christus vom Vater vor allen Kreaturen geschaffen wurde und folglich sein Geschöpf, wenn auch das erste, edelste und Gott am ähnlichsten sei. Somit sprach er dem Sohn die Einheit des Wesens ab. Aus dem Wesen Gottes (wie man bisher gelehrt hatte) könne er nicht gezeugt sein, sonst müsse man Gott sich teilbar denken. Er nannte ihn daher ein von Gott vor aller Zeit und aus Nichts hervorgebrachtes Wesen, das aber nicht wie eines der anderen Geschöpfe, sondern vor allen anderen von Gott hervorgebracht sei. Da nun der Sohn von Gott gezeugt sei, so müsse es eine Zeit gegeben haben, wo er noch nicht war; er könne also nicht ewig sein, wie Gott.

Meinungsunterschiede

Die Arianer bildeten zusammen mit den Athanasianern die beiden Hauptströmungen, in die sich die christliche Kirche im 4. Jahrhundert über den Streit um die Lehre von Vater, Sohn und Heiligen Geist teilte. Beide nannten sich nach ihren Häuptern: Die Arianer nach Arius, die Athanasianer nach Bischof Athanasius.

  • Arius vertrat die Meinung, daß Jesus Christus vom Vater vor allen Kreaturen geschaffen wurde und folglich sein Geschöpf, wenn auch das erste, edelste und Gott am ähnlichsten sei.
  • Athanasius lehrte, daß der Sohn, aus dem Wesen des Vaters erzeugt und mit diesem gleichen Wesena sei.

An ihren Streitigkeiten nahm sehr bald die ganze Kirche Anteil, ja es kam sogar zu blutigen und mörderischen Handlungen, so daß der Kaiser Konstantin zur Schlichtung im Jahr 325 das Konzil von Nicäa einberief. Hier setzten sich die Athanasianer durch und schrieben ein Glaubensbekenntnis nieder (das nicäische oder Athanasianische genannt) und verdammten diejenigen, die sich weigerten es anzunehmen. Arius setzte dem sein eigenes Glaubensbekenntniß entgegen, das dem Kaiser so gefiel, daß nun die Athanasianer von ihren Ämtern vertrieben wurden. Nachdem bis ins 7. Jahrhundert bald die eine, bald die andere Gruppierung vorherrschte, je nachdem wem die Kaiser gewogen waren, verlor sich der Name Arianer und allein ihre Ansichten erhielten sich in der christlichen Kirche.

Geschichte

Im Jahre 318 geriet der alexandrinische Presbyter Arius († 336), ein gebildeter griechischer Kirchenlehrer, mit seinem Bischof Alexander in einen Streit. Der Bischof verteidigte die Ansicht, dass in der heiligen Dreieinigkeit auch eine Einigkeit sei. Arius hingegen leugnete die völlige Gleichheit Jesus mit Gott. Er vertrat die Meinung, Christus sei weniger als Gott, und man könne ihn nur den Edelsten aller von Gott Erschaffenen nennen.

Bald fand diese Meinung Beifall und schnell entstand eine Gruppierung um ihn. die sich selbst Arianer nannte. Andere Namen waren "Eusebianer", nach Bischof Eusebios zu Nikomedien, dem vornehmsten Verteidiger dieser Gruppierung, und "Exukontianer", angeblich wegen der Ansicht, daß Jesus aus Nichts geschaffen sei. Von Kaiser Konstantin erhielten sie den Namen Porphyrianer (nach Porphyrios). Ihre Gegner aber nannten sich wegen der Ansicht, daß der Sohn dem Vater dem Wesen nach gleich, Homousiasten.

Konzil von Alexandria (321)

Da Arius' These gegen die Lehrsätze der Kirche war, setzte ihn das Konzil zu Alexandria im Jahre 321 ab und verhängte über ihn und seine Anhänger den Bann. Arius floh nach Palästina und später nach Illyrien. Die mit ihm befreundeten Bischöfe Eusebios von Nikomedien und Eusebios von Cäsarea, die den arianischen Lehren anhingen, mißbilligten jedoch öffentlich die Handlungsweise Alexanders. Die ganze Kirche geriet in Bewegung, und um den Streit zu schlichten, schickte Kaiser Konstantin den Bischof Hosius von Corduba als Vermittler nach Alexandria; jedoch ohne Erfolg.

Konzil von Nikäa (325)

Dann berief Konstantin im Jahre 325 das Konzil von Nikäa ein, dem er selbst beiwohnte. Über 300 Bischöfe waren zugegen, darunter ungefähr 20 Arianische. Die eifrigsten Gegner der Arianer waren Bischof Markellos von Ankyra und Diakon Athanasios zu Alexandria. Ein neues, das Nikäische Glaubensbekenntnis, wurde aufgesetzt und von allen Bischöfen, außer von Eusebios von Nikomedien und Theognis von Nikäa, unterschrieben. Beide wurden daraufhin ihrer Ämter enthoben und mit Arius, dessen Lehre und Anhängern feierlichst verdammt und exiliert.

Das neue Glaubensgesetz bestimmte, daß der Sohn gezeugt sei vom Vater und nicht geschaffen, gezeugt aus dem Wesen des Vaters, Gott aus Gott, Licht aus Licht, wahrhaftiger Gott aus dem wahrhaftigen Gott, gleicher Substanz mit dem Vater. Durch die heftigen, auf die Spitze gestellten Behauptungen von Athanasios, der Bischof von Alexandria wurde, entstanden nun neue Streitigkeiten. Viele Bischöfe waren in Nikäa zur Unterschrift gezwungen worden und wünschten sich von dem Bekenntnisse loszusagen.

Synode von Jerusalem (335)

So ließ Kaiser Konstantin von der früheren Strenge nach, rief 328 Eusebios von Nikomedien und Theognis von Nikäa aus dem Exil zurück und erlaubte Arius im Jahre 329 seine Meinung noch einmal zu verteidigen. Der Kaiser versprach, ihn als rechtgläubig anzuerkennen, wenn er dem Nikäischen Bekenntnisse nicht direkt widerspräche. Er wurde auf der Synode von Jerusalem im Jahr 335 vom Bann losgesprochen und sollte in die Kirchengemeinschaft wieder aufgenommen werden. Allerdings starb Arius 336 plötzlich in Konstantinopel. Daraufhin wurden nun die orthodoxesten Gegner der Arianer, nämlich Athanasios und Markellos, verbannt und ihre Lehre verdammt.

Freie Religionsausübung

Eusebios von Nikomedien erhielt von Kaiser Constantius im Jahre 337 für die Arianer im östlichen Teil des Reiches freie Religionsübung unter eigenen Bischöfen. Athanasios dagegen kehrte 338 nach Alexandria zurück, doch wurde 341 von Neuem gewaltsam verjagt. Er fand in den von Constans regierten östlichen Provinzen Schutz und Beistand für seine Gruppierung. Dort strebte er danach, für sich und der Nikäischen These unbedingten Sieg zu erringen.

Synoden von Sardika (344) und Philippopolis

Athanasios bewirkte bei Kaiser Constans die Verwerfung der gemilderten 4 Vergleichungsthesen der Eusebianer (gegeben 341 in Antiochia). Auf der von beiden Kaisern zur Friedensvermittelung einberufenen Synode zu Sardika (344 od. 347) errang er den vollen Triumph seiner Sache und die Exkommunikation seiner Gegner. Die Arianer ihrerseits konstituierten eine eigene Synode in Philippopolis und bestätigten ihre 4 Artikel von Antiochia. Blutbäder bezeichneten nun die Schritte der Homousiastischen Bischöfe, ihre Wiedereinsetzung zu erzwingen. Der Sieg blieb unvollkommen und wendete sich sogar, nachdem Constantius 353 zur Regierung des ganzen Reichs gelangt war, völlig auf die Seite der Arianer, denen nun auch Rom und dessen damaliger Bischof Felix huldigen mußte.

Aufspaltung

Doch mehr die Partei als die Meinung der Arianer gewann diesen Vorteil, indem die meisten Gemeinden des Abendlandes indifferent waren oder nur der Gewalt nachgaben. Die Ariaber schwächten sich indessen durch innere Spaltungen selbst. Die als Eusebianer bezeichneten Bischöfe hatten sich schon um die Zeit der Synode zu Sardika (344) aus Rücksicht auf die, für den Kirchenfrieden besorgten Kaiser, um den Homousiasten entgegen zu kommen, zu Modifikationen der Arianischen Grundformel bequemt, die, nächst dem immer merklicheren Auseinandergehen der dogmatischen Folgerungen aus derselben, die strengen oder reinen Arianer von ihnen trennten.

Diese wurden nach ihren Anführern Actios und Eunomios, Aetianer oder Eunomianer, wegen ihrer Lehren, der Sohn Gottes sei nicht von gleichem (sondern anderem) Wesen mit dem Vater, und demselben sogar unähnlich, Heterousianer und Anomöer, wegen ihrer Anhänglichkeit an Arius auch Ariomaniten und nach einem ihrer Versammlungsplätze bei Constantinopel Exokioniten genannt. Bald darauf entstanden auch die Semi-Arianer, die sich mehr oder weniger der Lehre des Arius näherten. Sie waren ursprünglich die vermittelnde Partei, die von den Eusebianern ausging und behauptete, der Sohn sei dem Vater zwar untergeordnet, aber mit ihm ähnlichen Wesens. Daher nannte man sie Homoiusiasten, meist aber Semi-Arianer, auch nach Bischof Basilios von Ankyra, Basilianer und Antiochener, nach Macedonius von Constantinopel Macedonianer.

Erst auf der 4. Synode zu Sirmium im Jahre 357 wurde der der Arianismus präzis formuliert.

Synode zu Ankyra (358)

Noch 589 mußten beim Übertritt der Westgoten zum Katholizismus die arianischen Bischöfe das Ariminense abschwören. Die eigene exegetisch-dogmatische Produktion war dabei immer geringer geworden. Die Macedonianer sonderten sich auf einer Synode zu Ankyra im Jahre 358 förmlich von aller Kirchengemeinschaft mit den reinen Arianern ab und gegenseitige Bannsprüche befestigten die Trennung.

Um die Semi-Arianer zu stürzen und doch zugleich die semi-arianisch gesinnten Kaiser zu gewinnen, opferten die Bischöfe Akakios von Cäsarea in Palästina und Eudoxios von Constantinopel selbst ihren Parteiführer Aëtios auf und bildeten 359 die neue, zwischen den Formeln der Semi-Arianer und reinen Arianern stehende Partei der Akacianer oder Eudoxianer, welche die Meinung aufstellten, der Sohn sei dem Vater in Hinsicht des Willens ähnlich.

Synoden zu Ariminum (359/60)

Durch Kaiser Constantius war der Arianismus auf den Synoden zu Ariminum - Konstantinopel in den Jahren 359/60 gewaltsam durchgedrückt und so zu einer ökumenischen Entscheidung emporgehoben wurden. Daher vermochten es die germanischen Eroberer, die diesen Glauben annahmen, sich als die eigentlich "Rechtgläubigen", die athanasianischen Römer jedoch als Ketzer zu betrachten und so einen germanisch-arianischen “Katholizismus" anzubahnen, der sich einerseits als Kampfmittel gegen die Römer, andererseits als Bindemittel der germanischen Völker den politischen Zwecken der Eroberung und des Zusammenschlusses dienstbar machen ließ.

Im Herzen reine Arianer, waren die Akacianer bzw. Eudoxianereben im Begriff, sich wieder ganz zu diesen zu bekennen, als Kaiser Constantius 361 starb, und die unter ihm niedergehaltenen Anhänger der Nikäischen Formel, durch die Toleranz seines Nachfolgers Julian begünstigt, wieder emporkamen.

Sieg der Orthodoxen

Unter Jovian, ihrem Beschützer, bewirkten die Orthodoxen in den Jahren 363 und 364 sogar Beschränkungen der Arianer, mußten aber in den Ostländern des Reichs, nachdem die Semi-Arianer sich 366 völlig mit ihnen vereinigt hatten, von den unter Valens (265–379) wieder herrschenden reinen Arianern neue Verfolgungen leiden. Erst der Schutz Gratians bot ihnen Sicherheit.

Ab 380 entschieden die Strafgesetze des Kaisers Theodosius gegen alle Ketzer den Sieg der Nikäischen Formel im römischen Reich. So verloren die Arianer die bisher genossene Freiheit der Religionsübung. Dabei hatten sich die Eunomianer erlaubt, die Taufformel nach ihrer Lehre und Beschränkung der Taufe auf einmaliges Untertauchen abzuändern. Ihre Kirchen wurden den Orthodoxen gegeben, ihre Versammlungen verpönt, ihre Bischöfe und Priester vertrieben.

Der Sieg der Athanasianer durch Theodosius im Jahre 381 und die Unterdrückung jedes, auch des homöischen Arianismus im Reiche isolierte den germanischen Arianismus, der sich dennoch oder vielleicht gerade deshalb rapide von den Westgoten aus zu den Stammverwandten verbreitete.

Eunomianer und Eudoxianer

Nur weil diese Gesetze nicht gleich streng beobachtet wurden, hielten sie sich noch hier und da in Dörfern und in Constantinopel selbst, wo die Volksmenge sie verbarg, aber ihr eigener Eifer verursachte neue Spaltungen unter ihnen. Die Eunomianer sonderten sich von den Eudoxianern, und von beiden die spalteten sich die Psathyrianer (nach einem Kuchenhändler so genannt) ab; diese meinten, Gott sei schon vor Entstehung des Sohnes Vater gewesen. Von den Eunomianern wiederum trennten sich die Eunomiotheophronianer, die Anhänger eines von Eunomius abweichenden Schülers Theophronios. Durch diese Zersplitterung verloren die Untergruppierungen der Arianer bald alle Bedeutung, und immer schärfere Maßregeln der Kaiser gegen sie vertilgten auch in dem Byzantinischen Reich, wo sie am zahlreichsten und beinahe 50 Jahre die herrschende Kirche gewesen waren, schon in der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts ihre letzten Überreste.

Völkerwanderungszeit

Länger erhielt sich die Lehre der reinen Arianer außerhalb des römischen Reichs. Die Goten hatten sie mit dem Christentum selbst angenommen und blieben als Feinde der orthodoxen Kaiser eifrige Arianer, die Ostgoten bis zum Untergang ihres Reichs in Italien, die Westgoten in Spanien bis auf König Reccared, der sie (586 bis 589) zur Nikäischen Formel bekehrte. Von ihnen war der Arianismus auf andere germanische Völker übergegangen: bei den Vandalen in Afrika unterdrückte ihn 533 Belisar. Die Sueben in Spanien, die ihn 469 angenommen hatten, wurden 560 wieder orthodox. Die Burgunder waren nur von 450 bis 534 Arianer.

Germanischer Arianismus

Der germanische Arianismus wird daher, seiner Ausbreitung nach, auch als die erste, wesentlich ostgermanisch-gotische Stufe des germanischen Christentums behandelt (siehe "Bekehrungsgeschichte"). Das dogmatische, speziell christologische Bekenntnis ist wie schon das des Ulfilas eine Unterart des eigentlichen Arianismus, die besonders im Klerus der Donauländer heimisch war. Staatsklugen Kaisern erschien sie besonders empfehlenswert, weil sie die athanasianische Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater nicht wie Arius selbst durch eine noch kompliziertere Begriffsbestimmung, sondern durch die neutrale, mehrdeutige Formel ersetzte, und ihren Widerspruch gegen die „Nicaener" oder „Athanasianer" durch den Rückgang auf die Schrift begründeten.

Beim Zug in das Westreich, in dem ein anderer, römischer Arianismus fehlte, wurde er vollends zur spezifisch germanischen Konfession, nahm je länger je mehr nationales Gepräge an und diente als Mittel, das eigene Volk als die herrschende Kriegerkaste rein zu erhalten. Die Ulfilas-Bibel gab die Grundlage für einen Gottesdienst, bei dem nicht nur die Predigt, sondern auch die Lektion und die Liturgie germanisch war. Reste eines eigenen Kalenders mit eigenen Heiligenfesten sind erhalten. Der Wunderglaube, der sich an Heiligen- und Reliquiendienst schloß, blieb nach mehrfachem Zeugnis maßvoll. Und auch die Sittlichkeit zeigte einen herberen und schlichteren Charakter. Schon der militärisch-nationale Grundzug verbot die Durchführung einer höheren, asketischen Sittlichkeit, die Flucht aus dem nationalen Verbände in das Mönchtum; der Zölibat war auch für die Bischöfe nicht in Geltung.

Dafür wird bei Geiserich, dem Vandalen, ein strenges Vorgehen gegen alle Art Unzucht, bei den Westgoten harte Bestrafung der Hurerei bezeugt, übrigens auch der Abtreibung. Wie diese strenge Geschlechtsethik den Beifall römischer Mönche (Salvian) fand, so befriedete der ererbte Rechtssinn der arianischen Germanenfürsten die römischen Provinzialen, die sich unter ihrem gerechteren Regiment wohler fühlten als zuvor. Die einzige harte Verfolgung der römischen Katholiken durch Arianer unter Hunerich dem Vandalen (477 - 84) ist im Wesentlichen auf die Propaganda der katholischen Bischöfe zurückzuführen.

Je mehr sich im 4. Jahrhundert die katholische Kirche zu einer Reichskirche zusammengeschlossen hatte, desto mehr bedeutete die Abstempelung des Arianismus als Häresie und der Ausschluß aus dem allgemeinen Kirchenkörper die Auslieferung der kirchlichen Verfassung an die bestehenden Formen des germanischen Volkstums, das jetzt charakterisiert war durch das den militärischen Bedürfnissen der Wanderungs- und Eroberungszeit entspringende Stammeskönigtum. Unzweifelhaft ist die Bestimmung der arianischen Kirchen als Stammeskirchen, die Gliederung auch des arianischen Klerus in Bischöfe, Presbyter und Diakonen und mit dem Fehlen der städtischen Mittelpunkte der Anschluß der hierarchischen Verfassung an die unteren Volksverbände, unzweifelhaft auch bei den Vandalen der Bestand eines Stammespatriarchats an der Spitze eines zahlreichen arianischen Episkopats, mit dem Sitz am Hof und bedeutender Autorität.

Sofern bei Ost- und Westgoten, Burgundern und Vandalen usw. spätestens vom Ende des 4. Jhd. ab ein Königtum an der Spitze des Volkes nachweisbar ist, das nun auf dem Boden des römischen Imperiums die Tendenz gewinnt, seine Macht noch zu steigern, und überall das königliche Grafenamt über die alten republikanischen Ämter setzt, die aus Volkswahl entstehen, ist die Annahme unabweisbar, dass jener staatskirchliche Charakter der arianischen Stammeskirche immer mehr zur Abhängigkeit vom Königtum wird. Sie mußte um so notwendiger erscheinen, als dieser christliche Klerus im Unterschied von dem früheren Priestertum als ein geschlossener Stand auftrat, der als solcher ihm und dem Staatsganzen noch immer leicht gefährlich werden konnte. Dass der König sich bzw. seinen Grafen die Erlaubnis zum Eintritt in diesen Stand ebenso vorbehielt wie einen irgendwie bestimmten Anteil an der Besetzung des wichtigsten kirchlichen Amtes, des Episkopats, der, dem Grafenamt zur Seite, sicher keinen Antagonismus zu diesem bilden durfte, wie endlich, dass Synoden dieser Bischöfe mindestens seiner Genehmigung bedurften, erscheint als die natürlichste Annahme.

Wenn sich dann später nach ihrem Übertritt zum Katholizismus bei Burgundern wie Westgoten, die früher arianisch waren, bei Chlodwig I., ihrem Nachbar, der das arianische Vorbild vor Augen hatte und dem Arianismus hatte zugeführt werden sollen, und seinen Nachfolgern eine Abhängigkeit des Klerus und speziell des Episkopats vom Königtum in den bezeichneten Formen statthat, die sich so im römischen Recht nicht fanden, so wird man zwar sagen müssen, dass darin wie im Eigenkirchenwesen alte Auffassungen, hier vom Verhältnis der Religion zum öffentlichen Leben, wieder durchschlugen, aber auch die Hypothese aufstellen dürfen, dass in diesen katholischen Landeskirchen, speziell auch bei den für die ganze spätere Entwicklung entscheidenden Franken ein arianisches Vorbild eingewirkt hat.

Frühmittelalter

Die Langobarden wurden seit der Zeit ihres Einfalls in Italien von den Franken bekehrt, und diese 670 von der römischen Geistlichkeit. Auch flohen viele Arianer nach Arabien, denn das dort verbreitete Christentum war meist Arianismus. Spätere Zweifler an der Gottheit Christi hat man oft auch Arianer genannt. Diese Parteien erhielten sich bis zu Ende des 7. Jahrhunderts. Und wurde auch die Lehre weiter verbreitet und erhalten, so hörte doch der Name dieser Gruppierung auf.

Fazit

Alles in allem bleibt die arianische Kirche ein Bindglied zwischen der alten katholischen Reichskirche im Abendland, die sich immer mehr um Rom zentralisierte, und den dezentralisierten frühmittelalterlichen Landeskirchen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Arianismus; Version vom 21. Sep. 2012‎.

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