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Färberhandwerk

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Nachdem sich im Verlauf des Mittelalters das Färberhandwerk zu einem eigenen Berufszweig entwickelte, wurden drei verschiedene Arten von Färbern unterschieden:

  • die Schwarzfärber oder auch Schlichtfärber färbten Schwarz und alle einfachen Farben
  • die Schönfärber färbten feinere Waren in edleren Farben
  • die Seidenfärber gab es nur an Orten, wo Seidenzucht & -weberei blühte. Sie hatten nie eine Zunft, sondern waren „freie Künstler“.

Geschichte des Färberhandwerks

Im Frühmittelalter wurden noch alle Stoffe und Gewänder in Heimarbeit von der Hausfrau hergestellt und auch das Färben war Hausarbeit. Mit der Entwicklung der Städte bildeten sich nach und nach Zünfte heraus und so wurde auch bald das Färben von Wolle und anderen Stoffen ein Berufszweig.

Färbehäuser

Jedoch war den Färbern eine eigene Zunft bis Ende des Mittelalters verwehrt. Sie standen in direkten Abhängigkeit zu den Zünften der Tuchhändler und Wollweber, die ihnen strenge Vorschriften auferlegten, um das Verfälschen der Farben zu verhindern, und hohe Tarife abverlangten.

Gefärbt wurde in besonderen Färbehäusern, die den Tuchmachern gehörten und es durfte nur eine bestimmte Menge Tuch oder Wolle am Tag gefärbt werden, das danach von den Innungsmeistern geprüft wurde. Wurde gegen die Vorschriften verstoßen, durfte das Tuch verbrannt werden und Färber und Auftraggeber mussten hohe Geldbußen zahlen. Wenn der arme Färber wie meist nicht zahlen konnte, wurde ihm die Hand abgeschlagen.

Färberaufstand 1371

Diese Umstände riefen natürlich Aufstände und Revolten hervor. So auch im 14. Jh. in der wichtigsten Tuchmachermetropole der Alten Welt: Florenz. Hier vereinigten sich die Färber in der religiösen Bruderschaft des Onofrio, dem Schutzheiligen der Färber, und riefen 1371 zum Aufstand auf. Dieser Färberstreik dauerte ganze 8 Jahre und endete mit der Gründung dreier neuer Zünfte, eine von ihnen war die Färberzunft. In Deutschland gab es erst ab dem 16. Jh. eigene Färberzünfte.

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