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Gesellschaft der Kelten

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Die Kelten hatten eine stabile Gesellschaftsform, deren intellektuelle Führer die Druiden waren. Diese Denker und Weisen, Richter, Heiler, Sänger und Dichter des Volkes vermitteln das Bild einer Kultur, die sowohl große Kenntnisse der Natur und des Kosmos hatte als auch mächtiges spirituelles Wissen. Eine andere Gruppe, die Beachtung verdient, sind die keltischen Handwerker, deren Artefakte in archäologischen Funden zeigen, welch erstaunlichen Kunstsinn sie mit handfester Pragmatik zu verbinden wussten.

Kunsthandwerk

Eines der bedeutendsten Zeugnisse des keltischen Denkens und Wirkens hinterließen die keltischen Künstler. Vielfach treten als Ornamente sich windende, wirbelnde, verknüpfte und sich wiederholende Gebilde der Spiral- und Knotenmuster auf, die auf den ersten Blick chaotisch wirken und doch systematisch aufgebaut und von tiefer Ordnung geprägt sind. Aus dem Mittelalter sind ebenso die keltischen Buchmalereien mit ihren reichhaltigen Verzierungen und der typisch keltischen Ornamentik weltberühmt. Z.B. die Lindisfarne Gospels oder das Book of Kells... Weiterlesen.

Gesellschaftliche Beziehungen

Eine der grundsätzlichen Vorstellungen der keltischen Weltanschauung war die des Zusammenwirkens des männlichen und des weiblichen Prinzips; dies allein garantierte Wohlstand. Den deutlichsten Niederschlag fand diese Überzeugung in der Verbindung des Königs mit dem Land: Erst eine symbolische Hochzeit mit der Herrin des Landes bzw. mit der Erdmutter gab ihm die Macht zu herrschen.

Die Rolle der Männer

Die Helden der keltischen Sagen, wie z.B. die Ritter der Tafelrunde, kämpfen für etwas - meist für einen Anführer. Sie schützen sein Reich und sichern seine Herrschaft. Das war bei den Kelten nicht anders, auch wenn dieses so wenig hierarchisch strukturierte Volk lediglich eine Clan-oder Stammesorganisation mit Anführern mehr oder weniger großer Begabung hatte. Hin und wieder schlossen sich einige Stämme zusammen, jedoch waren diese Bündnisse recht brüchig, sofern sie nicht von einer wirklich starken Persönlichkeit angeführt wurden, wie es einmal wohl Artus, später vor allem Vercingetorix war.

Die Anführer selbst hatten nur eingeschränkte Machtbefugnisse und mussten sich bei wichtigen Entscheidungen dem Rat einer Volksversammlung beugen. Bemerkenswert für uns heute ist, dass die Führer keinen großen Anspruch auf das Territorium er hoben, sondern ihnen der Stammeszusammenhalt von größerer Wichtigkeit war. Aus diesem Grund gab es keine Landesfürstentümer oder Königreiche mit starren Grenzen; wenn der Stamm sein Siedlungsgebiet verließ und weiterzog, wanderte das Königtum mit. Ein Erbkönigtum gab es ebenfalls nicht, Führungspositionen mussten errungen werden.

Die Gefolgschaft der Adligen, das Klientel

Eine gewisse Form der Gefolgschaft gab es dennoch, die so genannte Klientschaft. Nichtadlige Kelten verpflichteten sich einem Adligen gegenüber, ihm Waffendienst zu leisten. Dafür gewährte ihnen der Adlige Schutz und Vieh, das er leihweise zur Nutzung überließ. Im Gegenzug entrichtete der Klient wiederum einen jährlichen Tribut an Nahrungsmitteln. Je mehr Klienten ein Adliger hatte, desto größer war sein Ansehen und umso höher sein Rang. Da die Klienten sich jedoch freiwillig verpflichteten und sich ihren Herrn selbst wählen konnten, standen die Adligen unter einem gewissen Druck, sich um ihre Gefolgschaft zu bemühen.

Man sieht also: Auch in diesem Punkt war der Individualismus stark ausgeprägt, und ein Führer der Gemeinschaft musste sich beharrlich für sein Volk einsetzen. Das Amt innezuhaben reichte nicht aus, um die Macht auszuüben. Den Königen und Führern standen die Druiden als Berater zur Seite. Es heißt, dass bei Versammlungen niemand - nicht einmal der König - vor dem Druiden sprechen durfte, und bei allen großen Vorhaben der Gemeinschaft wurden sie zurate gezogen. Sie führten die Verhandlungen zwischen zerstrittenen Stämmen, später sogar mit den Römern.

Frauen in der keltischen Gesellschaft

Uns mag die rechtliche Lage der Keltinnen selbstverständlich erscheinen, ihren Zeitgenossen erschien es jedoch überaus bemerkenswert, dass Frauen selbstständig handeln durften.

Die Frauen in den Artussagen sind keine scheuen Häschen, die den Mund nicht aufmachen, die ausschließlich „weiblichen“ Beschäftigungen in ihrer Kemenate nachgehen. Nein, sie nehmen lebhaft am gesellschaftlichen und politischen Leben teil und schmieden natürlich auch manche Intrige. Einige von ihnen tragen die Züge der alten starken keltischen Göttinnen, und die Priesterinnen unter ihnen haben beträchtlichen Einfluss auf die Geschicke der Helden und Könige.

Was sich in den Mythen darstellt, zeigt sich auch in der Stellung der keltischen Frauen. Sie waren bemerkenswert gleichberechtigt, verfügten über eigenes Vermögen und konnten auch als Familienoberhaupt fungieren. Finanzielle Unabhängigkeit scheint also für keltische Frauen eine Selbstverständlichkeit gewesen zu sein. Jean Markale (1928-2008) rekonstruierte aus den frühen irischen Gesetzestexten, die auf keltische Ursprünge zurückgehen, folgende rechtliche Regelungen: Waren Gatte und Gattin gleich vermögend, waren sie auch rechtlich gleichgestellt; die Frau konnte beispielsweise Verträge annullieren, die er geschlossen hatte, wenn sie der Ansicht war, diese würden ihr Nachteile bringen.

War sie weniger vermögend und stammte sie aus niedrigeren Verhältnissen, war dieses Recht eingeschränkt; brachte sie das größere Vermögen in die Ehe mit, war sie die Bestimmende, und der Mann galt als Untertan der Frau. Es gibt sogar Anzeichen dafür, dass einige Frauen mehrere Männer hatten. Sie konnten sich auch entscheiden, unverheiratet, also Jungfrauen zu bleiben, was aber keineswegs bedeutete, dass sie sich geschlechtlich zu enthalten hatten... Weiterlesen

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