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Das Brotbacken wurde im Hausbetrieb ursprünglich von Frauen verrichtet. Dem Hausherren als hlāford (neuenglisch. lord) von *hlāf-ward = "Brotwart, Brotherr", steht im Angelsächsischen die Hausherrin als hlaefdige (neuenglisch. lady) = "Brotkneterin, -bäckerin" (zu gotisch. deigan = "kneten") gegenüber.

Beschreibung

Auf Herrenhöfen und in Klöstern, wo Massenproduktion erforderlich war, wurde das Brotbacken, genauso wie die meisten anderen häuslichen Verrichtungen, schon im Frühmittelalter von Männern als selbständiges Gewerbe betrieben [1].

In England spiegelt sich die Ausbildung der Bäckerei als Männergewerbe in lehrreicher Weise in dem Wort baecestre, das ursprünglich die BäckerIN bezeichnete. Wenn sich die feminine Bedeutung auch bis ins 16. Jahrhundert erhielt [2], so überwiegt doch schon im altenglischen Sprachgebrauch das männliche Wort baxter, das heutige nordenglische und schottische Äquivalent für baker [3].

Einzelhaushalte

Brotschaufel RdGA B1 Abb 26

Doch blieb das Brotbacken, neben dem gewerbsmäßigen Betrieb durch Männer, in kleineren Haushaltungen, vor allem in bäuerlichen Gegenden, beständig als häusliche Verrichtung in den Händen der Frauen. Wie neben dem angelsächsischen baecere ("Bäcker") die baecestre ("Bäckerin") steht, neben dem mittelenglischen bāker die bakster, so steht dem althochdeutschen brōtbecko (m.) die beccha, brōtpechi, -bechila (f.) zur Seite.

Feinbäcker

Bakermiddleages

Mittelalterliches Monatsbild (Dezember) aus einem Kalendarium.

Der althochdeutsche Ausdruck phistur (mittelhochdeutsch: phister, neuhochdeutsch: pfister) ist ein altes Lehnwort aus dem lateinischen pistōrem für den Feinbäcker in Klöstern. Dem gegenüber steht der brōtbecko als Grobbäcker. Dazu althochdeutsch phistrina aus lateinisch pistrina ('Bäckerei'). [4]

Städtische Bäcker

In den Städten wurde die Bäckerei schon im 9. Jahrhundert als Verkaufsgewerbe betrieben; zumindest findet man in den Annales Fulden (Jahrbücher von Fulda) der alten Römerstadt Mainz im Jahre 870 bereits den Verweis auf eine Verkaufsbäckerin: "mulier quaedam... panes coxit venales,... quaestus causa." [5]

Verwandte Themen

Siehe auch:  •  Backwerk  •  Brot  •  Backhaus  •  Backofen  •  Kategorie:Küche

Quellen

  • Altdeutsches Handwerk.Von Moriz Heyne. Straßburg. 1908. S. 31 - 33.

Einzelnachweise

  1. siehe: Capitulare de villis. Von Karl dem Großen. Ca. 800. S. 45
  2. A New English Dictionary on historical principles. Ed. by Murray, Bradley, and Craigie. Oxford 1888 ff. Unter "baxter".
  3. Altenglische Handwerkernamen. Klump. S. 58 f.
  4. Althochdeutscher Sprachschatz. 6 Teile. Graff. 1834 — 42. Band 3, S. 24.
  5. Abteilung Scriptores der Monumenta Germaniae historica. Band 1, 382

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