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Den Bären verehrten schon die vorkeltischen Völker in Europa. Neben dem Adler ist er ein im Mittelalter häufig anzutreffendes Wappentier und war in den Wäldern Europas überall verbreitet.

Wirtschaftliche Bedeutung

Als nahrhafte Fleischspeise für Menschen wurde der Bär bereits in den steinzeitlichen Pfahlbauten der Schweiz nachgewiesen. In Arnold von St. Emmerams (1035-1037) Lib. II klagt der Einsiedler Günther: "Wo sind nun die duftenden weichen Semmeln? Wo die Geisschultern, das Bären und Wildsaufleisch, von den Köchen schmackhaft bereitet? Wo die weich gebratenen Pfauen und Fasanen mit den Würzbrühen? Wo der unverfälschte Wein?" Auch in Skandinavien wurde das Bärenfleisch hochgeschätzt. [1]

Etymologie

Für den Bären gibt es einen uralten indogermanischen Namen: aind. rksas, awest. arsa, lateinisch ursus. Die germanischen Sprachen führten stattdessen einen anderen Namen ein: ahd. bero, mhd. ber, mnd. bare; ags. bera, anord. björn (aus *bernuz) [2]. Bär bedeutet also eigentlich "der Braune"; führt er doch auch in der Tiersage den Namen Braun. Die Bärin heißt ahd. birin, ags. byren, anord. bera, birna. [3] Der Begriff für "Bär" in verschiedenen Sprachen des Mittelalters:

  • artos - (gallisch)
  • math - (altirisch)
  • matus - (gallisch für "gut, günstig", aber auch "Bär")

Mythologische Bedeutungen

Von der Häufigkeit des Bären in altgermanischer Zeit zeugt die Rolle, die er in der Mythologie und später in der Tiersage spielt. Ebenso zeigt die große Menge der von ihm hergeleiteten Personen- und Ortsnamen seine Bedeutung. Besonders das Verschwinden des Bären im Herbst und sein gähnendes Wiedererscheinen nach dem Winterschlaf mochten die Verbindung zu den Mysterien von Tod und Wiedergeburt hergestellt haben. Als Jagdwild beliebt, wurde der Bär zum Symbol der Stärke und des Kriegers. Die Götternamen Andarta, Artaius, Artio und Matunus sind von *artos (gallisch) und *matus (gallisch) abgeleitet.

Keltische Mythologie

Bei den Kelten stand der Bär für Mütterlichkeit, Fürsorge und Schutz. Zudem bewohnte er tiefe, dunkle Höhlen, die von jeher als Eingänge zur Anderswelt galten. Bärentalismane und Bärenzähne wurden den Toten als Amulette auf ihre lange Reise in die Anderswelt mitgegeben. Artio, eine tierfreundliche Göttin, wird dargestellt, wie sie eine Bärin mit Früchten füttert. Heute steht Artio als Sternbild am Himmel - die Große Bärin, die auf den Nordstern weist.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Hoops, aaO. Bd. II, 64 ff.
  2. Beiträge zur Kunde der indogermanischen Sprachen. Froehde. Hrsg. v. Adalbert Bezzenberger. Göttingen. Ausgabe 10, S. 295
  3. Vgl. Palander. Althochdeutsche Tiernamen. S. 56 f.

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