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Fee

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Feen sind nach romanischer und keltischer Volkssage geisterhafte, mit höheren Kräften begabte Sagenwesen, die sowohl weiblich als auch männlich sein konnten.

Benennungen

Begriff und Name entwickelten sich aus den römischen Schicksalsgöttinnen, den Fata, lat. Fatua, ital. Fata, span. Hada, franz. Fée. In der deutschen Poesie des Mittelalters kommen Feen unter dem Namen Feien oder Feinen vor und sind mythologisch mit den so genannten weißen Frauen und den Nornen verwandt.

Im slawischen Raum sind sie als Víla bekannt, im inselkeltischen als Sidhe. Die bretonischen Feen nennen sich „Korriganen“ und sind von recht heftigem Temperament. Im deutschsprachigen Raum kennt man Feen als Sauge Fräulein, Weiße Frauen oder Grüne Frauen, Wildweiblein, Eiben oder Elfen.

Beschreibung

Feen werden oft weiblich dargestellt, auch wenn das Feenvolk durchaus Männer aufweist. Dass die Feenfrauen häufiger auftreten, mag daran liegen, dass viele alte keltische Göttinnen ins Feenreich übertragen wurden. So verwandelten sich Bewohnerinnen der Quellen und Brunnen, der Flüsse und Seen entsprechend. Typische Merkmale der Feen in den Märchen und Sagen sind ein grünes Kleid, blonde Haare und eine überirdische Schönheit. Jedoch gibt es auch andere, die als dunkelhaarig beschrieben werden oder als alte Frauen.

Einst waren sie Fruchtbarkeit schenkende Göttinnen, die Herrinnen des Landes, dann wurden sie vorn Christentum entmachtet und begaben sich ins unsichtbare Reich der Anderswelt. Um den freundlichen Glauben an sie noch weiter zu untergraben, wurde ihr dunkler Aspekt deutlicher hervorgehoben. Die banshee wurde zu einer alten Frau, die mit ihrem Schrei den Tod eines Menschen ankündigt und den Lebenden die Haare zu Berge stehen lässt. Als "Wäscherin an der Furt" reinigt sie den Kriegern, die in der Schlacht sterben werden, die Rüstung, oder sie wäscht hinterher die abgeschlagenen Köpfe. Der Schritt zur bösen Hexe war nicht mehr weit.

Keltische Mythologie

In der Keltischen Mythologie war die Welt der Feen genau wie die Welt der Menschen in Königreiche eingeteilt. Es gab Feenköniginnen und -könige, die in Palästen unter der Erde oder unter Wasser lebten. Von den Menschen wurden sie „das gute“ oder „das schöne Volk“ genannt, auch wenn (oder gerade weil) sie ihnen häufig genug bösen Schabernack spielten. Auch die Tuatha De Danann wurden zum Feenvolk, nachdem sie von den Milesiern, dem fünften Einwanderervolk Irlands, besiegt wurden. Sie gingen in die Behausungen unter der Erde, in die Sidhe-Hügel, doch dort lebten bereits andere Wesen, mit denen sie sich vermischten.

Ebenso war die Welt der Feen und der Menschen nicht streng getrennt: Es gab Liebesbeziehungen untereinander und Kinder, die auch Feenblut in sich trugen und mit übernatürlichen Begabungen zur Welt kamen. Hin und wieder stahlen Feen auch Menschenkinder, um sie in ihrem Reich aufzuziehen. Insbesondere in den Nächten von Samhain und Beltane galten die Schleier zwischen den Welten als sehr durchlässig, und die Menschen konnten durch die Sidh, meist Hügelgräber und Dolmen, in das Land der Feen geraten. Gleichzeitig besuchten die Feen auch die Welt der Menschen und tanzten dort auf den Wiesen.

Feen im Volksglauben und Literatur

Im Volksglauben waren Feen allgegenwärtig. So stellte man ihnen z.B. abends ein Schälchen Milch auf die Fensterbank. Außerdem gab es in keltischen Ländern das Tabu, Brombeeren zu verzehren, da sie den Feen gehörten.

Eine der berühmtesten Feen ging als Morgan le Fay in verschiedenen Gralslegenden des Mittelalters ein. Dort spielte sie in der Literatur eine ambivalente Rolle zwischen weiser Zauberin und böser Hexe. Im Englischen werden Märchen noch heute auch "Fairytales", also "Feengeschichten" genannt, was auf die Beliebtheit des Motivs hindeutet. In den Feengeschichten taucht häufig das Motiv eines Musikanten auf, der von den Feen eingeladen oder entführt wurde; z.B. in der Geschichte von Thomas dem Reimer.

Thomas der Reimer

Die Feen-Geschichte von Thomas dem Reimer erzählt von einem Mann, der in einem schottischen Dorf lebte und Thomas Learmont hieß. Er war ein normaler, durchschnittlicher Mann, der sich nur dadurch von seinen Nachbarn unterschied, dass er manchmal auf seiner Laute spielte. An einem leuchtend blauen Sommertag machte sich Thomas mit seiner Laute auf, um zu einem entfernt wohnenden Bauern zu wandern. Als er einen kleinen Wald am Fuße eines Berges erreicht hatte, wurde er ein wenig müde und setzte sich nieder. Müßig zupfte er ein paar Akkorde auf seiner Laute, als er plötzlich eine schöne Dame auf sich zureiten sah.

Sie trug ein schimmerndes Kleid aus grasgrüner Seide, ihr goldenes Haar flatterte wie ein Schleier hinter ihr her, und in der Mähne ihres weißen Pferdes klingelten kleine silberne Glöckchen. Höflich stand Thomas auf, um die Dame zu begrüßen, und sie stellte sich ihm als die Königin des Feenlandes vor. Sie bat ihn, etwas für sie auf der Laute zu spielen, und im grüngoldenen Schatten der Bäume spielte Thomas so schön wie niemals zuvor in seinem Leben. „Ich will dich für dein Spiel belohnen“, sagte die Schöne, als Thomas geendet hatte. „Worum du mich auch bittest, werde ich dir gewähren.“ Und Thomas bat, ihre Lippen küssen zu dürfen. Sie lächelte und warnte ihn: „Wenn du mich küsst, wirst du verzaubert und musst mir sieben Jahre dienen.“ „Was sind schon sieben Jahre?“, meinte Thomas nur und küsste die Feenkönigin innig.

Die Feenkönigin befahl Thomas, sich hinter sie auf ihr Pferd zu setzen, und schnell wie der Wind trug es beide mit klingelnden Silberglöckchen über das Land. Schon bald merkte Thomas, dass sie nicht mehr in der Welt der Lebenden waren, denn die Wildnis vor ihnen war leer und weglos wie das Meer. Nur ein schmaler Pfad wand sich zwischen Farn und Fingerhut unter hohen, schattigen Bäumen hindurch. »Dies ist der Weg ins Feenreich, Thomas. Und wenn du mir ab jetzt bedingungslos gehorchst und kein Wort über deine Lippen kommt, was immer du auch erlebst, dann bringe ich dich in sieben Jahren zurück in deine Welt. Wenn nicht, wirst du zeit deines Lebens in der Wildnis zwischen dem Feenland und dem Menschenreich wandern müssen«, sagte die schöne Dame. Thomas nickte, und so führte sie ihn in ihr seltsames Reich. Währenddessen fragten sich die Nachbarn und Freunde in dem kleinen schottischen Dorf, was mit Thomas geschehen sei, und unheimliche Geschichten machten die Runde. Er jedoch hielt sich an die Anweisungen und schwieg sieben Jahre lang. Als die Zeit um war, nahm ihn die Feenkönigin bei der Hand und geleitete ihn in einen zauberhaften Garten voller leuchtender Blumen, saftiger Früchte und raschelnder Büsche, unter denen Einhörner weideten. Sie pflückte einen Apfel und reichte ihn Thomas: »Du darfst wieder sprechen, und für deine Dienste werde ich dir diese verzauberte Frucht schenken. Wenn du sie isst, wirst du nie mehr eine Lüge aussprechen können.«

Thomas betrachtete den Apfel zweifelnd. »Manchmal muss man aber unter Menschen die Unwahrheit sagen, und wenn auch nur aus Höflichkeit!« Die Schöne beruhigte ihn jedoch und verabschiedete sich. Doch als sie ging, wusste Thomas, dass seine Liebe zu ihr nie sterben würde. Er sah ihr nach, leise klingelten die Silberglöckchen noch, doch eine Wolke weißer Apfelblütenblätter wirbelte auf und nahm ihm die Sicht. Dann fiel er in einen tiefen Schlaf, und als er die Augen wieder aufschlug, befand er sich genau an dem kleinen Wäldchen, an dem er vor sieben Jahren gerastet hatte. Die Rückkehr war nicht ganz leicht, denn die Leute glaubten zunächst, er sei von den Toten wieder auferstanden. Aber weil Thomas nun nicht mehr lügen konnte, begann er den Menschen die Wahrheit zu erzählen. Er berichtete in klingenden Reimen von den Wundern und von der Schönheit des Feenlandes, und alle hörten ihm voller Begeisterung zu. Aber nicht nur als Erzähler war er gefragt, auch sein Rat wurde mehr und mehr geschätzt, denn man konnte sich immer darauf verlassen, dass er die Wahrheit sagen würde, auch wenn er in Versen zukünftige Entwicklungen schilderte. Sie nannten ihn Thomas der Reimer, und er erlangte Berühmtheit im ganzen Land, wurde reich und angesehen und gab viele Feste.

Doch dann, eines Tages, geschah es. Eine milchweiße Hirschkuh und ihr Kitz kamen im silbernen Mondlicht den Berg hinunter zu Thomas‘ Haus. Er erhob sich von der Tafel, ohne sich um seine Gäste weiter zu kümmern, trat zwischen die beiden Tiere, und voller Freude ließ er sich von ihnen den weiten Weg zurück ins Feenreich führen, zurück zu seiner geliebten Feenkönigin.

Quellen

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