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Gerbert von Aurillac bzw. der spätere Silvester II. (* um 950; † 12. Mai 1003) war einer der namhaftesten Philosophen in der Zeit der beginnenden Scholastik. Zudem war er Mathematiker, Abt von Bobbio, Erzbischof von Reims und Ravenna sowie der erste französische Papst.

Beschreibung

Das 10. Jahrhundert war in Frankreich und besonders in Italien insgesamt eine Periode der Unkultur, Sittenroheit, Unwissenheit und des Aberglaubens. Doch gegen Ende des Jahrhunderts tat sich mit einem Male ein neues Licht in Gestalt von Papst Sylvester II. hervor. Es war der auf den päpstlichen Stuhl erhobene Gerbert von Aurillac; doch erschien dieser große Geist erschien dem ungebildeten Auge seiner Zeitgenossen als unheimlicher Zauberer.

In dem Kloster Aurillac (Auvergne) vorgebildet, nacheinander Erzbischof von Reims, Ravenna und Papst (999), war Gerbert ein eifriger Liebhaber der Antike, aber noch mehr der Mathematik. Er war ausgezeichnet als Lehrer, und teilte seinen Schülern kein rohes Vielerlei von Wissen mit, sondern baute vor ihren Augen in den Gesetzen der Natur, der Sprache und des Denkens ein System natürlicher Weltanschauung auf.

Ansichten

Gerbert verband die Sieben Freien Künste zu einem einheitlichen Ganzen. Selbst die Theologie sah er nur als eine Wissenschaft neben den anderen an und ordente alle Einzelwissenschaften der Philosophie unter. Auf diesem Gebiet gab es selbst bei ihm als Papst keine übernatürliche Erleuchtung, sondern Vertrauen in die Zuverlässigkeit des natürlichen Erkennens, das nur soweit reicht wie das Gesetz!

Dann folgte natürlich die Ergänzung durch die Welt des Glaubens. "Wo die Worte fehlen, schwelgt der Glaube," setzte er als Motto über eine seiner theologischen Schriften, welche das Dogma der Transsubstantiation verteidigt. Wie er sich das Verhältnis dieser übernatürlichen Welt des Glaubens zu der natürlichen des Wissens dachte, ist leider unbekannt. In seinem praktischen Wirken aber verließ, er sich auf seinen weltlichen Verstand, wenngleich er freilich mit religiöser Überschwenglichkeit von der über alles Weltliche erhabenen Würde des Priestertums zu reden wußte.

Einfluss

Um die Mitte des 11. Jhs. macht sich, unter dem Einfluss von Gerberts zahlreichen Schülern, in Deutschland unter dem gelehrten Kaiser Heinrich III., in allen drei Kulturländern ein neuer wissenschaftlicher Aufschwung bemerkbar, der dann nie wieder ganz vernichtet worden ist.

Quellen

Einzelnachweise

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