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Der Falke hatte im Mittelalter vor allem als Beizvogel in der Falkenbeize große Bedeutung. Falken bzw. die Falknerei waren ein Statussymbol. Diese Tiere standen aber auch für Freundschaft und Eintracht. In diesem Sinn wurden Falken verschenkt, als Preis bei Turnieren ausgesetzt oder waren Einsatz bei Wetten. [1]

Bedeutung

In den Sagen Nordeuropas tritt der Falke als Attribut des Helden auf, ist sein stolzer Schulterschmuck in der Halle und im Wald. Wenn ein verstorbener Held auf den Scheiterhaufen gelegt wurde, folgte ihm sein Jagdfalke (Sigurdarkvidha 6).

In Kriegergräbern Skandinaviens fand man bereits ca. 500 n. Chr. die Skelette von Jagdfalken. Die Skalden der Wikingerzeit umschreiben die Arme als Sitz des Falkens, und ihre Geschichtschreiber stellen gern die Häuptlinge dar, wie sie die Falkenjagd ausüben (z.B. Olaf Schoßkönig und Waldemar der Große).

Auch Frauen werden als Besitzerinnen von Jagdfalken erwähnt (so Astrid, die Tochter des Tryggvi). Auf Island wurde auf dem Allthing im Jahre 1024 der Vorschlag gemacht, Olaf dem Heiligen als Ehrengaben zu senden: Falken, Pferde, Zelte oder Segel, anstatt ihm die Insel Grimsey abzutreten. Selbst betrieben die Isländer diese Jagdart nicht, aber sie fingen gern Falken für ihre Freunde im Ausland ein, da nach den nordischen Falken, besonders den isländischen Jagdfalken (geirfalkar) eine große Nachfrage herrschte.

Die Falken wurden eingefangen, entweder indem man die Jungen im Nest, bevor sie flügge waren, fesselte, oder indem man den erwachsenen Vögeln Schlingen legte. Über die Art und Weise der Abrichtung gibt es allerdings nur sehr wenige Quellen. Der zahme Falk hatte seinen Platz auf dem Arm seines Herren , von wo er auf Befehl aufflog und andere Vögel in der Luft angriff; der Jäger folgte nach, reitend oder fahrend, während die Hunde den Fang aufschnappten.

Als Handelsware

Seit dem 11. Jh. gab es in Norwegen einen nicht unbedeutenden Handel mit Jagdfalken, deren Fang in Norwegen ein königliches Privileg war. So schickte im 13. Jh. der norwegische König seine Falkner auch häufig nach Island, wo der weiße Edelfalke (falco candidus Gmelin) brütete. Norwegische Falken werden in England zuerst im Domesday Book (I f. 177 b) und später öfters in Urkunden aus dem 12. Jh. erwähnt [2]. Von isländischen Falken (girfalco Islandensis) war zum erstenmal 1169 in England die Rede [3] (s.a. 'Beizvögel'). [4]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Très Riches Heures: August
  2. Diplomatarium Norvegicum (WP EN). Volume 1-21 in searchable form (at The Documentation Project). Digitalisat (Internet Archive). Bd. 19, Nr. 37, 41 etc.
  3. Dipl. norv. aaO. Bd. 19 Nr. 50)
  4. Hoops, RdgA. aaO. Bd. II, S. 438 (Art. Nordischer Handel, §. 64.)

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