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Dionysius Areopagita bzw. Dionysios der Areopagiter ist ein Pseudonym, unter dem zur Zeit der Jüngeren Patristik in der Spätantike verschiedene philosophische Schriften verfaßt wurden; daher auch die Bez. Pseudo-Dionysius Areopagita.

Hintergrund

Die reale ursprüngliche Person des Dionysius Areopagita war ein von Paulus in Athen bekehrter unmittelbarer Schüler des Apostels, der später zum ersten Bischof von Athen wurde.

Areopagitische Schriften

Die gegen Ende des 5. Jhs. verfaßten areopagitischen Schriften verschmelzen den neuplatonischen und christlichen Gedankenkreis und geben sich als Geheimlehre des Dionysius Areopagita aus. Der unbekannte Verfasser schrieb für Gemüter, die sich durch das kirchliche Dogmen- und Zeremonienwesen nicht befriedigt, nach religiöser Hingabe und mystischer Vereinigung mit der Gottheit sehnten.

Erhalten sind, abgesehen von zehn Briefen, folgende von seinen Schriften:

  • 1. Über die göttlichen Namen,
  • 2. Von der himmlischen Hierarchie,
  • 3. Von der kirchlichen Hierarchie,
  • 4. Von der mystischen Theologie.

Aussagen

In diesen Schriften ist Gott der unaussprechliche Weltgrund und Urquell alles Seienden, der Namenlose oder auch "Allnamige". Die Vermittlung zwischen ihm und den Menschen erfolgt ganz wie bei den späteren Neuplatonikern durch eine in Dreiheiten abgeteilte "himmlische Hierarchie" von Engeln, von den alttestamentlichen Seraphim und Cherubim bis herab zu den Erzengeln und einfachen Engeln.

Dieser himmlischen entspricht auf Erden die kirchliche Hierarchie, von dem obersten Priester bis zu den Mönchen und dem Volk. Lehrt uns die bejahende Theologie diese absteigende Linie vom Himmel zu uns, so erhebt uns die höhere, verneinende, oder mystische mit Hilfe des uns mit göttlicher Kraft erfüllenden Logos, durch die aufeinander folgenden Stufen der Reinigung, Erleuchtung, Weihung myêsis und Gottähnlichkeit homoiôsis bis zur völligen "Vergottung" theôsis. Dem namenlosen Gott allein kommt positives Sein zu; das Böse ist nur Mangel und Schwäche, ein vorübergehendes und zu überwindendes Moment der in sich harmonischen göttlichen Weltordnung.

Die tiefsinnigen Schriften des "Areopagiten" - die zu seiner Zeit allerdings nicht als Fälschung empfundene Fiktion ist erst in der Zeit der Renaissance entdeckt worden - haben eine bedeutende Einwirkung auf die Spekulation des gesamten Mittelalters geübt, in erster Linie auf Johannes Eriugena und die Mystiker, als deren Grundbuch; dann aber auch auf die Scholastik, z.B. Thomas von Aquino. Hierzu trug nicht wenig bei die mehr kirchliche Auslegung derselben durch den 580-662 lebenden Abt Maximus Confessor. Das Hinaufsteigen der Seele zu Gott und dessen Hinabsteigen zu uns gelten diesem als bewußte Akte der Liebe.

Quellen

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