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Das Große Werk, lat. Opus Magnum , ist ein Begriff aus der mittelalterlichen europäischen Alchemie, der sich auf die erfolgreiche Umwandlung des Ausgangsstoffes in Gold oder auf die Schaffung des Steins der Weisen bezieht. Danach wurde er als Metapher für eine geistige Umwandlung in der Hermetischen Tradition verwendet. Der Weg zur Herstellung des Steins der Weisen oder auch Lapis Philosophorum verlief über vier, später drei Stufen. Stellenweise geht man sogar von sieben oder zwölf Stufen aus.

Allgemeines

Die praktische Anwendung des Opus Magnum sollte unedle Stoffe durch Transmutation in Gold verwandeln, indem man den unedlen Stoff durch den „roten Stein“ führte. Es bildete das Gegenstück zum einfacheren Kleinen Werk, bei dem man durch das „weiße Elixier“ unedle Stoffe zu Silber verwandelte. [1]

Stufen

In der Alchemie bestand immer ein Disput darüber, wie die Stufen im Einzelnen ausgestaltet werden sollten. In einem vierstufigen Prozess ist die „Schwärze“ (nigredo) der Anfang und versinnbildlichte den Urzustand der Materie. Man bezeichnete diesen Zustand auch als die Prima Materia. Als weitere Prozesse schließen sich die Phase der „Weißung“ (albedo), „Gelbung“ (citrinitas) an und enden in der höchsten Stufe der „Rötung“ (rubedo). Grundlage dieser Stufen bildete die griechische Philosophie der Quaternität bzw. des Vierteilens eines Prozesses in die melanosis (Schwärzung), leukosis (Weißung), xanthosis (Gelbung), iosis (Rötung). Man lehnte diese Vorstellung an die antike Elementenlehre der vier Elemente aus Erde, Wasser, Luft und Feuer an. Erst im Spätmittelalter wurde die Quaternität zur Trinität, wobei die Stufe der xanthosis bzw. Gelbung entfiel. [2]

Eine andere Aufteilung war: Materia Prima, Calcination, Sublimation, Solution, Putrefaction, Destillation, Coagulation, Tinctura, Multiplikation, Projection. [3]

Philosophie

Der philosophische Gedanken des Opus Magnum entwickelte sich parallel zur praktischen Alchemie in der abendländischen Mystik. So sprach man bei den Rosenkreuzern auch von geistiger bzw. theoretischer Alchemie, die eine Vollendung des eigenen Menschen mit sich bringen sollte.

  • nigredo (putrefactio), Schwärzung (Fäulnis): Individuation, Reinigung, Ausbrennen von Unreinheit; siehe auch Sol niger;
  • albedo, Weißung: Vergeistigung, Erleuchtung;
  • rubedo, Rötung: Vereinigung des Menschen mit Gott, Vereinigung des Begrenzten mit dem Unbegrenzten.

Quellen

Wikipedia lexikon3e
Dieses Dokument basiert in seiner ersten oder einer späteren Version auf dem Artikel „Alchemie“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 9. Jun. 2012‎ und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


  1. Claus Priesner, Karin Figala: Alchemie. Lexikon einer hermetischen Wissenschaft. Artikel Opus Magnum. München 1998, S. 261
  2. Carl Gustav Jung: Gesammelte Werke. Psychologie und Alchemie. 7. Aufl., Zürich 1994, S. 268
  3. Michelspacher Cabala: Spiegel der Kunst und Natur. 1615

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