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De temporibus (dt. Über die Zeiteinteilung) gehört zu den naturwissenschaftlichen Schriften des Beda Venerabilis (672/673-735). Es folgt als kurze Darstellungen der Zeitkunde auf das Lehrbuch der Weltkunde "De Natura Rerum" und ist seinerseits der Vorgänger zu dem ausführlicheren Werk der Zeitkunde "De ratione temporum".

Beschreibung

Die Schrift "De Temporibus" wurde laut Kap. 14 im Jahr 703 verfaßt [1], und sollte, wie auch "De Natura Rerum", den Unterrichtszwecken diene. Darin gibt Beda Venerabilis zunächst einen kurzen Abriß der allgemeinen, astronomischen Chronologie, die dann im zweiten Teil in die konkrete Chronologie der Hauptereignisse der Menschenzeitalter übergeht. Das Vorbild für beide Teile waren Werke des Isidor von Sevilla, und zwar u.a. dessen Etymologiarum sive originum, libri XXX (5, 29-33) sowie das De Natura Rerum (2-6) für Bedas De temporibus, Kap. 1-5. Für Bedas Kap. 6-10: Etymologiarum (5, 33-35; 6, 17 und De Natura Rerum (4. 7). Außerdem benutzte er die Saturnalia (I, 12-17) des Macrobius (385/390-430) für seine Kap. 2 und 10 und die Naturalis Historia (2, 188. 186) des Plinius für Kap. 2 und 7. [2]

Inhalt

Die Schilderung der sechs Weltalter in De Temporibus (17-22) ist im Wesentlichen identisch mit der Darstellung im Etymologiarum (5, 39) des Isidor von Sevilla. Einige Stellen sind aus Isidors größerer Chronik entnommen, ein paar andere stammen aus der Bibel oder aus der Chronik des Eusebius Hieronymus [3]. Die Zeitrechnung gründet sich in dieser kleineren, wie auch später in der größeren Chronik (Chronicon sive de sex huius saeculi aetatibus), auf die Zählung der Jahre von der Erschaffung der Welt. Bemerkenswert ist aber, dass Beda dabei nicht Isidors Zählung der offiziell anerkannten Septuaginta folgt, sondern im Anschluß an Augustinus von Canterbury sich für die abweichende Rechnung der Bibelübersetzung des Hieronymus entscheidet, die nach dem hebräischen Urtext angefertigt wurde. Doch führt er daneben auch die Jahre nach der Septuaginta an. [4]

Die Jahreszählung nach der hebräisch-hieronymianischen Bibel brachte ihm von Seiten gewisser Eiferer, die anscheinend dem Kreise Bischof Wilfrids von York (um 634-709/710) nahestanden, den Vorwurf der Ketzerei zu. Sie warfen ihm vor, er leugne, dass Christus im sechsten Weltalter Mensch geworden sei. Beda verteidigte sich entrüstet gegen diese Anschuldigungen in der Epistola ad Plegwinum im Jahre 708. (Die Datierung stützt sich auf die Bemerkung „opusculum meum de Teniporibiis, quod ante quinquennium edidi" S. 145).

Auf Wunsch der Mönche, denen die erste chronologische Schrift gar zu knapp war, erweiterte Beda diese später zu einem ausführlichen Handbuch der Chronologie unter dem Titel → "De Temporum Ratione".

Quellen

Einzelnachweise

  1. vgl. dazu auch "Historia ecclesiastica gentis anglorum" (Google Books). Beda Venerabilis. Ed. Charles Plummer. Oxford University Press, 1966., Teil I, S. CXLVI
  2. "Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters" (Band 1). Max Manitius. Beck : München, 1911. S. 77. in (Handbuch der Altertumswissenschaft, Abt. IX, Band 2.1). (Digitalisat der ULB Düsseldorf).
  3. "Die Chroniken des Baeda Venerabilis" (Google Books). Dissertation. Georg Wetzel. Halle 1878, S. 41
  4. "Monumenta Germaniae Historica: Auctores antiquissimi" (Auct. ant.). 13, S. 247 ff. Theodor Mommsen. 1898. Nachdruck 1981. ISBN 3-921575-27-3.

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