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Eine Fibel, lat. fibula, ist eine metallene Gewandnadel, um Kleider, Umhänge und Mäntel zusammenzuhalten. Die ersten Formen sind schon in der Bronzezeit nachweisbar und waren in Mitteleuropa bis ins Hochmittelalter die einzigen Kleidungsverschlüsse. Neben ihrer praktischen Funktion dienten sie auch als Schmuck und waren oft zugleich Symbolträger (z. B. Rangabzeichen) oder sollten als Glücksbringer mit einer besonderen Ornamentik Unheil abwehren.

Beschreibung

Fibeln als Gewandnadeln sind Bestandteil der Tracht von Männern und Frauen. Sie bestehen aus einer Nadel und einem Bügel oder einer Decke. Die ältesten Fibeln bestehen aus zwei Teilen, bei den jüngeren Exemplaren sind Nadel und Bügel durch eine federnde Spirale kontinuierlich oder durch ein Scharnier verbunden.

Geschichte

Bronzezeit

Haarknotenfibel Bahrendorf 1000 v.Chr

Haarknotenfibel (Bahrendorf, um 1.000 v.Chr.)

Die ersten Fibeln oder Bügelnadeln entwickelten sich in der mittleren Bronzezeitperiode (um 1500-1300 v. Chr.) aus der italienischen Peschierafibel (auch Violinbogenfibel) nach einem berühmten Fundorte in Norditalien so genannt. Die ganze Bronzezeit hindurch kann man einer Entwicklung der Fibeln folgen, deren letzte Sprößlinge die sogen. Spiralplatten- oder Brillenfibeln sind. Auch die Haarknotenfibel - eine Art der Brillenfibel - taucht in dieser Epoche auf.

Die ersten nordischen Fibeln haben sich unabhängig von den Violinbügelfibeln entwickelt. Ihre Vorform sind durchlochte Nadeln, die zuerst mit Hilfe eines Fadens und später eines Drahtes festgehalten wurden. Die älteste Form, die Urfibel, weist noch keine Spiralen auf und hat eine grosse Variationsbreite in der Bügelform. Diese Fibeln lassen sich in die entwickelte Periode II nach Montelius datieren... zum Hauptartikel.

Eisenzeit

Hallstattzeit

In der älteren Eisenzeit (800–450 v. Chr.) erscheinen zusätzlich kleinere selbständige Typen, wie Scheibenfibeln, Tierfibeln und Marzabottofibeln usw. Von 650 bis 550 v. Chr. findet man vor allem Bogenfibeln, Schlangenfibeln und Kahnfibeln. Von 550 bis 500 v.Chr. sind zudem Armbrustfibeln, (Doppel-) Paukenfibeln, Kniefibeln und Fußzierfibeln charakteristisch. Im Übergang von der Hallstattzeit zur Latènezeit tauchten im 6. bis 5. Jh. v. Chr. die italienischen sog. Certosafibeln als neue Entwicklungsreihe der Fibeln auf, die sich aus der Peschierafibel ableiteten... zum Hauptartikel.

Latènezeit

In der Latènezeit (480–0 v.Chr.) entstand eine neue Entwicklungsreihe von Fibeln, die aus der Certosafibel des 6.-5. Jh. v. Chr., entsprang. Typisch für die Frühlatènezeit sind außerdem sowohl Münsinger- als auch Duxerfibeln. In der späteren Latènezeit werden die Fibeln dann sehr zahlreich, erinnern jedoch noch weitestgehend an ihre Grundformen. Die Latènefibeln der Typen Latène II und Latène III, die diesen Perioden entsprechen, sind zeitlich auch nicht immer von einander zu trennen.... zum Hauptartikel.

Römerzeit

Die Fibeln der Römerzeit bezeichnen die letzten Stufen der Certosafibel-Serie. Dort entstand eine noch größere Fibelfabrikation, die gewisse Zentren hatte, von denen die verschiedenen Typen durch ausgedehnten Export verbreitet wurden und Anregung zu mannigfaltigen Lokalvariationen gaben. Die provinzialrömischen Fibeln dieser Zeit gingen meistens aus keltischen oder germanischen Fibelformen hervor.

Eine Variante der Armbrustfibel war die römische Zwiebelkopffibel. Gewisse Formen verbreiteten sich über ganz Nordeuropa, sowohl bei West-und Ostgermanen, als auch bei den Skandinaviern. So z.B. die zahlreichen Augenfibeln. Im 2. Jh. treten provinzialrömische Typen auf, wie Scheibenfibeln und Hasenfibeln, Hakenkreuzfibeln usw.; ein auffälliger Unterschied zwischen diesen und den germanischen Fibeln ist die Scharniereinrichtung der erstgenannten. Auch provinzialrömische Bügelfibeln sind nur zufällig auf germanischem Boden vertreten... zum Hauptartikel.

Spätantike u. Völkerwanderungszeit

In der Spätrömischer Zeit (etwa 200-400 n.Chr.) erscheint eine neue Fibelkonstruktion, die Fibel mit umgeschlagenem Fuß (Almgren Gruppe VI). Diese neuen Formen der Armbrustfibeln waren zweigliedrig, d.h. mit dem Bügel und der Nadel aus zwei Stücken gegossen, meistens mit unterer Sehne. Die Herkunft ist in Südrußland zu suchen, wo die dort wohnenden Germanen durch Nachahmung gewisser provinzialrömischer Fibeln die neue Form ausbildeten.

Durch den Kultur und Völkerstrom des 3. Jhs. gegen Nordwesten wurde der neue Fibeltypus über ganz Nordeuropa verbreitet. Im 5. Jh. entwickelt sich aus der ostpreußischen Lokalform die sog. Sternfußfibel. Einer andere Variante der Fibel mit umgeschlagenem Fuß erhielt gegen Ende des 4. Jhs. ein rechteckiges Kopfstück und wurde Vorläufer der ab dem 5. Jh. auftauchenden Bügelfibeln.

Die organischen Fortsetzungen der Fibeln mit umgeschlagenem Fuß aus der Spätantike sind die Bogenfibeln der Völkerwanderungszeit, deren letzte Formen noch im 12. Jh. in Skandinavien fortleben. Diese drei Serien, die also alle auf die Peschierafibeln des 15. Jhs. v. Chr. zurückgeführt werden können, sind Seitenlinien, die nacheinander dominierten... zum Hauptartikel.

Frühmittelalter

Im 7. Jh. entstehen in Nordeuropa mehrere neue Fibelformen, darunter Tierfibeln, am häufigsten, wie es scheint, Scheibenfibeln und Ringfibeln, sowie auch Dreiecks- bzw. Kleeblattfibeln. Es erscheinen außerdem die ersten ovalen Schalenfibeln, die aus einem von oben gesehenen Tier entstanden sind.

Auf dem kontinentalen und englischen Germanengebiet kennt man im Vergleich zu Nordeuropa dazu aus der Karolingerzeit (etwa 8.- 10. Jh.) insgesamt nur wenige Spangen. In den süddeutschen Gräbern des Frühmittelalters fand man öfters eine Fibel an der Schulter, die andere in der Gegend des Knies ober auch beide an letzterem Ort; ein Zeichen, dass eine auf der Schulter befestigt wurde oder durchaus auch beide Fibeln an den Mantelenden herabhingen. [1] Charakteristisch für die Fibeln des Frühmittelalters ist auch eine späte skandinavische Entwicklungsform der alten Armbrustfibel... zum Hauptartikel.

Angelsächsische Formen

Die angelsächsischen Fibelformen nehmen eine Zwischenstellung zwischen den kontinentalen und den skandinavischen Typen ein. Man findet drei- und fünfsprossige Fibeln mit lokalen Variationen, Wurm-, Adler- und Scheibenfibeln, dabei besonders die Tierfibeln in recht schönen Formen. Die nordischen Bügelfibeln mit rechteckiger Kopfplatte zeigen interessante angelsächsische Formen. Diese Fibel ist mit den kreuzförmigen Bügelfibeln verwandt. Eine der älteren Formen zeigt dieses Exemplar, später sind solche und andere, oft monströse Formen. Echt angelsächsisch sind ebenfalls die einfachen Ringfibeln. Englisch und hannoverisch mit verwandten Formen in Skandinavien ist der eigentümliche Fibeltypus in dieser Abbildung... Weiterlesen.

Übergang zur Brosche

Im Verlauf des Frühmittelalters und im Übergang zum Hochmittelalter entwickelten sich viele zufällige Formen von Beschlägen und dergleichen, denen man eine Scharniereinrichtung gab. In dieser Richtung ist die diese Riemenzungen-Fibel sehr bemerkenswert; sie zeigt eine importierte karolingische Riemenzunge mit Blattornamentik, die in Dänemark als Fibel verwendet wurde. Ähnliche oblonge Spangen, die in Nordeuropa gefertigt wurden, trifft man häufiger. Gotländische Lokalformen sind die dort ungemein häufig vorkommenden Tierkopffibeln und Dosenfibeln, die sich aus den Varianten der Armbrustfibel und Scheibenfibel entwickelten.

Ein interessanter Typus sind auch die Scheibenfibeln aus Bronze, Silber oder Gold. Die älteren Formen sind massiver gearbeitet, oft mit kreisförmig stehenden Tieren, die jüngeren sind meistens aus Silber, dünne Scheiben mit Filigranzieraten oder gravierten Mustern. Man trifft sie nicht nur in den Wikingerzeitfunden, sondern auch in den mittelalterlichen Schatzfunden des 11. und 12. Jhds. Sie bezeichnen den Übergang zu den modernen Broschen, die nur Schmuckgegenstände ohne irgendeinen organischen Zusammenhang mit der Tracht werden. Auch der mittelalterliche, gemeineuropäische Name braza, von dem lateinischen bractea - 'dünne Scheibe', ist der Vorläufer der modernen Brosche.

Die altgermanischen Fibelformen verschwinden mit der nordischen Wikingerzeit; im 12. Jh. leben jedoch die gleicharmigen Bügelfibeln als die letzten Sprößlinge der altitalischen Peschierafibel fort.

Unterscheidungen

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Vor allem der Bügel der Fibeln wurde regional und zeitlich sehr unterschiedlich ausgestaltet und diente auch als Schmuck. Nach der Form der Fibel unterscheidet man viele unterschiedliche Fibelarten. Z.B.:

Verwandte Themen

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Quellen

Wikipedia lexikon3e
Dieses Dokument basiert in seiner ersten oder einer späteren Version auf dem Artikel „Fibel_(Tracht)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 2. Jun. 2012‎ und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Einzelnachweise

  1. W. L. Lindenschmit, Das germanische Todtenlager bei Sazen in der Provinz Rheinhessen. Mainz, 1848.