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Den Bart (ahd. grana f.) trug man im mitteleuropäischen Raum seit der germanischen Frühzeit vor allem als Vollbart, doch unterschied man bereits früh zwischen dem Bart der Oberlippe und dem Kinnbart (got. kinnubards, cinna-bar).

Etymologie

Der Bart hieß im altnordischen grön f., angelsächsisch granu f., mittelniederdeutsch gran, mittelhochdeutsch gran, grane vom Wangen- und Kinnbart.

Arten

Rasiermesser IfRk 001370D

Messer, Rasiermesser (um 1400-1500) (Kulturpool Österreich [1])

Ein Backenbart allein scheint in der germanischen Frühzeit und im Mittelalter kaum getragen worden zu sein, wogegen Schnurrbärte in wechselnder Länge schon frühzeitig auch allein getragen wurde. Die Barttracht im Allgemeinen und in den einzelnen Formen wechselte, wie Bildwerke und Geschichte zeigen; doch war eine kurze Barttracht vor allem im Frühmittelalter die herrschende.

Der Bart wurde unter Kamm und Schere gehalten und durch die Bartzange vor allem der Franken, in der Form gepflegt. Das völlig bartlose Gesicht der Miniaturen der Minnesängerzeit bildete auch in den früheren Jahrhunderten die Ausnahme, trotz der so häufigen Rasiermesserfunde früher Zeit. [2] [3]

Nordeuropa

Rasiermesser RdgA B1-Abb 34

Rasiermesser aus der jüngeren Bronzezeit, ältere und jüngere Form.

Daß die Nordländer schon sehr früh Sinn für die Pflege und Ordnung ihres Bartes hatten, kann man u.a. aus den zahlreichen prächtigen Rasiermessern entnehmen, die in den Gräbern der Bronzezeit gefunden wurden. Es scheint danach in dieser Periode allgemein Mode gewesen zu sein, seinen Bart zu rasieren. Hingegen wurde es um die Mitte der Eisenzeit üblich, einen Vollbart zu tragen; denn in diesem Zeitraum wurde das Rasiermesser in den Funden von einer Schere abgelöst, die zum Schneiden des Bartes und der Haare diente.

Zur Wikinger- und Sagazeit wurde der Bart (skegg, bardh) in den verschiedenen Perioden sehr verschieden getragen. So wird von Männern berichtet, die einen so langen Bart hatten, daß er bis auf den Schoß nieder reichte und sich über die ganze Brust ausbreitete. Von einem langen Bart ist sehr oft die Rede. Auf Abbildungen auf einem Kummet aus der Wikingerzeit dagegen sieht man einen kurzgeschorenen Kinnbart und zierliche Knebelbärte (grön, kampr), während zu Beginn des 11. Jhs. sehr lange Knebelbärte (gransidhr, langir kampar) üblich waren.

Um die Mitte des 12. Jhs. war es in Norwegen bei Hofe Mode, einen kurzen Bart (stutt skegg) und gestutzte Knebelbärte (snöggr kampr) zu tragen, wobei der Bart bis auf einen Randbart oder Kragenbart (jadharskegg) rasiert (raka) wurde. Ein langer Spitzbart, Ziegenbart (geitarskegg, geitskegg) genannt, war weniger angesehen, und ganz bartlos (skegglauss) zu sein, galt geradezu als ein großer Mangel. [4]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Kulturpool Österreich: Messer; Rasiermesser (im Landesmuseum Niederösterreich - St. Pölten - Niederösterreich)
  2. Fünf Bücher deutscher Hausaltertümer von den ältesten geschichtlichen Zeiten bis zum 16. Jahrhundert. (1899). Moriz Heyne. Leipzig 1903. Band 3, S. 70-78.
  3. Handbuch der deutschen Altertumskunde. Lindenschmit. Braunschweig 1880-89. Band I, S. 318
  4. Nordische Altertumskunde. Sophus Müller. Übersetzung. V. Jiriczek. 2 Bände. Straßburg 1897-98.

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