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Asgard (altnord. Ásgarðr = "Heim der Asen") ist nach der Edda der Hauptsitz des Göttergeschlechts der Asen. Über die Regenbogenbrücke Bifröst ist Asgard mit Midgard verbunden [1]. Asgard wird allerdings nicht nur als Burg der nordischen Götter, sondern ebenso als Hauptstadt des Landes Asaheim genannt. In diesem Sinne ist es eine Stadt oder ein prachtvolles, ausgedehntes Schloss, das die Asen sich mitten in der Welt erbauten. [2]

Beschreibung

Im Grimnismal der älteren Lieder-Edda wird Asgard als riesige Burg beschrieben. Sie besteht aus den zwölf Palästen und ist von unbezwingbaren Mauern umgeben. Die zwölf Himmelsburgen bestehen aus Gold und Edelsteinen, die Gitter der Paläste aus goldenen Speeren; Wände und Fußböden sind goldgetäfelt, an den Decken hängen die strahlenden Schilde der Helden. Als größte Säle werden Walhall und Sessrumnir genannt, in denen sich die Helden nach ihrem Tod versammeln.

Snorra Edda

In der Snorra-Edda entwarf Snorri Sturluson von Asgard ein Bild, in dem er euhemeristische Anschauungen mit Vorstellungen eines mittelalterlichen Fürstensitzes verband. Im Gylfaginning (Snorra-Edda. I 54) erhob sich Asgard als Burg der Asen in der Mitte der Welt. Als Aussichtswarte befand sich hier der Thron Hlidskialf im Palast Valaskjal, von dort aus überschaute Odin als Herr von Asgard alle neun Welten [3]. [4]

In der Mitte der Burg war befand sich die Gerichtsstätte der zwölf Asen. Daneben gab es den Tempel und Versammlungsaal für die Götter (Gladsheim), auf dem jeder der zwölf Götter einen Ehrensitz hatte; Walhalla, den Aufenthalt der im Kampf gefallenen Männer, und einen Platz für die Göttinnen (Vingolf). Hier standen auch, was Snorri aus der Völuspa schöpfte, die Werkstätten der Götter, wo sie Gold und Erz, Holz und Stein bearbeiteten und Gefäße und Waffen schmiedeten (Snorra-Edda. I 62). Ein Gitter, die Āsgrind, umgab diese Burg (Snorra-Edda. I 212). Ein weiterer Ort war der Taxus-bepflanzte Platz Idavöllur. [5]

Bei Snorri ist dieses Asgard der neue Sitz der Asen; im Gegensatz zum alten Asgard, das die Asen einst bewohnten, da sie noch in Asien ihre Heimat hatten (siehe Asaheim).

Geographische Lage nach Snorri Sturluson

Nach Snorri Sturluson lag Asaheim im Land östlich des Tanais (Don), wo auch historisch belegt die As (Alanen/Osseten) lebten - und Wanaheim lag zwischen zwei Armen des Tanais.

„Im Norden von den Gebirgen, welche das ganze bewohnte Land umgeben, fällt ein Strom durch Swithjod, der mit Recht Tanais heißt; er hieß vormals Tanaquisl oder Wanaquisl; er strömt aus in das schwarze Meer. Das Land zwischen den Armen des Wanaquisl hieß damals Wanaland oder Wanaheim; der Strom sondert die drei Erdtheile; der nach Osten heißt Asia, der nach Westen aber Europa. Das Land im Osten vom Tanaquisl in Asia hieß Asaland oder Asaheim; die Hauptburg aber, die im Lande war, nannten sie Asgard.“

Heimskringla: Ynglingasaga 2: Of the people of Asia. [6] [7]

Erbauung Asgards

Asgards Mauern ließen die Götter von einem Steinmetz errichten, der als Belohnung die Göttin Freya zur Gattin sowie Sonne und Mond erhalten sollte. Auf Anraten Lokis setzten die Götter ihm eine Frist. Er sollte den gesamten Bau in nur sechs Monaten, ohne jegliche Hilfe, fertigstellen. Der Reifriese akzeptierte die Bedingungen, bestand aber darauf, sein Pferd Svadilfari einsetzen zu dürfen. Zuerst unsicher, doch durch Loki bestärkt, dass auch ein Pferd dem Baumeister nicht helfen könne, das Werk zeitig zu vollenden, akzeptierten die Götter die Bedingungen. Zum Entsetzen der Götter schien es jedoch, dass der Baumeister seinen Teil des Handels einhalten könne – drei Tage vor dem Ende der Frist fehlte nur noch ein Torbogen. Das Pferd Svadilfari schaffte in der Nacht mächtige Steine heran. Daraufhin verwandelte sich Loki in eine Stute, verführte den Hengst Svadilfari und hielt ihn so von der Arbeit ab. Dadurch wurde die Frist nicht eingehalten. Loki gebar als Stute Odins Hengst Sleipnir. Wütend über die List der Götter gab sich der Baumeister als Hrimthurse zu erkennen, die mit den Göttern verfeindet waren, und wurde von Thor mit seinem Hammer Mjöllnir erschlagen.

Die zwölf Paläste Asgards

Die Reihenfolge folgt der Aufzählung des Lieds Grimnismál (Strophe 4–17).

  1. Bilskirnir, der Palast Thors in Thrúdheim
  2. Ydalir (Eibental), der Palast Ullers
  3. Valaskjalf, der Palast Walis mit Odins Thron Hlidskialf, der evtl. Walhall entspricht
  4. Sökkwabeck, der Palast Sagas
  5. Gladsheim (Froh- oder Glanzheim), der Palast Odins mit dem Saal der seligen Helden Walhall
  6. Thrymheim (Donnerheim), der Palast Skadis
  7. Breidablik (Breit- oder Weitglanz), der Palast Balders
  8. Himinbjörg (Himmelsburg), der Palast Heimdalls
  9. Folkwang (Volksfeld), der Palast Freyjas mit dem Saal Sessrumnir
  10. Glitnir (der Glänzende), der Palast Forsetis
  11. Nóatún (Schiffsstadt, Schiffsplatz), der Palast Njörðrs
  12. Landwidi (Landweite), der Palast Vidars

Weitere Orte

Andere wichtige Gebäude und Orte in Asgard sind:

Literatur

Quellen

Wikipedia
Dieses Dokument basiert in seiner ersten oder einer späteren Version auf dem (Mythologie) Artikel „Asgard (Mythologie)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 5. Jun. 2012‎ und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


EInzelnachweise

  1. Die jüngere Edda. Gylfaginning, 13.
  2. Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 72-73.
  3. Die jüngere Edda. Gylfaginning, 9.
  4. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 1. Von Johannes Hoops, 1918—1919. S. 131.
  5. Damen Conversations Lexikon, Band 1. Leipzig 1834, S. 318.
  6. Snorris Königsbuch (Heimskringla). Übertragen von Felix Niedner. Jena E. Diederichs, 1922.
  7. Online Medieval and Classical Library (OMACL): Heimskringla: The Ynglinga Saga, or The Story of the Yngling Family from Odin to Halfdan the Black

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