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Der Emmer (Triticum dicoccum), auch Zweikorn genannt, ist eine Weizenart. Er ist, zusammen mit dem Einkorn (Triticum monococcum), eine der ältesten kultivierten Getreidearten. [1]

Beschreibung

Der Emmer war in Mittel- und Nordeuropa bereits sehr früh bekannt und hatte hier in vorgeschichtlicher Zeit sogar eine viel weitere Verbreitung als heute. Er ist aus den steinzeitlichen Niederlassungen der Schweiz (Robenhausen und Wangen), Süddeutschlands (Untergrombach bei Bruchsal, Handschuhsheim bei Heidelberg) und Böhmens (Klein Czernosek, hier in reichlichen Mengen) zutage gekommen. In Dänemark ist er in Muschelhaufen aus dem Beginn der Jüngeren Nordischen Steinzeit (Örum Aa an der jütischen Ostküste) sowie in anderen neolithischen Stationen (Lindskov, Christiansminde auf Fünen) nachgewiesen, während er heute in Nordeuropa nirgends mehr vorkommt.

Aus den nach-neolithischen Perioden ist der Emmer bisher in Mittel- und Nordeuropa nur ganz vereinzelt bezeugt, so z.B. in dem bronzezeitlichen Pfahlbau von Auvernier am Neuenburger See. Wie das Einkorn, so hat sich auch der Emmer seit der Steinzeit aus Nordeuropa zurückgezogen. Ob er hier schon zur Bronze- und älteren Eisenzeit nicht mehr gebaut wurde, oder ob das Fehlen archäologischer Funde aus diesen Perioden zufällig ist, läßt sich vorläufig nicht entscheiden. Jedenfalls war er aber in historischer Zeit im Norden nicht mehr bekannt; denn ein altnordischer Name des Emmers, wie der Spelzweizen überhaupt, fehlt.

Angelsachsen

Da die Angelsachsen im Wort spelt einen einheimischen Namen für Spelzweizen besaßen, der entweder 'Emmer' oder 'Einkorn' bezeichnete, so ist es möglich, dass sie den Emmer in ihrer Schleswig-Holsteinschen Heimat und vielleicht auch in England noch anbauten.

Deutschland

In Deutschland war der Anbau des Emmers im Mittelalter noch ziemlich verbreitet; sein heutiger Name ist sowohl auf niederdeutschem wie auf hochdeutschem Sprachgebiet in Glossaren und anderen mittelalterlichen Texten vielfach belegt: ahd. amar, amaro, amari m. 'far, alica' [2]; mhd. amer; and. amar m. 'far', amercorn; mndl. amer, amelkoren. In der Neuzeit wurde der Emmer nördlich der Alpen nur noch in der Schweiz und in Südwestdeutschland kultiviert, wo er ammer(-korn), emmer(-korn) heißt. Am stärksten war sein Anbau in der Gegenwart Hans Gradmann ([1]) zufolge anscheinend in Spanien verbreitet; doch ist er auch in Frankreich, Italien, einigen Gegenden Österreichs, Ungarn, in Serbien, Ägypten, Abessinien und Arabien verbreitet. [3]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Emmer (Getreide)
  2. Björkman in Zeitschrift für deutsche Wortforschung, Ausgabe 3 (Internet Archive). Friedrich Kluge. Karl J. Trübner, 1907, S. 263 f.
  3. Handbuch des Getreidebaues (Google Books). Friedrich August Körnicke, Hugo Werner. P. Parey, 1885. 1. Auflage. S. 83 f.

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