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Gebende

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Das Gebende (auch Gebände, Bandwerk) ist eine mittelalterliche Kopfbedeckung für junge Frauen, die schon im Nibelungenlied erwähnt wird. Später wurde diese Art der Kinnbinde (s. Barbette) zur vorherrschenden Kopfbedeckung der Frauen überhaupt. So sieht man z.B. in der bekannten Manesseschen Liederhandschrift des 14. Jahrhunderts die meisten der dargestellten Damen diese weiße Kopfbedeckung tragen.

Geschichte

Ab dem 12. Jahrhundert wurde es Sitte, dass nur noch unverheiratete Frauen ihr Haar offen trugen. Verheiratete Frauen und beim Kirchgang alle Frauen und Mädchen hatten eine Kopfbedeckung zu tragen. Als eine der üblichen Kopfbedeckungen setzte sich das Gebende durch (siehe auch "Barbette").

Beschreibung

Das Gebende bestand anfangs aus einem gestreiften Band aus Leinen, das um Ohren und Kinn geschlungen wurde und so, Wangen und Kinn umschloß. Ergänzt wurde es um ein Stirnband, das häufig mit einer Borte verziert war.

Gebende Manesse Gottfried von Neifen 378.jpg

Gebende in der Manesseschen Liederhandschrift: Herr Gottfried von Neifen

Ab dem 13./14. Jh. kam eine Kopfbinde hinzu, die wie ein Reisen (Kopftuch) oder, wenn sie oben geschlossen war, wie ein Barett den Kopf umschloß und durch das am Kinn schmaler werdende Band gehalten wurde. Zum Gebende konnte man ein Schapel oder eine Rise (Kopftuch) tragen. Die Farbe des Gebendes war meist weiß oder schwarz, seltener rot oder grün.

Trageweise

Die Kinnbinde wurde unter dem Kinn gespannt, dann über die Ohren führend am Hinterkopf übereinandergelegt und dort mit zwei Stecknadeln zusammengehalten. Darüber wurde die Stirnbinde gelegt und ebenfalls mit zwei Stecknadeln auf jeder Seite fixiert. Unter dem Gebende wurde das Haar im Heiligen Römischen Reich zu einem Zopf geflochten, während es in Frankreich in einem Nackenknoten getragen wurde. Ab dem 13./14. Jh. wurde das Band mehrfach um Kopf und Kinn geschlungen und saß dabei so straff, dass den Frauen mitunter dadurch das Öffnen des Mundes erschwert wurde. Es galt als unsittlich, das Gebende öffentlich zu lockern.

Quellen

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