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Das Hausgeflügel diente hauptsächlich als Nahrungsquelle; dazu gehörten vor allem Gänse und Hühner.

Beschreibung

Gänse werden bereits von Plinius (NH. 10, 22 [1]) mit ihrem deutschen Namen gantae erwähnt und fanden sich sogar als Grabbeigaben zur Zeit der Völkerwanderung in Schweden. Der griechische Arzt Anthimus empfiehlt um 500 n. Chr. in seinem Werk De observatione ciborum (22 [2]) die Gänsebrust mit weißem Fleisch, nicht das durch Mästen fett gewordene Hinterteil, das schwer verdaulich sei. Auch in Skandinavien war der Gänsebraten geschätzt.

Hühner werden als Grabbeigaben in der älteren Eisenzeit Schwedens von erwähnt. [3] Ein Festmahl aus jungen Hühnern bereitete laut Überlieferung auch Gregor von Tours (3, 15) und Karl der Große ließ auf seinen Musterhöfen Hühner, Pfaue, Fasane, Enten, Tauben und Rebhühner halten (Cap. de vill. 40).

Auch Enten fand man als Grabbeigaben in Schweden zur Zeit der Völkerwanderung; und der Entenbraten wird ebenso bei Anthimus erwähnt (de obs. cib. 32). [2]

Siehe Hauptartikel:

Speisen des Adels

Als "Luxusgeflügel" für die Speisen des Adels wurden Fasane und Pfaue besonders bevorzugt. [2] Nach weich gebratenen Pfauen und Fasanen mit Würzbrühe sehnte sich laut Arnold von St. Emmeram († vor 1050) auch der Einsiedler Günther [4]. Als schwer verdauliche Speise wird der Fasanenbraten dagegen von Ekkehard IV. von St. Gallen (um 980-1057) in seiner Benedictiones ad mensas (76 f.) genannt. [5]

Sonstiges

Auch vom übrigen Geflügel wurde fast alles gegessen, was erreichbar war. So ließ Papst Zacharias durch Bonifazius den Genuß von Krähen (graculus, Häher?), Dohlen und Störchen verbieten. Der wilde Schwan war laut Ekkehart erst bekömmlich, wenn er "arte" zubereitet wurde. Vom Habicht wurde in Skandinavien das Herz mit Honig beträufelt gegessen.

Turtel- und Feldtauben, Sperlinge, Schnepfen, Wildgänse, Wildenten, Trappen nannte Anthimus als mehr oder weniger empfehlenswerte Speise. Die Knochenreste von Wildgänsen und -enten, Schwänen und Möven fanden sich allerdings bereits in den prähistorischen Muschelhaufen. Rebhühner wurden, wie in Deutschland, auch in Skandinavien geschätzt, wo man auch die Seevögel gern aß (Vgl. Kleinviehzucht).

Quellen

Einzelnachweise

  1. Naturalis Historia. Gaius Plinius Secundus. Um 77 n. Chr. Volltext (lat.) auf Wikisource.
  2. 2,0 2,1 2,2 Anthimi: De observatione ciborum ad Theodoricum regem Francorum epistula (BBAW). Deutsche Übersetzung von Eduard Liechtenhan. Teubner, Leipzig, Berlin 1928. 2. Ausgabe Akademie-Verlag, Berlin 1963 (CML VIII 1: Corpus medicorum Latinorum 8, 1).
  3. Nordische Altertumskunde (Internet Archive). Sophus Müller. Übersetzung. V. Jiriczek. 2 Bände. K.J. Trübner Verlag, Straßburg 1897-98. Bd. II, S. 115
  4. Arnold d. S. Emmeramo (BSB) lib. II. Canis. lect. antiqu. II, 145
  5. Benedictiones ad mensas (Google Books). Ekkehard IV. von St. Gallen (um 980-1057). Ed. Ferdinand Keller. Zürich : Meyer u. Zeller, 1847. S. 76 f.

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