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Das Buch Daniel erzählt die Geschichte des Sehers Daniel im Tanach, der hebräischen Bibel (später Altes Testament). Seit dem Mittelalter wird es in 12 bzw. 14 Kapitel unterteilt. Die Kapitel 7 bis 11 gehören zur apokalyptischen Literatur des Judentums. Sie enthalten u. a. umfangreiche Zahlenmystik, Symbolbilder und Metaphern, die auf die Endzeit gerichtet sind und in der Offenbarung des Johannes aufgegriffen werden. Deshalb wird das Buch oft für Endzeiterwartungen herangezogen.[1]

Hintergrund

Im Biblischen Kanon des Alten Testaments zählt Daniel (hebr., d.h. der gerechte Richter, der Richter Gottes) zu den vier großen Propheten (neben Jesaias, Jeremias und Hesekiel). Daher wurde sein Andenken in der Kirche hoch in Ehren gehalten. In der mittelalterlichen Kunst wird er als Prophet zum einem mit dem allgemeinen Attribut einer Schriftrolle oder einem Spruchband mit dem Namen in der Hand, Sandalen an den Füssen, aber ohne Nimbus dargestellt. Zum anderen, personenspezifisch als Jüngling mit eng anliegender Kleidung und phrygischer Mütze, oder unbekleidet mit ausgestreckten Armen in der Löwengrube liegend (s. Daniel in der Löwengrube). [2]

Entweder mit einem Löwen oder zwischenden Löwen in der Grube; bisweilen auch mit einem Widder mit vier Hörnern, von denen manchmal die zwei äußersten Hörner Ammonshörner, das mittlere ein Hirschhorn und das linke ein gewöhnliches Bockshorn ist. Über diesem Propheten sieht man auch als Vision einen Mann mit langem Bart, wahrscheinlich der Alte der Tage. Der Widder hat Bezug auf eine Vision des Propheten, die im Kap. 6 enthalten ist.

Inhalt

Das nach dem Propheten Daniel benannte Buch steht im Kanon unter den Hagiographen (Ketuvim, der dritte Teil des Tanach) und nimmt die Stelle zwischen den Propheten Hesekiel und Hosea ein. Es zerfällt in einen vorherrschend historischen (Kap. 1–6) und in einen vorherrschend prophetischen Teil (Kap. 7–12). Der historische erste Teil erzählt einzelne Ereignisse der letzten babylonischen Könige, in die Daniel verflochten war, enthält allerdings keine zusammenhängende Geschichtserzählung. Der prophetische zweite Teil enthält mehrere Gesichte Daniels, allerdings keine zusammenhängenden prophetischen Reden.

Vielmehr werden in beiden Teilen nur einzelne wichtige Ereignisse oder dem Propheten gewordene Visionen beschrieben, deren Deutung dann in förmliche Weissagung übergeht, die sich mal auf die näheren, mal auf die entferntern Schicksale der Theokratie und ihre einstige Vollendung durch den Messias beziehen. Bei den im Buch geschilderten Ereignissen geht es nicht rein um die Person Daniels, sondern allgemein um das Verhältnis der Heidenwelt zur Theokratie. Daher war Daniel in seiner Stellung zum babylonischen Hof und seinem fortwährend hohem Ansehen dort, ein theokratischer Prophet inmitten eines heidnischen Volkes , als ob seine Mission gerade diesem Thema galt und die baldige Unterordnung des Heidentums unter die Theokratie vorbedeutet werden sollte.

Der erste Teil des Buches ist fast komplett (Kap. 2,4 bis Kap. 7,28) in chaldäischer, der zweite Teil (Kap. 8–12) mit Ausnahme eines einzigen Kapitels in hebräischer Sprache geschrieben. Daß Daniel das Buch unter göttlicher Eingabe verfaßt habe, soll in Bezug auf die 12 ersten Kapitel durch die jüdische und christliche Erblehre außer Zweifel gestellt werden. Die zwei letzten Kapitel (Kap. 13 und 14) dagegen, diee (wie auch Kap. 3,24–90) nicht mehr wie die ersteren in chaldäischer und hebräischer Sprache, sondern nur in einer griechischen Übersetzung erhalten sind, werden von den Juden und "Häretikern" nicht als göttliche Schrift angenommen.

Von der katholischen Kirche wurde das Zeugnis der heiligen Väter in allen Jahrhunderten als solches anerkannt, und der Kirchenrat von Trient bestätigte das Buch Daniel als Bestandteil der heiligen Schrift. Schon in den ältesten Zeiten zweifelte man allerdings an der Echtheit des Buches Daniel, und auch in der Neuzeit ist unter den biblischen Kritikern die Meinung verbreitet, daß es erst zur Makkabäerzeit geschrieben wurde.

Daniel 1-4

Daniel 5

Daniel 6: Daniel in der Löwengrube

Der Abschnitt Dan 6, auch genannt: "Daniel in der Löwengrube" handelt davon, dass König Darius (Kyarares II., Sohn des Astyages) nach der Eroberung Babylons durch die Meder Daniel zu einem der drei obersten Staatsbeamten erhob und mit dem Gedanken umging, Daniel über sein ganzes Reich zu setzen. Doch die auf ihn eifersüchtigen Großen des Reiches legten ihm eine Falle. Sie bewogen nämlich den König, einen Befehl zu geben, daß man einen Monat lang im ganzen Reich Niemanden außer dem König anrufen dürfe. Doch da nun Daniel drei Mal täglich seinen Gott anrief, verklagten sie ihn beim König.

Obwohl dieser ihn auf alle Weise zu retten versuchte, so mußte Darius doch schließlich auf Andringen der Feinde sich dazu verstehen, Daniel in die Löwengrube zu werfen, die er als König selbst versiegelte. Am anderen Morgen jedoch war Danial noch am Leben und man fand keine Verletzung an ihm. Daraufhin ließ der König Daniels Feinde töten, machte ihn zu einem seiner ersten Diener und erließ ein Gesetz, das die reichsweite Achtung des biblischen 1. Gebots festschreibt: „Er ist der lebendige Gott, der ewig bleibt, und sein Reich ist unvergänglich und seine Herrschaft hat kein Ende.

Als König Darius nach zweijähriger Regierung starb, und sein Neffe Cyrus (Kyrus) das medische, persische und babylonische Reich vereinigte, wurde Daniel sein Freund und Tischgenosse. Doch dauerte es nicht lange, bis auch der neue König gezwungen wurde, Daniel in eine Löwengrube werfen zu lassen. Daniel hatte die Betrügereien es babylonischen Götzendienstes und der Priester des Bel entlarvt und damit einen Volksauflauf verursacht. Sechs Tage lang wurde Daniel nun erneut in die Löwengrube eingesperrt, doch blieb auf wunderbare Weise erhalten. Gespeist wurde er währenddessen auf göttlichen Befehl durch den Propheten Habakuk und am siebenten Tage vom König in Freiheit gesetzt.

Darstellungen

Das Motiv aus "Daniel in der Löwengrube" wird im Frühmittelalter häufig dargestellt, insbesondere auf bronzenen Schnallen der Burgunder: Daniel mit aufgehobenen Armen (betend?) zwischen zwei aufrechten Löwen, die mit dem Kopf auf dem Boden zu stehen scheinen und ihm die Füße lecken. Es ist ein Symbol der "Auferstehung Christi". Ob das Steinrelief im Wormser Dom, welches Daniel und zwei Löwenköpfe unter zwei Bogen zeigt und als Daniel in lacu leonum bezeichnet ist, vor das Jahr 1000 zu setzen ist, scheint indess zweifelhaft. [3]

Daniel 7-12

Über die siebzig Wochen Daniels (Dan. 9,24 ff.), d. h. den Zeitraum, in dem eine große Veränderung mit Jerusalem und dem Jüdischen Volk vorgehen, der Messias kommen sollte etc., herrscht großes Dunkel. Man unternahm schon in der ältesten Zeit, um diesem Zeitraum die Ereignisse anzupassen, mancherlei Versuche zur Erklärung und fragte vorallem, von wo die 70 Wochen beginnen und wo sie enden. In Bezug auf die erste Frage nahmen Einige (u.a. Origenes) 1 Woche zu 70 Jahren, so daß die 70 Wochen = 4900 Jahren waren; andere (bes. Juden) zu 49 Jahren (= 3430 Jahre); andere wollten die Woche zu 100 Jahren (= 7000 Jahre) berechnen. Die meisten der älteren und neueren Forscher aber nehmen jede Woche zu 7 Mondjahren, die zusammen 490 Jahre geben.

Bei der anderen Frage meinten Einige (so Josephos), man müsse beim 1. Jahr des Darios anfangen (in dem Daniel geweissagt habe), und der Endpunkt der Weissagung sei die Einweihung des Tempels durch Antiochos Epiphanes. Andere begannen ebenso, ließen aber das Orakel erst mit Christi Geburt erfüllt sein; und die älteren jüdischen Gelehrten wollten mit der Zerstörung Jerusalems schließen. Andere begannen mit dem 1. Jahr des Kyros 536 v. Chr. u. endeten wie die Vorigen. Die gewöhnliche Meinung ist die des Jul. Africanus der den Anfang der Weissagung in das 20. Regierungsjahr des Artaxerxes Longimanos (eingeschlossen die 10 Jahre, die dieser noch mit seinem Vater regierte) setzt, als in welchem Jahr Nehemia die Erlaubnis zum Wiederaufbau des Tempels erhielt und sie mit Jesu Tod schließt, welche Begebenheiten 490 Jahre auseinander stehen.

Daniel 3b und 13-14

Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Buch Daniel
  2. Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Leipzig 1885., S. 812-813.
  3. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 1. Johannes Hoops, 1918-1919. S. 389.
  4. Diese Datei auf Museum Digital. Rheinisches Landesmuseum Trier (Inv.Nr. 6176) → Römerzeit → Spätantike und frühes Christentum [EV 1972,19]. (Foto: Thomas Zühmer)

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