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Die Gauten (anord. Gautar, ags. Géatas) waren ein nordgermanischer Volksstamm, der seine Sitze von der Mündung des Gautelfr (Göta älv, "Fluss Gaut") im Westen südlich vom Vänersee und auch noch östlich vom Vättersee bis zur Ostsee hatte. Der Vättersee teilte ihr Gebiet in Vestra- und Eystra-Gautland, heute Väster- und Östergötland.

Beschreibung

Schon bei Ptolemaeus II II, 16 standen die Goutai im Süden der Scandia und auch Prokop (B. Goth. 2, 15) kennt die Gautoi unter den Thuliten. Ebenso erscheinen die Gauti im skandinavischen Völkerverzeichnis des Jordanes (Getica), der bereits von den Ostrogothae, so in spätgot. Lautform für urnord. *Austragautór, spricht.

Auf die einstige große Bedeutung der Gauten weist die Beliebtheit und Verbreitung ihres Namens als Element germanischer Personennamen hin; so z.B. ahd. -Adalgóz, langob. Gauspertus, as. Hathugót, ags. Sigegéat, aschwed. Götstaver (= Gustaf). Gautr - 'der Gaute' ist auch ein Beiname Odins in der nordischen Mythologie.

Herkunft

Die Gauten sind nächst den Suiones, Sviar, Svear das wichtigste Volk auf dem Boden des heutigen Schweden. Im Beowulf-Epos erscheinen die Geatas, auch Wedergeatas vzw. Wederas genannt, noch als ganz selbständiger Stamm, aber bereits in langwierige Kriege mit den Sweon verwickelt, deren Endergebnis ihr Aufgehen im Schwedenreich ist. Wie früher die Heruler, von denen sie eine Abteilung bei sich aufgenommen hatten, und vielleicht durch diese angeregt, machten sich die Gauten dem Westen lange vor andern Nordgermanen nach Wikingerart bemerkbar. Auf einer gegen den Niederrhein gerichteten Raubfahrt (zwischen 512-520) fiel ihr König Hygelac (Beowulf) = Chochilaicus (Gregorius Turonensis) gegen die Franken im Gau der Chattuarier.

Etymologie

Die Bedeutung des Volksnamens ist unsicher. Er läßt sich gleich dem der Goten als 'Männer' erklären, wobei man sich aber auf das wohl erst wieder aus dem Namen des berühmten Volkes geflossene aisl. poet. gautar - 'viri' nicht berufen darf. Die Ähnlichkeit ihrer Namen, die in Ablautverhältnis zueinander stehen, legt engere verwandtschaftliche Beziehung zwischen Gauten und Goten nahe. Die Namensähnlichkeit bewegte Theodor von Grienberger (1855-1932) [1] zu der Theorie, daß die Gautar nach dem Gautelfr ('Fluss Gaut', heute "Göta älv") benannt sind und nicht umgekehrt.

Die lat. Schreibung Gothi, Westergothia usw. beruht zum einen Teil auf Beeinflussung durch den Namen der Goten; zum anderen Teil geht sie auf das Niederdeutsche zurück, wo germ. au zu ö wurde. So erklären sich auch deutsch (ndd.) Ost-, Westgotland, Gothenburg, während die schwedische Lautentwicklung Väster-, Östergötland, Göteborg und Gotland (den Namen der Insel) scharf getrennt hält.

Quellen

Einzelnachweise

  1. v. Grienberger in Zeitschrift für deutsches Altertum. Berlin, 1841 ff. Band 45 (1901); S. 158 ff. Digitalisat in Internet Archive

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