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Der Dreiecksschild oder auch Dreispitz ist eine Schildform des Hochmittelalters. Er entwickelte sich im 12. / 13. Jh. aus dem Normannenschild, als bei fast allen europäischen Völkern die Größe des Schildes allmählich abnahm.

Beschreibung

In der Regel bildet eine Holztafel den Kern des Dreiecksschildes. Der Überzug besteht üblicherweise aus leimgetränkter Leinwand, bei schönen Exemplaren aus Leder oder Pergament; auf ersteren wurde das Wappenbild gemalt, auf letzteren ausgeschnitten, oder in kostbarem ausgeschnitztem Pelzwerk aufgenagelt.

Aus Metall wurden die Schilde bei der Verbesserung der übrigen Ausrüstung und trotz derselben immer weniger gemacht, da sie nicht so schwer sein durften. Die Dichter berichten daher viel, dass Schilde in Splittern den Kampfplatz deckten, oder dass die Lanzen in denselben stecken blieben, bis der Schild für den Arm zu schwer geworden.

Geschichte

In der Biblia sacra, einer Handschrift in der Nationalbibliothek von Paris, findet man bereits im 10. Jh. den kleinen Dreispitz - eine Schildform, die nur während der Zeit Ludwigs des Heiligen (1226-1270) allgemein in Gebrauch war. Die Schilde, die auch dem Dreispitz vorangingen, waren herzförmig und überlicherweis von Stützhöhe.

Schild der Reiterei

Während des 12. Jhs., zur Zeit der Kreuzzüge, bedingte nicht nur die Verbesserung des Brustharnisch eine Verkleinerung der Schilde, sondern auch das Aufkommen einer neuen Helmform... dem Topfhelm. Der dreieckige Schild verkleinerte sich nicht nur und wurde in der Regel auch nicht mehr mit Edelsteinen besetzt, sondern nun als Wappenschild mit den gewählten Emblemen und Farben bemalt.

In Frankreich ging man in der Schildgröße zu kleinen Oval- und Kreisschilden über, während in Spanien der spitze Langschild seine höchste Entwicklung erreichte. Der kleine Dreispitz in Frankreich und der ebenfalls dreieckige Rheinische Schild wurde an einem Hängeband am Hals getragen, damit der Reiter die linke Hand für den Zügel des Pferdes oder für das zweihändige Schwert frei hatte.

Um 1300 hatte die Harnischfertigung wieder einen erheblichen Fortschritt gemacht, wodurch der Reiterschild abermals an Bedeutung verlor. Er schrumpfte nun zu einer kleinen, dreieckigen Handtartsche mit geradlinigen oder schwach abgerundeten Rändern zusammen, dem "Kleinen Dreispitz" (petit écu). Er erschien in Frankreich im 13. Jh. unter der Regierung Ludwigs des Heiligen und war ebenso hoch als breit.

Der Name 'Tartsche' trat zu dieser Zeit zum ersten Mal auf und bezeichnete ursprünglich den kleinen Rundschild. Denn Ende des 12. bzw. Anfang des 13. Jhs. trug man in den örtlichen Provinzen Frankreichs statt des Dreispitzes auch kleine Rundschilde als Handtartschen, wie eine Flachbildnerei an dem Dom von Angouleme zeigt.

Im Spätmittelalter des 14. Jhs. wurden dann allgemein jene Schilde als Tartschen bezeichnet, die von der Form des ritterlichen Dreieckschildes abwichen.

Schild der Fußtruppen

In der Stellung zu Fuß deckte der dreieckige Schild die Männer schon zu Beginn des Hochmittelalters nur sehr unzureichend. Doch erst als der Reiterschild um 1300 zum "Kleinen Dreispitz", der Handtartsche (petit écu), zusammenschrumpfte und damit für die Fußtruppen vollkommen unbrauchbar wurde, wurde ein wirklicher Unterschied in der Bewaffnung sichtbar: Die Fußknechte behielten den alten, längeren Dreieckschild, der noch sehr verwandt mit dem Langspitzschild war und den die Reiterei abgelegt hatte, weiterhin bei.

Die deutsche Dreieckschildform findet sich noch in der burgundischen Bewaffnung des 15. Jhs. wieder. Dieser Schild ist wenig größer als der kleine Dreispitz. Der englische Schild aus der Mitte des 14. Jhs. gleicht noch dem kleinen Dreispitz und misst nur zwei Fuß. Auf ihn folgt der nicht überall gebräuchliche erste Faustschild, dessen Größe 1 ¼ Fuß nicht überschreitet und der sich bis ins 16. Jh. erhalten hat, wo er im Triumphzug Maximilians auch Pugkler (Buckler) genannt wird.

Galerie

Quellen

Einzelnachweise