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Der Astronom wurde ein Geschichtsschreiber im 9. Jahrhundert am Hof von Ludwig dem Frommen (778–840) genannt. Er schrieb das Leben desselben in seinem oft gedruckten Werk. [1]

Beschreibung

Als "Der Astronom" bezeichnete man wegen seiner astronomischen Interessen, die er neben medizinischen bekundet, den ungenannten Geistlichen, der in den letzten Jahren Ludwigs des Frommen in dessen Umgebung weilte und bald nach dessen Tode (wahrscheinlich bereits vor Herbst 841) eine umfassende Biographie des Kaisers schrieb. Dieses Werk wurde aus drei völlig ungleichartigen Bestandteilen mit viel Geschick zusammengefügt.

Jugendgeschichte Ludwigs

Die kundige und lebendige Jugendgeschichte Ludwigs des Frommen in Aquitanien entstammt dem Bericht eines Mönches namens Ademar, der von hoher Abkunft ab und mit Ludwig aufgezogen wurde. Da dieser für das Kriegshandwerk und besondere für die spanischen Feldzüge inniges Verständnis zeigte und die an sich wenig bedeutenden Unternehmungen, an denen ein viermal erwähnter Heerführer und Gesandter Hademar oder Hadhemar beteiligt war, so eingehend und anschaulich schildert, wie es nur ein Teilnehmer vermag, so erschien dem deutschen Historiker Dr. Karl Hampe [2] die vermutete Identität des Mönches Adhemar mit dem Heerführer Hademar, der dann im Alter ins Kloster gegangen wäre, doch höchst einleuchtend. Der Astronom überarbeitete Ademars Bericht in rhetorischer Weise, wie im zweiten Abschnitt seiner Biographie von 814 – 829 die Annales Laurissenses.

Lebensabend Ludwigs

Der letzte Teil der Biographie Ludwigs des Frommen aus den Jahren 829 - 840 gilt als eigene Arbeit des Astronomen. Er ist aus naher Kenntnis des von den Wogen des Schicksals umhergetriebenen, alternden und kränkelnden Kaisers geschrieben, voll Verehrung für ihn wegen seiner Milde und Kirchlichkeit, aber ebenso auch für das Papsttum eingenommen. Dagegen klingt im dritten Teil der Biographie die lebhafte Feindschaft des Astronomen gegen Ludwig den Deutschen mit, und zwar trotz der geringeren Leidenschaftlichkeit des allgemeinen Tonfalls.

Fazit

Die Biographie des Astronomen ist ebensowenig wie Thegans Schrift eine ruhige historische Würdigung; sie ist in der Chronologie oft verwirrend, doch in den inhaltlichen Mitteilungen recht wertvoll.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 857.
  2. Dr. Karl Hampe, Geh. Hofrat, ord. Professor an der Universität Heidelberg.

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