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Esche

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Die Esche (Fraxinus excelsior L.) wurde bei den Kelten "Nion" genannt und entsprach dem Buchstaben "N" des Ogam Alphabets. Sie taucht häufig in alten Orts- und Flurnamen auf.

Verwendung

Die Esche liebt feuchte Plätze, ihr Holz ist widerstandsfähig gegen Wasser. Im Mittelalter wurden aus dem elastischen Eschenholz Speere, Bögen und Pfeile hergestellt, aber auch andere Gerätschaften, die biegsames Material verlangten.

Holz

Ihr Holz diente außerdem zur Anfertigung von Lanzen, Schiffen und Gefäßen, die infolgedessen vielfach direkt als 'Esche' bezeichnet wurden. So bedeutet das altnordische askr auch gleichzeitig 'Speer, kleines Schiff oder Gefäß'. Das angelsächsische æsc beudet ebenso 'Speer', mittelniederdeutsch: asch, esch = 'Gefäß, Dose'. Aus dem altnordischen askr ('Schiff') stammt die Bezeichnung des altnordischen askmadr, angelsächsisch. aescman ('skandinavischer Seeräuber, Wiking'). [1]

Das Holz diente zu Drechsler- und Wagnerarbeiten, landwirtschaftlichen Geräten etc., junges Holz auch zu Faßreifen, die Stockloden zu Lanzenschäften, Peitschenstielen etc. Als Möbelholz war Eschenmaser beliebt. Auch von Tischlern und Löffelschnitzern wurde das Holz der Esche verarbeitet, mitunter auch als Bauholz. Selten wurde Esche als Feuerholz verwendet. Es kam dem der Rotbuche gleich, doch galt allgemein als dem Buchenholz vorzuziehen, da es mehr Hitze beim Verbrennen gab. Die Asche lieferte viel Pottasche.

Blätter und Rinde

Das Laub dieses Baumes wurde frisch und getrocknet vom Wild, Ziegen, Schafen und Rindern gern gefressen. Die Rinde diente zum Färben von Stoffen, Gerben und wurde in der Medizin gegen Wechselfieber, Wassersucht, Gelbsucht u.a. Krankheiten empfohlen. Der Samen wurde in England unreif mit Salz und Essig gegessen. [2] Für das 11. Jhd. bezeugt Hildegard von Bingen u.a. die Verwendung von Eschenblättern als Ersatz für Hopfen bei der Bierherstellung (Migne, Patr. lat. 197, col. 1226).

Die Mannaesche

Im Morgenland ist die sog. Mannaesche heimisch. Von ihren höchsten Zweigen tropft besonders nach Regenwetter aus kaum sichtbaren Verletzungen ein dunkelbrauner, syrupähnlicher Saft reichlich herab, der auch "Manna" genannt wird. Er wird von den Bewohnern jener Gegend aufgefangen und wie Honig genossen. Eine Theorie sieht darin dasselbe Manna, das die Israeliten auf ihrer Wanderung durch die arabische Wüste genossen.

In Kleinasien, Ägypten, Griechenland und Italien wächst auch die rundblätterige Esche, die ebenfalls Manna liefert, dessen Einsammlung für die Bewohner von Unteritalien und Sizilien ein Haupterwerbszweig war und allgemein arzneilich benutzt wurde. Zur Gewinnung des Mannas fügte man dem Baum ab Mitte August täglich je zwei Zoll übereinanderliegende Einschnitte zu, aus denen ein süßer Saft ausfloss. Diese wurde durch daran gelegte Blätter in Gefäße geleitet und anschließend eingetrocknet. Das ausgehärtete Manna wurde Körbe gepackt in den Handel gebracht. [3]

Mythologische Bedeutungen

Bedeutung bei den Germanen

Die mythologisch einprägsamste Analogie stammt aus der Germanischen Mythologie. Dort ist der Schicksals- u. Weltenbaum Yggdrasil eine Esche. Er verbindet mehrere Welten, und seine Wurzeln reichen bis an die Quelle der Weisheit. Eine weitere Bedeutung in der nordischen Mythologie hat die Esche als heiliger Baum, da bei der Schöpfung des Menschen aus seinem Holz der Mann Ask gebildet wurde, so wie aus der Erle das Weib Embla. [4]

Bedeutung bei den Kelten

Die Esche ist mythologisch eng mit dem Element Wasser verbunden und steht deshalb für den Überschwemmungsmonat März. Die Druiden schnitzten aus diesem Holz ihre (Zauber-) Stäbe.

  • Rätselvers: Ungeschlacht und wild war die Tanne, grausam der Eschenbaum weicht keinen Fußbreit zur Seite, direkt aufs Herz zielt er.
  • Zeit: 18. Februar bis 1 7. März:
  • Vogel: Schnepfe
  • Farbe: Klar
  • Schlüsselbegriffe: Intuition, verborgene Weisheit, Schöpfung
  • Person: Ein einfühlsamer Mensch
  • Qualität: Kreativität

Quellen

Einzelnachweise

  1. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde: Esche, Band 1. Von Johannes Hoops, 1918—1919. S. 631.
  2. Pierer's Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858, S. 884-885.
  3. Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 693-695.
  4. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 99-100.

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