FANDOM


Der Fasan galt im Mittelalter als Inbegriff der Luxusspeisen und der Schwelgerei. Er spielte aber auch in der Volksmedizin eine Rolle, wo Blut, Fett, Galle und Kot sowie als Räuchermittel die Federn Verwendung fanden. In Pesttraktaten wurde der Verzehr gegen Fieber und Pest empfohlen. [1]

Bedeutung

In mittelalterlichen Buchmalereien findet der Fasan lediglich als dekoratives Element Verwendung. In einer griechischen Rezension des Physiologus wird er jedoch aufgrund der Tatsache, dass Hennen den Jäger von ihren Küken fortlocken, als Sinnbild des Teufels angesehen.

Kulturgeschichtliches

Schon im Altertum wurde der ursprünglich vorderasiatische Vogel auf europäischem Boden heimisch, doch beschränkte sich die Zucht hauptsächlich auf die Erzeugung von Speisevögeln und befand sich mehr in den Händen asiatischer Sklaven oder Handelsleute, da vom Fasan allerlei aus der Küche und vom Verzehren, aber sonst nicht viel mitgeteilt wird.

Auf dem Boden der byzantinischen Kultur erhielt sich die Zucht und trat dann mit der Annäherung an das europäische Mittelalter, die die letzten Jahrhunderte von Byzanz charakterisiert, in die Rolle des typischen höfischen Jagdgeflügels ein. So breitete sich der Fasan an den Höfen in halber Freiheit durch ganz Europa aus, als eines der vornehmsten Gerichte und Gegenstand einer möglichst bequemen Jagd in den den Schlössern angegliederten Wildgehegen. [2]

So bevorzugt Fasane und Pfaue allerdings auch als "Luxusgeflügel" für die Speisen des Adels waren, wie schon der griechische Arzt Anthimus um 500 n. Chr. in seinem Werk De observatione ciborum (22) schrieb [3], so nennt Ekkehard IV. von St. Gallen (um 980-1057) in seiner Benedictiones ad mensas (76 f.) doch den Fasanenbraten als schwer verdauliche Speise. [4]

Sprachgeschichtliches

Der Fasan wurde, so wie der Pfau und der Strauß, aus Italien in den deutschsprachigen Raum gebracht, wobei der römische Name phasianus = „Vogel vom Phasisfluss“ bedeutet. Die Nordeuropäer fassten den fremden Vogel (wie auch den Pfau) als Huhn. Die Erwähnung des Fasans in den Kapitularien von Karl dem Großen zeigt, daß er im 8. Jahrhundert in Oberdeutschland schon bekannt war. Nach Norddeutschland kam er im Frühmittelalter vermutlich noch nicht, da ein altniederdeutscher Name fehlt.

Auch die Angelsachsen kannten den Fasan im Frühmittelalter noch nicht; jedenfalls hatten sie das lateinische Lehnwort nicht. Wenn in den Glossaren das lat. phasianus durch wōrhana übersetzt wird, so ist hierunter nicht der Fasan, sondern der Auerhahn zu verstehen, da das mittellateinische Wort auch sonst in diesem Sinne gebraucht wurde. Dagegen war der Fasan in England um die Mitte des 11. Jahrhunderts dann eingebürgert. Unter dem französischen Namen fesaund wird der Fasan in England zuerst 1299 erwähnt; daher neuenglisch pheasant.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Fasan: Mythologie und Kulturgeschichte
  2. Die Haustiere und ihre Beziehungen zur Wirtschaft des Menschen. Eine geographische Studie. Mit einer chromolith. Karte: Die Wirtschaftsformen der Erde. Von Eduard Hahn. Verlag Duncker & Humblot Leipzig 1896.
  3. Anthimi: De observatione ciborum ad Theodoricum regem Francorum epistula (BBAW). Deutsche Übersetzung von Eduard Liechtenhan. Teubner, Leipzig, Berlin 1928. 2. Ausgabe Akademie-Verlag, Berlin 1963 (CML VIII 1: Corpus medicorum Latinorum 8, 1).
  4. Benedictiones ad mensas (Google Books). Ekkehard IV. von St. Gallen (um 980-1057). Ed. Ferdinand Keller. Zürich : Meyer u. Zeller, 1847. S. 76 f.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki