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Boihaemum bzw. Boiohaemum ist bei Tacitus (Germ. 28), Velleius (Pat. 2, 109) und bei Strabo (7, 290) das Land Böhmen und buchstäblich dasselbe Wort wie mhd. Béheim.

Beschreibung

Tacitus (Germ. 28) schreibt: "...Also hatten, was zwischen dem Waldgebirge Hercynia und den Flüssen Rhein und Main liegt, die Helvetier inne, das Jenseitige die Bojer, beides ein gallisches Volk. Noch dauert der Name Bohem und bezeichnet des Landes uralte Geschichte, obgleich sich die Bewohner geändert haben..." [1]

Etymologie

Etymologisch würde die Bezeichnung Bae(o)haemum bzw. Baeochaemum den germanischen Lauten genauer entsprechen (vgl. Baioarii, bzw. Baiern). Das oi gelangte durch Einfluß der Römer in die ihnen geläufige keltische Form des Volksnamens. Boihaemum bedeutet also 'Heimatland der Boier'.

Siedlungsgeschichte

In Böhmen umfaßte die Besiedelungsfläche im Altertum das Elbe- und Moldaugebiet um Prag in weitem Umfang und die Rinne zwischen dem Mittelgebirge und dem Rand der nördlichen Grenzgebirge. Hier wie in Mähren deckt sie sich im Wesentlichen mit der Lössverbreitung.

Diese ist in Mähren sehr groß; sie umfaßt das ganze Land außer den begrenzenden Höhen und weist hinüber zu den weiten Steppen Pannoniens. Im Nordosten zieht sie sich durch die Lücke zwischen Sudeten und Karpathen nach Schlesien und Polen. Dieser wichtige Paß hatte seit ältester Zeit große Bedeutung. [2]

Hochmittelalter

Im Hochmittelalter, zwischen 1039 und 1056, wurden Böhmen und Ungarn unter Kaiser Heinrich III. (HRR) zu Reichslehen. [3] Über das Handelswesen des Hochmittelalters in Böhmen erfährt man durch den Bericht des jüdischen Kaufmanns und Sklavenhändlers Ibrahim ibn Jakub aus dem letzten Jahrzehnt der Regierung Ottos I. (wahrscheinlich 965).

Er bereiste, wie es scheint, von seinem Standort Prag aus die westlichen Slawenländer und berührte auch deutsches Gebiet. Er nennt Prag "die an Handel reichste der Städte", schildert den Verkehr der Rus und Slawen von Krakau, der Türken und Juden nach Prag, die Ausfuhr von Sklaven, Zinn und Blei (andere Interpretationen lesen: Tierfelle), die Herstellung von Sätteln, Zäumen und Schilden in Prag, und erwähnt das landesübliche Tuchgeld.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Tacitus, De origine et situ Germanorum (Germania). Übersetzung "Die Germania des Tacitus". Anton Baumstark: Freiburg 1876. Digitalisat auf Wikisource.
  2. Hoops, RdgA. aaO. Bd. I., S. 407 ff. (Art. Siedlungswesen, § 23.)
  3. Geschichtsbaum Deutschland. National Geographic Deutschland. Britta Orgovanyi-Hanstein. Candor-Verlag, 2006. ISBN 3200005572, ISBN 9783200005570.

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