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Die Elle (adh. elina), in lateinischen Urkunden auch cubitus oder ulna ('Ellenbogen') genannt, ist eines der verbreitetsten natürlichen Längenmaße. Sie entspricht der Länge des aufgebogenen Vorderarms vom Ellenbogen bis zur Spitze des Mittelfingers.

Geschichtliches

In Norwegen kannte man neben der eigentlichen Elle auch die Daumenelle (þumalǫln), sowie die Faustelle (hnefaǫln). Die Daumenelle entsprach wahrscheinlich dem mh. gemünd - der Höhe der aufgestellten geballten Faust mit erhobenem Daumen, was man für einen halben Fuß rechnete.

Frühzeitig wurde die natürliche Elle durch das künstliche Ellenmaß ersetzt. In England bediente man sich der "eisernen Elle" König Johanns zur Vermessung von Äckern (44 ulnas de ulnis ferreis Joannis Regis Angliae), während in Schottland König David die Ellengröße zu 37 Zoll festsetzte, die aus der mittleren Daumengröße dreier Männer, eines großen, mittleren und eines kleinen, oder aus der Länge dreier Gerstenkörner abgeleitet waren.

In Norwegen vermittelte den Übergang zur künstlichen Elle der Stab (kvarði), auf den die natürliche Elle für eine leichtere Verwendung übertragen wurde. Um 1200 wurde auf Island ein Urstab von 20 Ellen. (kvarði tvítugr) auf der Wand der Althingskirche eingeritzt, zwei Ellen dieses Urstabs (stika) sollten fortan das gesetzliche Längenmaß abgeben und eine Normal-stika an jeder Begräbniskirche angebracht werden, damit man sich bei Streitigkeiten danach richten könne. Ähnliche Vorkehrungen wurden auch in Mitteleuropa getroffen. So findet man z. B. noch heute am sog. Riesentor der St. Stephanskirche in Wien in den Sockelsteinen zwei Eisenstäbe eingelassen, welche Größe und Einteilung der "Wiener Elle" und das "Ziegelmaß" enthalten.

Festlegung

Die Länge der Elle unterschied sich nicht nur je nach Zeit und Ort, sondern häufig auch nach dem Gegenstand, der gemessen werden sollte. So hatten z.B. die deutschen Kaufleute beim Einkauf von Waren in Italien damit zu rechnen, dass in der Regel die "Seiden-Elle" etwas kleiner war als die "Woll-Elle". Dass in Deutschland ähnliches vorkam, zeigt das Beispiel von Osnabrück, das noch 1851 nicht weniger als 9 verschiedene Ellenmaße besaß, deren Länge zwischen 0,584 bis 1,22 m schwankte. Dazu kam, dass ebenso infolge der mangelhaften Eichung ein und dasselbe Maß an verschiedenen Orten verschiedene Größe hatte. Die weitverbreitete "Brabanter Elle" z. B. maß in Brüssel zu 0,695 m, wurde in Aachen jedoch mit 0,680, in Düsseldorf und Leipzig mit 0,685 mit einer Schwankung von 4 Zehntel mm, in Frankfurt a. M. mit 699 mm usw. gerechnet.

Die Ellenlängen aus der Zeit des Frühmittelalters sind ziffernmäßig nur sehr vereinzelt bekannt. Der römische cubitus war 1 ½ Fuß oder 24 digiti = Zoll zu 18,48 mm Länge, also insgesamt 443,6 mm groß. Etwas größer, ungefähr 49 cm lang, war die isländische Elle. [1]

Als Geldmaß =

Die Elle diente aber auch als Geldmaß, da auch Gewandstoffe bei z.B. den Friesen und den Skandinaviern als Geld verwendet wurden. "Ellenschulden" wurden geradezu als gleichwertiger Ausdruck für Geldschulden gebraucht (vgl. Fries, Frieselle).

Quellen

Einzelnachweise

  1. Griechische und römische Metrologie (Internet Archive). Friedrich Otto Hultsch. 2. Bearbeitung. Berlin, Weidmann, 1882. S. 76, 700

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