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Als Bauhütte bezeichnete man im Mittelalter die Vereinigung einer Gruppe technisch geschulter Bauleute zum Zweck gemeinsamer Bauausführungen. Insbesondere kommen hierbei die Steinmetzen in Frage, die Träger der bis ins Mittelalter fühlbaren antiken Tradition.

Beschreibung

Bei Bauausführungen wie dem Aachener Münster war solch ein Zusammenschluß, der dort unter Oberaufsicht des fränkischen Gelehrtern Einhard (* um 770; † 840) stand, unentbehrlich, schon wegen der langen Dauer des Baus. Eine solche Gruppe bildete sich ebenso bereits beim Bau des Klosters Resbaix (Frankreich) im Jahre 636, wo unter der Leitung von Abt Agilus (* um 580; † 650) zwölf Brüder sich zur Erbauung des Ganzen verbanden.

Bei den Langobarden bildete vermutlich die Baubrüderschaft der Magistri Comacini eine Art von Bauhütten. Unter Karl dem Großen sollen solche zu Osnabrück, Fulda, Paderborn, St. Gallen usw. bestanden haben. Der Plan des Kloster St. Gallen z.B. bezeugt solch eine unverkennbare handwerkliche und zeichnerische Tradition, dass man sich des Gedankens an schulmäßig-technisch wirkende Körperschaften nicht erwehren kann.

Anfänglich zunächst in den einzelnen Städten und Gegenden vereint, wirkte in ihnen früh die Idee von einem durch das ganze Land vertretenen Bruderbund. So bildete sich im Gewerbe der Steinmetzen nach und nach eine Gesamtgenossenschaft und die lokalen Bruderschaften traten in den Hintergrund. Durch traditionell fortgepflanztes und von der Sage auf die Heiligen zurückgeführtes Gewohnheitsrecht entstand allmählich eine bestimmte Verfassung der Bauhütten. [1]

Eine Blüte erlebten die Bauhütten zur Zeit der Gotik (1130-1500) im Hoch- und Spätmittelalter, als vielerorts die großen Sakralbauten entstanden. [2]

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Leipzig 1885., S. 1120-1128.
  2. Geschichtsbaum Deutschland. National Geographic Deutschland. Britta Orgovanyi-Hanstein. Candor-Verlag, 2006. ISBN 3200005572, ISBN 9783200005570.

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