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Das Badegerät des Mittelalters läßt sich in Geräte für den Kleingebrauch (der einzelnen Körperteile) und Geräte zum Vollbad unterteilen.

Geräte für den Kleingebrauch

Für den Kleingebrauch, der Reinigung der einzelnen Körperteile, war als Badegerät u.a. der Handkübel zum Überschütten bekannt. Man wusch sich am Brunnen der Hofstätte, bedurfte also keines Waschbeckens. Das althochdeutsche labil, labal, angelsächsisch. lebil, laebil, laefel stammt von lat. labrum, labellum, ist also entlehntes Gebrauchsgerät, bestehend aus Erz (luteres = ērin lapel), Stein, Holz oder Ton. Später tritt an seine Stelle das althochdeutsche baekin, mittelhochdeutsch becken, becke aus spätlateinisch baccinum, ein Wassergefäß zum Hand- und Fußwaschen. Daraus ging die spätere Bereichnung des Handbeckens hervor (hantbecke, hantkar), während Waschbecken erst im Neuhochdeutschen vorkommt.

Geräte zum Vollbad

Geräte zum Vollbad gehörten ebenso bereits lange zum Hausbedarf und waren aus Holz gefertigt, erst später auch aus Metall.

Anfänglich höhlte man dazu einen Baumstamm aus (stunz, badestunze, auch scaf, das Schaff, vom Ausschaben, Auskratzen, Aushöhlen), später aus Dauben mit Reifen zusammengefügt, aber noch immer rund, althochdeutsch vaz, badevaz, standa, stanta und mittelhochdeutsch stande, batstande, ferner althochdeutsch zuibar, zubar, mittelhochdeutsch zuber, ein Gefäß mit zwei Handhaben.

Althochdeutsch badzubertin; kuofa, mittelhochdeutsch kuofe, althochdeutsch kubil, chubili, mittelhochdeutsch kübel; althochdeutsch butina, butin, mittelhochdeutsch bütten, büte; althochdeutsch gellida, mittelhochdeutsch gelte, batgelte und weit später die längliche wanne, Badewanne [1]. Diese Geräte waren im Badegelaß des Hauses aufgestellt (siehe Badezimmer), wurden aber auch in die Räume getragen, wo man sich ihrer bedienen, also baden wollte, dem Gaste in sein Schlafgemach, dem Krieger aus dem Dorfe in sein Zelt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. s. über die Herkunft aller dieser Fünf Bücher deutscher Hausaltertümer von den ältesten geschichtlichen Zeiten bis zum 16. Jahrhundert. (1899). Moriz Heyne. 3 Bände. Leipzig 1899 — 1903. Band III, S. 41 u. 42 Anm.

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