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„Das Johanneskraut, Schafgarb oder Tausendblatt, Sankt Karlskraut, braun Betonik und Viticella oder Balsam-Aepfel, die Wunden zu heilen.“

Andreas Glorez: Eröffnetes Wunderbuch, 1700 [1]

Der Balsam wurde den germanischen Völkern mit der antiken Heilkunde als Wundsalbe bekannt. Die Goten kannten ihn bereits recht früh unter dieser Bezeichnung. Zu den übrigen germanischen Stämmen kam der Balsam erst im Gefolge des Christentums.

Beschreibung

Als Balsam wurden dickflüssige Mischungen von Harzen mit ätherischen Ölen und anderen pflanzlichen Zutaten bezeichnet. Die Zutaten wurden aus dem Stamm und dem Ästen mehrerer Pflanzenarten, sowie durch Auskochen und Auspressen aromatischer Pflanzenteile gewonnen. Zur Herstellung des Balsam löste man sie zum Teil in Äther, vor allem aber in Alkohol. Diese Zutaten rochen stark aromatisch, schmeckten scharf, beißend und verloren an der Luft größtenteils ihr ätherisches Öl, trocktnen ein und verharzten.

Arten

Ursprünglich verstand man unter Balsam nur den natürlichen Mekkabalsam. Bekannt war auch der schwarze indische Balsam und der Storaxbalsam. Nach und nach aber übertrug man den Namen auf zahlreiche andere Stoffe mit aromatischem Geruch, ohne den Begriff wirklich eng zu begrenzen. So wurden viele künstliche salben-, ölartige oder dünnflüssige Mischungen als Balsame bezeichnet.

Generell unterscheidet man in:

  • 1.) Die natürliche Balsame (Balsama naturalia). Diese besitzen einen starken Eigengeruch, sind dickflüssig und in Alkohol löslich. Sie werden aus Harzen und ätherischen Ölen von verschiedenen Bäumen und Sträuchern gewonnen und gelangen in ihrer natürlich vorkommenden Reinform in den Handel. So z.B. der Angelica-, Mekka- oder auch der flüssige Storaxbalsam.
  • 2.) Die künstlichen Balsame (Balsama artificialia) werden durch Lösen oder Destillation aus Pflanzen und Mineralien gewonnen. Sie wurden vor allem in der Volksheilkunde geschätzt. Diese unterteilt man wiederum in:
  • 2.1.) Äußerliche Balsame (Balsama externa). Diese salbenartigen Gemische bestehen aus ätherischen Ölen, Harzen oder Fetten. z.B. der Muskatbalsam (Oleum nucistae) oder Zahnbalsam.
  • 2.2.) Geistige Balsame. Das sind Auflösungen ätherischer Öle oder anderer starkriechender Substanzen in Weingeist, zum inneren Gebrauch.
  • 2.3.) besonders sonst stark riechende und dickliche Mischungen. Z.B. der Schwefelbalsam, eine Lösung aus Schwefel in Leinöl.

Etymologie

Schon die gotische Sprache kennt das Lehnwort balsan n., allerdings nicht als gelehrtes, sondern als volkstümliche Bezeichnung. Bei den übrigen germanischen Stämmen geht sein Name überall auf das lat. balsamum (seinerseits eine Entlehnung aus dem Griech.) zurück: althochdeutsch balsamo m.; mittelhochdeutsch balsam(e), balsem(e) m.; angelsächsisch baisam, balzam (m.? n.?) und balzame, ein spätes gelehrtes Lehnwort. In den angelsächsischen Rezepten wird auch balsamum mit der lat. Form verwendet. Altnordisch balsam m.

Quellen

  • Reallexikon der indogermanischen Altertumskunde. Schrader. Straßburg 1901.

Einzelnachweise

  1. Glorez, Andreas: Des Mährischen Albertus Magnus, Andreas Glorez, Klostergeistlicher und Naturkundiger. Regensburg und Stadtamhof: 1700 [Nachdruck Freiburg am Breisgau 1979], S. 175-195.

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