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Die Geschichten um König Artus, Arthus oder Arthur und seine Ritter der Tafelrunde sind sagen umwoben und sehr berühmt. Seine Heldentaten werden noch heute in vielen Ländern erzählt. Über die frühen keltischen Mythen wissen wir nur das, was später von den Mönchen aufgeschrieben wurde oder was sich in Märchen und Erzählungen über die Jahrhunderte im Volkswissen erhalten hat. Doch ein gewaltiger Sagenzyklus aus der spätkeltischen Zeit ist bis heute lebendig geblieben.

Wer war Artus?

Die Geschichten um König Artus und seine Tafelrunde sind wahrscheinlich deshalb so langlebig, weil sie sehr menschlich, spannend, voller Geheimnisse und immer noch aktuell sind. Ein „Dux bellorum“, ein Kriegsherrscher namens Artus ist aktenkundig. Er einigte verschiedene britannische Stämme und kämpfte erfolgreich gegen die eindringenden Sachsen. Ob er allerdings König war oder nur ein Heerführer, bleibt offen. Doch seine Tapferkeit muss so beeindruckend gewesen sein, dass sich ein dauerhafter Mythos um ihn gebildet hat.

Man nimmt an, dass er etwa um 500 nach unserer Zeitrechnung wirkte, also in spätkeltischer Zeit. Die Römer hatten sich nach gut vier Jahrhunderten Herrschaft von den Britischen Inseln zurückgezogen, und von allen Seiten rückten Eindringlinge heran, um das Machtvakuum zu füllen. Die Angeln, Jüten und Sachsen fassten im Südosten Fuß, die Wikinger drohten von Norden, die Pikten aus Schottland verstärkten ihre Überfälle.

Ein Teil der Bevölkerung sah sich gezwungen, dem Druck zu weichen, und wanderte über den Kanal in die Bretagne ab. Artus taucht in den walisischen Erzählungen des „Mabinogion“ auf. In diesen Berichten ist er noch ein sehr keltischer Häuptling, der von höfischem Gebaren wenig erkennen lässt. Er erlebt große Abenteuer in dieser und der anderen Welt. Die Barden und Geschichtenerzähler verbreiteten die Heldengeschichten in ganz Europa.

1500 Jahre lebt und wandelt sich der Mythos um König Artus, passte sich den Umständen von Zeit, Kultur und Raum an und hat dennoch einige urkeltische Merkmale bis heute behalten. Manche Anmerkungen über die Glaubwürdigkeit der Artusgeschichten mögen sich kritisch anhören, doch in den Mythen finden sich auch viele Wahrheiten - ein tiefes Wissen über die Entwicklung, über den Weg des einzelnen Menschen.

Übertragenes Sinnbild

Im Sagenkreis um König Arthus steht er für die reale Welt, in der Macht über Land und Leute im Vordergrund steht, während Merlin die geistige Welt versinnbildlicht, in der die spirituellen Werte eine größere Rolle spielen. Beide zusammen verleihen der Herrschaft erst Vollkommenheit. Als Sohn von Uther und Igraine, Hochkönig Britanniens und Begründer der nach ihm benannten Tafelrunde, ist Arthus die grandiose Personifizierung des Königs schlechthin. Er herrscht über die Herzen der Menschen.

Der verwundete König

König Artus wird in der Schlacht von Camlann (537), wo er gegen seinen eigenen Sohn Mordred kämpfen muss, verwundet und kann nicht mehr geheilt werden. Morgan le Fay bringt ihn zur Insel Avalon, wo er genesen wird, um wiederzukehren, wenn das Reich ihn braucht. So lange ruht seine Herrschaft. Das Motiv des verwundeten Königs ist ein mythologisches Motiv, das mit dem Untergang der Kelten und ihrer Kultur zusammenhängt. Es zeigt den Untergang der Herrschaft, das öde Land und seine Heilung.

Rückkehr

Ein weiterer interessanter Aspekt in der Mythologie um Arthus ist, dass er der Legende nach mit seinen Kriegern in Avalon schläft und zurückkehren wird, wenn sein Land in Not ist. So endet Malorys Version der Artussage. Der einstige und zukünftige König wird kommen und der sterbenden Erde neue Wärme und göttliches Licht bringen, immer währender Friede und Liebe werden auf der Welt herrschen, wenn er wieder die Macht übernimmt.

Diese Vision teilen einige Enthusiasten, die aus einer für sie kalten, rauen Wirklichkeit zu entfliehen trachten und auf Artus ihre Hoffnung setzen. Artus, vom keltischen Heerführer zum britischen König gewandelt, vom Kämpfer zum Zuhörer ritterlicher Taten in seiner Tafelrunde, vom großzügigen Gastgeber eines christlichen Hofes zum Sternenkönig der Zukunft, hat eine seltsame Geschichte durchgemacht, die ihn für manche Menschen in den Rang eines neuen Messias erhebt.

Literarische Quellen zu Artus

Im Jahr 1136 nahm sich ein Historiker namens Geoffrey of Monmouth seiner Gestalt an und veröffentlichte die „Geschichte der Könige Britanniens“, ein teils historisches, teils frei erfundenes Werk voller heroischer Taten. Wenn man aber bedenkt, dass seit dem Wirken des historischen Artus 600 Jahre vergangen waren, kann man verstehen, dass die Recherche keine leichte Aufgabe für ihn war. Artus wird als König dargestellt, beinahe christlich, ritterlich und respektabel. In Monmouth‘ Werk tritt übrigens das erste Mal Merlin, der Magier und Berater des Königs, auf... Weiterlesen.

Alternativgeschichte

König Arthus oder Artur oder Artwer war der Legende zufolge der erste Vereiniger Britanniens. Über seine wahre Herkunft wurde im Laufe der Jahrhunderte heftig gestritten. Obwohl Arthus als Feind der Angelsachsen galt, die er um 500 n. Chr. bekämpfte, wurde er gerade von diesen als erster Großkörnig Britanniens gefeiert. Die Person, auf der Arthus tatsächlich basiert, soll der römisch-britische Heermeister Arthurius Ambrosius gewesen sein.

König Arthus wird öfter mit der Suche nach dem Priesterkönig Johannes in Verbindung gebracht. Diese Zusammenhänge wurden im 14. Jahrhundert geknüpft. Die Arthus Legende hat, seit dem sie erstmals im 9. Jahrhundert von den Angelsachsen auf den britischen Inseln erzählt wurde, viel an Ausschmückungen hinzubekommen, die Arthussage gilt als eine der großen Geschichtsfälschungen Britanniens. Diese Seite beschäftigt sich mit dieser durch die angelsächsischen Herrscher verfälschten Version. Dieser Artikel ist Teil der Zeitlinie Constantins Entscheidung... Weiterlesen im Alternativgeschichte-Wiki.

Externe Links

Quellen