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Information Dieser Artikel behandelt die Barden als keltische Untergruppe der Druiden. Für den germanischen Volksstamm siehe: → Barden (Volksstamm)

Die Barden waren eine Untergruppe der Druiden, die Dichter und Musiker der Kelten. Ihre Aufgabe war es, die Zeitgeschichte aufzuzeichnen und zu verbreiten, die Hymnen und Gebete bei den Ritualen vorzutragen und Heldengesänge zu verfassen. Sie mussten aus dem Stegreif Gedichte über jedes beliebige Thema vortragen können und sich dabei einer Fülle von Anspielungen und Symbolen bedienen.

Gedichte und Lieder

Besonders gern scheinen die Barden Rätselgedichte verfasst zu haben. An Musikinstrumenten beherrschten sie Harfen, Trommeln, Pfeifen und Bronzetrompeten (Luren und Carnyces). Doch Barden wurden auch gefürchtet, denn als Meister des Wortes hatten sie recht große Macht in ihrem Volk. So pflegten sie sogenannte Satiren (Spottgedichte) zu verfassen, die denjenigen, gegen die sie gerichtet waren, durchaus Schaden zufügen konnten.

Wie ein Barde den König entthronte

König Bress von Irland, ein Mann von wenig königlicher Lebensart, beging den entscheidenden Fehler, dass er den Barden Coirpre äußerst schäbig bewirtete. Er wurde in einer engen, kalten Kammer untergebracht, musste lange auf das Essen warten und erhielt dann nur ein paar trockene Kuchen; zu trinken bekam er gar nichts. Wütend dichtete Corpry daraufhin:

"Ohne Mahlzeit, die schnell gereicht wäre, ohne Kuhmilch, mit der das Kalb wachsen kann, ohne bequeme Wohnstatt für einen Mann, der unter düsterem Licht weilen muss, ohne Mittel, um sich die Gesellschaft eines Barden zu leisten, so soll Bres fortan leben."

Das Spottgedicht (Glám dícenn) verbreitete sich in Windeseile und führte letztlich zur Entthronung des geizigen Königs. Dass die Macht des Wortes durchaus Schaden anrichten konnte, ist erwiesen: Üble Nachrede, Demütigungen und Beleidigungen waren nur einige Spielarten. Die weit gereisten und gelehrten Barden hatten deshalb einen nicht zu unter schätzenden Einfluss auf die Stimmung des Volkes. Aber genauso wie Schaden konnten sie mit ihren Worten auch Gutes bewirken: Ruhmestaten wurden verbreitet, Gesänge über Tapferkeit, Loyalität und Mut konnten einen Menschen zum Helden küren -und in späteren Zeiten sogar zu einem Gott erheben.

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Quellen

  • Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur.

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