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Das Braunschweiger Gewandhaus am Altstadtmarkt in Braunschweig wird zum ersten Mal im Jahr 1303 urkundlich erwähnt und diente ursprünglich als Kaufhaus der Gilde der Tuchhändler. Im Jahr 1329 wurde es mit einem Weinkeller verbunden und im Jahre 1352 mit einem Schankprivileg versehen, was den Gewölbekeller zum ältesten Gastronomiekeller Niedersachsens macht.

Baugeschichte

Der Umbau des Gebäudes erfolgte im ausgehenden 16. Jahrhundert unter der Aufsicht des Generalbaumeisters Hans Lampe. In dieser Zeit wurden auch die beiden Giebelwände verändert. Der von dem Hildesheimer Baumeister Wolter im Jahr 1590 gestaltete Westgiebel zeichnet sich dabei noch durch gotisierende Elemente aus, während der in den Jahren 1590-1591 von Balthasar Kircher geschaffene Ostgiebel schon im Stil der Renaissance gehalten ist. Dieser Ostgiebel zählt zu den bedeutendsten Werken der Renaissancebaukunst in Niedersachsen.

Die niedrigen Geschosse im Inneren des Gebäudes mußte Balthasar Kircher mit den steilen Linien einer Giebelfassade in Einklang bringen. Dies erreichte er durch die Betonung der Mittelachse und durch die geschickte Verbindung vertikaler und horizontaler Elemente.

Aufbau der Ostfassade

Der Ostfassade ist als Schauwand gestaltet und in vier Stockwerke unterteilt, die durch Säulen in drei Achsen gegliedert sind und sich als niedrige Gesimse präsentieren.

Das unterste Gesims ist eine offene Halle, die als von drei Korbbögen getragene Arkade gestaltet ist. Vertikal werden die sich darüber anschließenden drei Gesimse durch schlanke Säulen gegliedert, die rechts und links paarig angeordnete, rechteckige Fenster zeigen und in der Mitte die Achse betonende Fenster mit Korbbögen aufweisen.

Darüber ist ein ebenfalls in vier Geschosse gegliederter Giebel aufgesetzt, der mit ornamentierten Pilastern und Hermen geschmückt ist. Auch hier sind in der Mitte Fenster mit Korbbögen eingesetzt, die von je zwei schmalen rechteckigen Fenstern flankiert werden. Über diesen ist das Stadtwappen in einer Kartusche angebracht.

Auf den Enden der Gesimse befinden sich die Figuren zweier Krieger, darüber - abwechselnd mit kleinen Obelisken- Personifikationen der Tugenden Hoffnung (Spes) und Tapferkeit (Fortitudo). Gekrönt wird der Giebel von einer Figur der Gerechtigkeit (Justitia).

Einen ähnlichen Aufbau wie der Giebel des Gewandhauses zeigt das im Jahr 1592 erbaute Haus zum Ritter in Heidelberg und noch im Jahr 1892 diente der Giebelaufbau als Vorlage für die nachempfundenen Renaissance-Elemente eines Bankhauses an der Braunschweiger Martini-Kirche.

Die Ostfassade wurde im zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe zerstört, von 1948 bis 1950 rekonstruiert und teilweise mit modernen Formen ergänzt.

Heutige Nutzung

In der gotischen Halle und den daran angrenzenden Gewölben des Gebäudes sind heute zwei Restaurants ansässig, das Obergeschoß wird von der IHK genutzt.

Weblinks

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