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Die Boier bzw. Bojer (lat. Boii) waren zwei keltische Stämme, die in ihrer älteren Heimat eine Einheit bildeten. Man unterscheidet die Boier in Oberitalien und in Böhmen, wo sie sich um 400 v. Chr. zu Beginn der Latènezeit ansiedelten.

Beschreibung

Für die einstige Anwesenheit der Boier in Böhmen spricht der Name dieses Landes selbst (s. Boihaemum und Baiern); außerdem finden sich Zeugnisse dafür bei Walahfrid Strabo und Caesar (BG I, 5):

"Sie (die Helvetier) überredeten die benachbarten Rauracer, Tulinger und Latobriger, denselben Plan zu benutzen und nach der Einäscherung der Dörfer mit ihnen aufzubrechen, und sie machten die Boier, die auf der anderen Rheinseite lebten und nach Noricum gekommen waren und Noreia belagerten, zu bei sich aufgenommenen Bundesgenossen." [1]

Tacitus (Germ. 28) schreibt: "...Also hatten, was zwischen dem Waldgebirge Hercynia und den Flüssen Rhein und Main liegt, die Helvetier inne, das Jenseitige die Bojer, beides ein gallisches Volk. Noch dauert der Name Bohem und bezeichnet des Landes uralte Geschichte, obgleich sich die Bewohner geändert haben..." [2]

All diese Autoren setzen jedoch ihre Auswanderung schon voraus. Posidonius bei Strabo kannte sie dagegen zur Zeit der Kimbern, denen sie mit Erfolg entgegentraten, wo sie noch am herkynischen Wald ansässig waren. Erst um 60 v. Chr. dürften sie ihr Land geräumt haben, nach Tacitus wurden sie von den Markomannen vertrieben, mit denen aber auch andere Sueben im Bunde gewesen sein werden; und die Sieger sind nicht sofort in dieses einrückten.

Der verdrängte Keltenstamm ging über die Donau, schlug sich zunächst mit den Tauriskern herum, um sich dann teils den im Jahr 58 v. Chr. auswandernden Helvetiern anzuschließen, teils im Osten der Taurisker niederzulassen. Nach Strabo 304 wurden sie zusammen mit diesen, mit denen sie sich also inzwischen verglichen hatten, vom Dakerkönig Boerebistas vernichtend geschlagen; doch haben sich nach dem Zeugnis von Inschriften Reste von ihnen bis in die römische Zeit hinein erhalten.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Gaius Iulius Caesar, De Bello Gallico (Wikibooks): Liber I - Kapitel V. Paralleltext Lateinisch–Deutsch
  2. Tacitus, De origine et situ Germanorum (Germania). Übersetzung "Die Germania des Tacitus"'. Anton Baumstark: Freiburg 1876. Digitalisat auf Wikisource.

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