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Gallien, lat. Gallia, war der Wohnsitz der Gallier, des keltischen Hauptvolkes (vgl. Kelten). Das Gebiet umfaßte Frankreich, Belgien, seit dem 4. Jh. v. Chr. auch Oberitalien bis an die Etsch, wohin Insubrer, Cenomanen, Bojer, Lingonen und Sennonen eingewandert waren.

Beschreibung

Das italienische, cisalpine Gallien wurde in Gallia transpadana und Gallia cispadana (- 'Gallien jenseits und diesseits des Po') eingeteilt, und in der Zeit zwischen dem 1. und 2. punischen Krieg (225–218 v. Chr.) von den Römern unterworfen. Nach dem 2. punischen Krieg wurde es dann durch Kolonien vollständig romanisiert und daher auch Gallia togata genannt. Im transalpinen oder eigentlichen Gallien eroberten die Römer zuerst das untere Rhonetal und machten es 121 zur Provinz (Provincia, Gallia braccata oder comata). Das große Gallien unterwarf Cäsar von 58–51 v. Chr. in blutigen Feldzügen. Unter den römischen Kaisern war Gallien eingeteilt in:

  • 1.) Aquitania (Aquitanien), das Land zwischen Pyrenäen, Loire u. Sevennen;
  • 2.) Gallia Lugdunensis (Lugdunensis), zwischen Loire, Seine, Marne, Saône, Rhone mit der Hauptstadt Lugdunum (Lyon);
  • 3.) Gallia Narbonensis (Narbonensis), die Provence im heutigen Südfrankreich;
  • 4.) Gallia belgica (Belgica), von Maas und Seine über den Jura bis an die Alpen;
  • 5.) Germania inferior und superior (Ober- und Niederdeutschland) das Land am linken Ufer des Mittel- und Oberrheins, durch die Mosel geteilt.

Niedergang

Mit dem 3. Jh. begannen die Einfälle der Germanen; Alanen, Vandalen, Sueven zogen durch nach Spanien, Westgoten, Burgunder, Alemannen, Franken ließen sich nieder, bis schließlich die Franken sich des größten Teils des alten Galliens bemächtigten.

Galerie

Gesellschaft

Schon vor der Unterwerfung Galliens durch Cäsar war es ein stark bewohntes, gut angebautes Land, von einer Menge kleiner gallischer Stämme bewohnt. Sie waren im Westen mit Iberern, im Osten mit Germanen vermischt und lebten miteinander in häufiger Fehde. Es hatte sich eine starke Aristokratie und wohlgeordnete Priesterschaft (s. Druiden) ausgebildet; letztere ging unter der römischen Herrschaft unter. Gallien war seit Cäsar die stärkste, einträglichste und durch ihre Lage wichtigste Provinz; die meisten Kaiser wurden von den gallischen Legionen erwählt und durchgesetzt.

Die Gallier verehrten neben einem höchsten Wesen auch ihre Helden in Eichenwäldern (s. Baumkult, Keltische Glaubenswelt). Barden sangen Lieder zu ihrem Ruhme und die Druiden waren zugleich ihre Priester, Wahrsager, Zauberer etc. Sie lebten von Viehzucht, Jagd, Fischerei, und brauten ein Getränk aus Gerste (Bier). Nachdem das Gebiet von den Römern erobert wurde, nahmen sie deren Sprache und Kultur an. Später vermengten sie sich mit den eingedrungenen Franken (s.a. Gesellschaft der Kelten). [1]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Damen Conversations Lexikon, Band 4. [o.O.] 1835, S. 297-298.

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