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Die Asen sind ein Göttergeschlecht der Nordischen Mythologie, an dessen Spitze der Göttervater Odin steht. Dieses Geschlecht ist zwar jünger, allerdings zahlenmäßig größer als das zweite, ältere nordische Göttergeschlecht der Wanen.

Beschreibung

Die Asen werden als kriegerische und herrschende Götter geschildert, wohin gegen die Wanen als Fruchtbarkeitsgottheiten stilisiert werden. Nach der Jüngeren Edda wohnen die Asen in Asgard, dem Sitz der Götter. Sie herrschen über die Welt und die Menschen (Midgard). Ihnen werden Eigenschaften wie Stärke, Macht und Kraft zugeschrieben. Sie sind weitgehend vermenschlicht, haben also einen irdischen Alltag. Wie die Menschen sind sie sterblich. Nur durch die Äpfel der Idun halten sie sich jung, bis fast alle von ihnen zur Ragnarök getötet werden.

Etymologie

Altnordisch. āss, angelsächsisch. ōs gehört das Wort "Asen" etymologisch zu skr. anas ('Hauch, Wind'), und so gehören die Asen ihrer Ableitung nach zu den seelischen Wesen, die nach dem Erdendasein ihr Leben und Wirken in der Luft und Erde fortsetzen. [1] Nach dem ältesten Zeugnis, das wir über sie besitzen, sind die gotischen ansis die göttlich verehrten Ahnen der Fürsten [2]. Als seelische Wesen kennt sie auch der angelsächsische Volksglaube, wo das ēsa gescot neben dem ylfa gescot auftaucht [3].

Die Asen im Volksglauben

In der Edda-Dichtung trifft man häufig alfar und Aesir gepaart (z.B. im Hāvamāl 159; Völuspa 48). Wie bei den Goten die Ahnen der Fürsten als Ansen, bei den Schweden König Erich durch Opfer und Gelübde nach seinem Tode verehrt wurden (Vita Anskarii Kap. 26), so wurde auch König Olav von Grenland (Bruder von Halvdan dem Schwarzen), nach seinem Tode als Olav Geirstaðalv göttlich verehrt und um Fruchtbarkeit angerufen [4]. So leben in den Asen wie in den Alfen in gleicher Weise Seelen Verstorbener fort. Noch spätere isländische Sagen wissen zu erzählen, wie Barður als Snaefellsas nach seinem Tode der Schutzgeist der Gegend um den Snaefell ist (Barðar saga Snæfellsáss, Kap. 6) und auch in dem Svinfellsass der Njalssaga [5] mag ein angesehener Isländer des Svinafellgebietes fortleben.

Asen als Götter

Als Odin vom ursprünglich reinen Führer des Totenheeres als Seelenführer in den Mittelpunkt der Verehrung trat und sich sein Machtgebiet erweiterte, wuchs mit ihm zugleich die Bedeutung des Begriffs "Ase". Wie der Träger des Namens zum höheren Wesen wurde, dem bei allen wichtigeren Gelegenheiten Opfer und Gebet galten, so bekommt auch Ase die Bedeutung 'Gottheit, Gott'. In dieser Bedeutung verstanden die Nordgermanen, vor allem die Dichter, das Wort in der Wikingerzeit.

Wie Odin dort besonders in höfischen und kriegerischen Kreisen verehrt wurde und sich gleichsam ein göttlicher Hofstaat entwickelte, wurden die anderen Gottheiten, nach Vorbild der germanischen Familie zu ihm in Abhängigkeitsverhältnis gebracht: Sie wurden seine Söhne (Asmegir) oder Blutsbrüder. So ging die Bezeichnung Ase auch auf diese über. Zu diesem Familienkreis gehören auch die weiblichen Gottheiten, die als Asinnen (Asynjur) bezeichnet wurden.

In dem so entstandenen Pantheon war Odin der mächtigste der Asen, der allmächtige Ase; auch Thor wurde zum Sinnbild der Asen schlechthin; Baldur, Heimdall, Tyr, Loki treten in diesen Kreis, und selbst die alten Vanen Njörd und Freyr wurden wiederholt Asen genannt. Diese Bezeichnung ging auch auf die alten Götter über, wo diese, wie der norwegische Bauerngott Thor, nach wie vor im Mittelpunkte des Kultes standen.

Personen

Zu den männlichen Asen gehören u.a.:

Zu den weiblichen Asen gehören u.a.:

Anzahl

Eine bestimmte Zahl der Asen kennen erst jüngere Quellen: So kennt die jüngere Völuspa vom Ausgang des 12. Jahrhunderts die Zwölfzahl (Hyndlalied 29), und Snorri Sturlson zählt in seiner Snorra-Edda neben den zahlreichen Asinnen ihrer 14 auf, obgleich er im Eingang von zwölfen spricht (Snorra Edda. I).

Quellen

Einzelnachweise

  1. Zeitschrift für deutsches Altertum. Berlin, 1841. 36, 313.
  2. Jordanes: Getica - De origine actibusque Getarum. Kap. 13, § 78.
  3. Deutsche Mythologie. Von Jacob Grimm. 4. Ausgabe von E. H. Meyer. Berlin 1875—78. Band I, S. 21.
  4. Rudolf Simek/Hermann Pálsson: Lexikon der Altnordischen Literatur. Stuttgart 2007. ISBN 978-3-520-49002-5
  5. Njals Saga: Die Saga von Njal und dem Mordbrand, Hans P. Naumann. LIT Verlag Münster, 2005. Kap. 123.

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