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Der Heilige Bernhard von Clairvaux (Clarevallensis), auch »Doctor mellifluus« genannt, wurde um 1090/1091 auf Burg Fontaine-lès-Dijon bei Dijon (Burgund) geboren und war seit 1115 Abt des Klosters Clairvaux. Bekannt wurde dieser romanische Mystiker als Gegner Petrus Abaelardus' in theologischen Disputen. Er starb am 20. August 1153 in Clairvaux bei Troyes.

Beschreibung

Bernhard von Clairvaux war ein mittelalterlicher Abt, Kreuzzugsprediger und gilt als Begründer der christlich-orthodoxen Mystik. Als einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens war er für dessen Ausbreitung über ganz Europa verantwortlich. Bernhard bekämpfte den Wissensdünkel, die Dialektik, die Schätzung des Wissens um seiner selbst Willen. Als Höchstes predigte er die Liebe zu Gott, die demutvolle Hingabe an ihn und die Kontemplation bis zur Ekstase, in der man in Gott eingeht.

Schriften

Bernhards Schriften (Abhandlungen, Predigten, Hymnen) wurden von Mabillon herausgegeben [1]. Darunter sind die bedeutendsten:

  • De contemptu mundi.
  • De consideratione libri V. An Papst Eugen III. gerichtet.
  • De deligendo Deo.
  • De gradibus humilitatis.
  • Opera.
  • Sermones de cantico canticorum. [2]

Leben

Bernhard von Clairvaux trat mit 30 Gefährten in das Kloster Citeaux ein und wurde 1115 erster Abt des neugestifteten Klosters Clairvaux. Seine Sittenstrenge, die tiefe Frömmigkeit, die Glut seiner Beredsamkeit machten ihn zum Gegenstand der Bewunderung und ermöglichten ihm in den Kämpfen jener Zeit eine weitgreifende Wirksamkeit. Seinen Bemühungen verdankte es Papst Innocenz II., daß er seines Gegenpapstes Anaklet 11. Herr wurde.

Den höchsten Gipfel seines Einflusses erreichte Bernhard, als Papst Eugen III., sein Schüler, vor Arnold von Brescia flüchtend, sich ihm in die Arme warf. Seine Beredsamkeit und seine Wundertätigkeit entflammte in französischen und deutschen Landen die Begeisterung zum zweiten Kreuzzug, dessen unglücklicher Ausgang ihn tief betrübte. Nicht ohne gerechten Tadel bleibt sein Verhalten gegen Petrus Abaelardus, dessen Verurteilung auf der Synode zu Sens er durchsetzte.

Auch die religions-philosophischen Lehren des Bischofs Gilbert von Poitiers ließ er 1148 verdammen, und nicht minder eifrig wirkte er gegen die ketzerischen Sekten im Süden Frankreichs, wiewohl er sich allen äußern Gewaltmaßregeln abgeneigt zeigte. Bernhard starb am 20. Aug. 1153 in Clairvaux und wurde von Papst Alexander III. im Jahre 1173 heilig gesprochen.

Als Mystiker

Wollte Bischof Gilbert von Poitiers († 1154) die Scholastik als "bloße Vernunftlehre" begründen, so suchte man sie von anderer Seite zur "bloßen Religionslehre" zu machen und gelangte dadurch in den Hafen der Mystik. Viel dazu trug die aus dem religiösen Aufschwung des 11. Jhs. (Cluniazenser) hervorgegangene Kreuzzugsstimmung bei, und als deren herausragendster Träger im 12. Jh. der berühmte Abt Bernhard von Clairvaux, der siegreiche Gegner Peter Abälards. Diesem war er an Tiefe des religiösen Gemüts und Geschlossenheit des Charakters wie an weltgeschichtlicher Bedeutung ebenso überlegen, wie er an theoretischer Begabung unter ihm stand.

Streitbarer Vorkämpfer der Orthodoxie und Mystik zugleich, verachtet Bernhard als heidnisch alles Wissen um des Wissens willen, ja überhaupt die Welt (De contemptu mundi) und preist als die eigentliche Tugend des Christen die Demut. Die letzte und höchste aber von deren zwölf Stufen (De gradibus humilitatis), zugleich die höchste der Seligkeiten, bildet "die geheimnisvolle Auffahrt der Seele in den Himmel, das süße Heimkehren aus dem Lande der Leiber in die Religion der Geister, das Sichaufgeben an und in Gott".

Die theoretische Grundlage aller Frömmigkeit war für Bernhard die Betrachtung (De consideratione l. V) und ihre Krone die Gottesliebe (De deligendo Deo). Mit schwärmerischer Innigkeit (daher sein Beiname "Dr. mellifluus"), ja oft in gefühlsseliger Überschwenglichkeit versenkt er sich in die Wunder der göttlichen Liebe, in die Anschauung der Wunden des gekreuzigten Heilands, gern in den Bildern des Hohen Liedes schwelgend, über das er seinen Mönchen 86 noch erhaltene Predigten gehalten hat. Auf der höchsten Stufe der Liebe, der wahren Gottesliebe, liebt der Mensch auch sich selbst nur noch um Gottes willen. Freilich ist diese höchste Stufe nur für Augenblicke erreichbar.

Quellen

  • Geschichte der Philosophie, Band 1 (Zeno.Org). Karl Vorländer. Leipzig 1903. 5. Auflage, Leipzig 1919. S. 445 ff.: Die Philosophie des Mittelalters. Zweiter Abschnitt - Die Scholastik.
  • Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. Berlin 1912, S. 62-63.
  • Neumann, Bernhard von Clairvaux und die Anfänge des zweiten Kreuzzuges (Heidelb. 1882).
  • Hüffer, Der heilige Bernhard von Clairvaux (Band 1: Vorstudien, Münster 1886).
  • Janauschek, Bibliographia Bernardina (Band 4 der »Xenia Bernardina«, Wien 1891).
  • Vacandard, Vie de saint Bernard (1895, 2 Bände.; deutsch, Mainz 1897–98, 2 Bände.).

Einzelnachweise

  1. Paris, 1667; 3. Ausgabe 1719, 2 Bände.; wiederholt in Mignes »Patrologie«.
  2. In Auswahl hrsg. von Baltzer, Freib. 1893). Vgl. Neander, Der heilige B. und sein Zeitalter (neue Ausg. von Deutsch, Gotha 1889–90, 2 Bde.

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