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Die Mittelgermanischen Runen werden zuweilen auch als deutsche Runen bezeichnet.

Die Runenzeichen und ihre Geschichte

Auch für die mittelgermanischen Runen im deutschen Raum gab es eine Alphabetinschrift, obwohl diese nicht ganz vollständig ist. Allerdings gab es keine Funde, was den äußerst wertvollen handschriftlichen Aufzeichnungen von Runen mit ihrem Lautwert und ihren Namen entspricht, die man auf englischem Boden antraf. Obwohl das Alphabet der Spange von Charnay nicht vollständig ist, kann man auf Grund der übrigen deutschen Inschriften annehmen, daß es aus 24 Zeichen bestand und somit im Gegensatz zu dem anglofriesischen nicht durch neue Zeichen erweitert war.

Durchforscht man die Runenformen in den Inschriften näher, so findet man, daß die Runen, die auf charakteristische Weise ihr Aussehen auf dem anglofriesischen Gebiet veränderten, noch — mit einer einzigen Ausnahme — der Hauptsache nach in den Formen fortbestehen, die man auf dem ostgermanischen und nordischen Gebiet in der ältesten Zeit gefand. So hat man auf der Spange von Charnay- wie auf der Freilaubersheimer Spange noch = k. Die s-Rune hat immer die Formen oder .

Die Ausnahme von der Regel ist h, das hier wie in der anglofriesischen Runenreihe zwei verbindende Schrägstäbe hat. Selbständig abweichende Runenformen weist die j-Rune auf und entwickelte sich auf dieselbe Weise wie auf dem Speer von Kragehul und in andern nordischen Inschriften. Des weiteren hat die p-Rune einen besonderen Typus auf der Spange von Charnay: W, ebenso die Rune, die der nordischen und angelsächsischen -Rune entspricht. Die d-Rune tritt auf der Freilaubersheimer Spange in einer Form auf, die mit der in späterer Zeit in England gewöhnlichen mit Diagonal-Stäben, die die Vertikalstäbe ein beträchtliches Stück innerhalb ihrer Endpunkte treffen, übereinstimmt.

Überhaupt stellen die deutschen Runen ein ursprünglicheres Stadium in der Entwicklung der Runenschrift dar als die älteren anglofriesischen. Dies wird sich in gewisser Weise daraus erklären, daß sie durchschnittlich älter sind als die Mehrzahl jener, aber sicherlich findet es auch darin seine Erklärung, daß die Sprache in südlichen Gegenden durchaus nicht die Veränderungen erfuhr, wie Umlaut, Brechung usw., welche die Anglofriesen veranlaßten, ihr Zeichensystem zu erweitern.

Die Runen auf dem eigentlich deutschen Gebiet hatten auch eine weniger ausgedehnte Verbreitung und lebten deshalb ein weniger intensives Leben, als es der Fall war an der Nordseeküste und vor allem in England, wo die Konkurrenz mit der christlichen Kultur des Mittelalters und dem lateinischen Alphabet weniger hart war. Auch dürften die Runen auf dem Kontinent kaum nach 700 noch gelebt haben.

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Quellen

Einzelnachweise

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